Mark Webber weiß selbst, dass der Rücktritt aus der Formel 1 näher rückt

Formel 1 2010

— 11.11.2010

Webber: Als Weltmeister auf den OP-Tisch?

WM-Kandidat Mark Webber dementiert Rücktrittsgerüchte und meint, dass sich erst zeigen wird, wie gut Sebastian Vettel & Co. wirklich sind

Nach Mark Webbers Kommentaren, er fühle sich bei Red Bull emotionell nicht ausreichend unterstützt, liegt die Vermutung nahe, dass der WM-Zweite nächstes Jahr nicht mehr für das österreichische Team mit Sitz in Milton Keynes an den Start gehen wird. Ein weiteres Indiz dafür: Der 34-Jährige wird auch beim zweitägigen Pirelli-Test am Freitag und am Samstag in einer Woche nicht im RB6 sitzen. Der erste Test mit den neuen Reifen wird als essenziell erachtet, da die Aussagen der Piloten in den Konstruktionsprozess der neuen Autos einfließen werden.

Doch warum kommt an beiden Tagen Teamkollege Sebastian Vettel zum Einsatz? Die Antwort ist einfach - und eine Ohrfeige für alle, die schon das Ende des Australiers bei Red Bull erkennen wollen: Der Australier muss sich nach dem Saisonfinale einer Beinoperation unterziehen - eine Folge seines schweren Mountainbike-Unfalls vor fast zwei Jahren.

Auch Webber selbst dementiert Rücktrittsgerüchte. Ob er vorhabe, auch nächstes Jahr Formel 1 zu fahren? "Ja, ich entscheide das immer von Jahr zu Jahr", sagt Webber gegenüber 'AAP'. Und seine Entscheidung, auch 2011 anzutreten, traf der "Aussie" bereits in der ersten Saisonhälfte, als er nach dem Grand Prix von Istanbul seinen Vertrag mit Red Bull um ein Jahr verlängerte.

Webber über Vettel & Co.: "Echte Qualität siehst du erst später"

Auch dass sein Teamkollege als Superstar angesehen wird, störe ihn nicht. "Natürlich ist Sebastian ein Superstar", sagt der Red-Bull-Pilot gegenüber 'auto motor und sport'. "Wenn ein Talent wie er oder Hamilton kommt und sofort gewinnt, dann macht das Eindruck. Das ist in jedem Sport so. Die echte Qualität siehst du erst später: Wie lange kann sich einer oben halten? Wie hart beißt er sich durch?"

Seine Motivation ziehe er daraus, als "Oldie" den Jungen ordentlich einzuheizen: "Ich bin kein alter Kerl, doch ich bin sehr stolz darauf, Fernando, Lewis und Seb Woche für Woche herauszufordern. Dafür musste ich mir die Latte höher legen. Ich denke aber, dass ich auch nächstes Jahr sehr gut fahren werde." Webber rechnet auch damit, dass Red Bull in der Lage sein wird, ihm in der kommenden Saison ein siegfähiges Auto zur Verfügung zu stellen, obwohl man dieses Jahr aufgrund des Titelkampfes bis zuletzt am RB6 arbeitet.

Webber argumentiert, dass die Situation im Vorjahr nicht anders war: "Auch die letzte Saison war sehr ermüdend für uns, doch das Team hat darauf wirklich gut reagiert und einen weiteren Reißer produziert. Wirklich sagen kann man es aber erst nächstes Jahr. Es gibt doch einige große Änderungen, das Gaspedal des Teams ist aber immer in der selben Stellung."

Webber und der Rücktritt

Das war bei Webber in dieser Saison nicht immer der Fall, gibt er offen zu - vieles scheint davon abzuhängen, ob er um Siege und Podestplätze kämpft: "Es treibt mich an, wenn es bei einem Grand Prix ums Ganze geht. Da kommt immer noch dieses Bauchkribbeln hoch. Wenn es mir egal ist, ob ich geschlagen werde oder nicht, dann ist es Zeit aufzuhören. Es gab da mal so eine Phase in dieser Saison, in der mir andere Dinge wichtiger erschienen."

Als Ursache dafür vermutet er auch seine Herkunft: "Meine Gegner leben in Europa. Sie sind zwischen den Rennen immer mal wieder daheim. Ich schaffe es vielleicht, fünf Wochen im Jahr in Australien zu sein." Doch all das rückte für den Fitnessfreak wieder in den Hintergrund, als plötzlich in Barcelona sein Höhenflug begann. Zunächst triumphierte er in Spanien, dann auch beim Klassiker in Monaco: "Nach den ersten vier Rennen sah es nicht gut aus für mich", erinnert er sich. "Dann kamen die beiden Siege in Folge. Da wusste ich, dass es eine lange Saison werden würde."

Dennoch ist Webber klar: Eines morgens wird er aufwachen und die Formel 1 wird zum ersten mal in seinem Leben nicht mehr die oberste Priorität sein. "Ich werde in ein großes Loch fallen", vermutet er - und gibt zu: "Ein bisschen fürchte ich mich davor. Mein Leben wird eine Kurve in eine andere Richtung nehmen. Es wird eine völlig neue Erfahrung. Du hast ja die meiste Zeit deines Lebens nichts anderes gemacht. Ich bin dort noch nicht angekommen, und ich möchte unbedingt das Timing richtig hinbekommen." Warum dies so wichtig sei? "In dieser Kategorie mit 85 bis 90 Prozent zu fahren, kannst du völlig vergessen. Du musst in Topform sein."

Fotoquelle: xpb.cc

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