Vorjahressieger Sebastian Vettel gibt in Abu Dhabi zunächst mal den Ton an

Formel 1 2010

— 12.11.2010

Auftakt nach Maß: Vettel dominiert erstes Training

1:0 für WM-Außenseiter Sebastian Vettel: Der Red-Bull-Pilot fuhr im ersten Training in Abu Dhabi allen auf und davon - Hamilton Zweiter, Webber Vierter, Alonso Sechster

Vorjahressieger Sebastian Vettel setzte im ersten Freien Training zum Grand Prix von Abu Dhabi seine Topform der vergangenen Wochen fort und sicherte sich eine überlegene Bestzeit. Der Red-Bull-Pilot umrundete den gut fünfeinhalb Kilometer langen Yas-Marina-Circuit in 1:42.760 Minuten und hängte die Konkurrenz um mehr als eine halbe Sekunde ab.

Die ersten 90 Minuten des Saisonfinales waren am Ende eine halbwegs interessante Angelegenheit, obwohl die Fans zu Beginn genau 49 Minuten und 16 Sekunden warten mussten, bis Vitaly Petrov (Renault) in 1:51.465 Minuten die Zeitenjagd eröffnete. Weitere zehn Minuten später befanden sich dann auch die vier WM-Favoriten endlich in ihren Trainingsprogrammen, die heute noch später aufgenommen wurden als an Freitagen ohnehin üblich.

Erster Regenschauer seit März

Denn kurz vor der Session hatte es völlig überraschend einen Regenschauer gegeben - den ersten in Abu Dhabi seit März! Dadurch war die Strecke zunächst feucht, auch wenn sie bei fast 30 Grad Luft- und bis zu 42 Grad Asphalttemperatur schnell abtrocknete. "Ich frage mich, ob Bridgestone überhaupt Regenreifen dabei hat", scherzte Nick Heidfeld (Sauber). "Wenn wir mit den Intermediates rausgehen, sind die in zwei, drei Runden kaputt. Außerdem soll es sonst ja trocken bleiben."

"Als ich gleich am Anfang draußen war, war es noch ein bisschen feucht", erklärte auch Williams-Pilot Nico Hülkenberg, zum Auftakt mit 3,884 Sekunden Rückstand nur 17. "Mittlerweile ist es überall trocken, bis auf die eine Kurve beim Hotel, wo der Schatten ist - die trocknet nicht so gut ab. Aber die Strecke ist sehr rutschig, denn der Regen hat Staub und Sand draufgewaschen. Darum warten im Moment noch alle."

Vettel und Michael Schumacher (Mercedes) hatten sich zudem schon auf ihrer Installationsrunde verschätzt und lernten die Auslaufzone der ersten Kurve kennen, während auch Lotus-Freitagstester Fairuz Fauzy (24./+8,945) seine liebe Mühe mit der Fahrzeugbeherrschung hatte. Aber je länger die Session dauerte, desto unproblematischer wurde es - gegen Ende hin nahm der Grip dank des Fahrbetriebs mit praktisch jeder Runde zu.

Hamilton wie im Vorjahr in Topform

Vettels Bestzeit konnte trotzdem niemand mehr knacken. Am nächsten an den Deutschen heran kam noch Vorjahres-Polesetter Lewis Hamilton (McLaren), der 0,609 Sekunden Rückstand hatte und im ersten Sektor (17,8 Sekunden) schneller war als alle anderen; Jenson Button (McLaren) auf Platz drei fehlte jedoch schon mehr als eine Sekunde auf die Spitze. Mark Webber (Red Bull) wurde mit 1,080 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen Vierter.

Ferrari war wie so oft am Freitagmorgen nicht ganz vorne zu finden, aber WM-Leader Fernando Alonso (+1,361) ist als Sechster durchaus im Plansoll. Bei seinem Teamkollegen Felipe Massa (11./+2,400) gab es zu Beginn der Session Probleme mit der Telemetrie, die sollten sich aber auf den Verlauf des Wochenendes nicht auswirken. Noch vor Alonso landete Robert Kubica (5./+1,320) am vielleicht letzten Rennwochenende des Renault-Werksteams in der Formel 1.

Mercedes und Sauber in den Top 10

Schumacher (+1,439), Kamui Kobayashi (Sauber/+1,844), Nico Rosberg (Mercedes/+1,958) und Heidfeld (+1,977) rundeten die Top 10 ab und legten damit aus Sicht ihrer beiden Teams eine gesunde Basis für das Saisonfinale, was den anvisierten Einzug ins dritte Qualifying angeht. Deutlich außerhalb der Top 10 spielt sich hingegen der Kampf um Platz sechs in der Konstrukteurs-WM zwischen Williams und Force India ab - zumindest vorerst.

Schnellster Vertreter der neuen Teams war Timo Glock, der seinen Virgin beim Abu-Dhabi-Debüt zu einer Bestzeit von 1:48.450 Minuten prügelte und Lotus-Speerspitze Jarno Trulli somit knapp hinter sich ließ. Zudem sicherte sich Glock 50 Euro von seinem Renningenieur Dave Greenwood, der gewettet hatte, dass es sein Schützling im ersten Training nicht unter 1:50 Minuten schaffen würde. Dabei gelang dies allen außer Christian Klien (HRT/+7,514) und Fauzy.

Für seriöse Rückschlüsse in Bezug auf den WM-Vierkampf ist es natürlich noch viel zu früh, Vettel hatte aber unbestritten einen sehr guten Start. Zudem scheint McLaren - ähnlich wie im Vorjahr - exzellent in Form zu sein. Ob Ferrari noch zulegen kann, wird sich zeigen, aber klar ist, dass die Ausgangslage weiterhin ungemein spannend bleibt. Übrigens: Das zweite Freie Training am Abend wird dann schon in der Dämmerung stattfinden.

Fotoquelle: xpb.cc

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