Zumindest für das Rennen haben diese drei Herren die wohl besten Chancen

Formel 1 2010

— 14.11.2010

Vor dem WM-Showdown: Prognose unmöglich

Experten und Beteiligte analysieren die Ausgangslage vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi und sind sich einig, dass seriöse Prognosen unmöglich sind

Fernando Alonso 246 Punkte und Dritter der Startaufstellung, Mark Webber 238 und Fünfter, Sebastian Vettel 231 und Erster und Lewis Hamilton 222 und Zweiter - so stehen die Fakten vor dem heutigen Saisonfinale in Abu Dhabi. Doch wer sich letztendlich durchsetzen wird, darauf möchte vor dem Start kaum jemand wetten.

"Ich habe einen Igel in meiner Tasche", grinst Ex-Formel-1-Pilot Alexander Wurz, der angesichts der Unvorhersehbarkeit dieser Saison "maximal fünf Euro" auf einen der vier Kandidaten setzen würde. Auch sein Landsmann Niki Lauda bleibt zurückhaltend: "Jetzt wird es schwierig, denn es mischt sich alles durcheinander. Alonso ist relativ hinten, die McLarens sind mit dabei. Es wird richtig eng morgen. Wie das ausgeht, traue ich mich überhaupt nicht zu sagen."

Wurz sieht Alonso im Vorteil

Wurz sieht Alonso in der "perfekten" Ausgangsposition: "Warum? Er kann jetzt seinen unmittelbaren Konkurrenten, Webber, kontrollieren. Er hat ihn hinter sich und das ist ein Vorteil bei der Strategie." Webber muss heute unbedingt an Alonso vorbei, wenn er noch Weltmeister werden will, während es sich Alonso voraussichtlich leisten kann, hinter Vettel zu bleiben. Zudem weiß der Ferrari-Pilot seinen Teamkollegen Felipe Massa hinter sich.

"Ferrari wird alles daran setzen, dass Massa zum Störenfried für Red Bull und Webber wird. Da kann sich so viel tun", sagt Wurz über Alonsos Gehilfen, der in der Startaufstellung Sechster ist und wenn, dann nur von hinten eingreifen kann. Und weiter glaubt er: "Es ist viel Druck da und in diesem Fall fahren sich die Leute schneller mal in die Kiste. Es ist wirklich eine faszinierende Ausgangslage mit einem Sieger - und das sind die Zuschauer zu Hause!"

Was die Rolle von Massa betrifft, vertritt Ex-Grand-Prix-Pilot Anthony Davidson übrigens eine andere Ansicht als Wurz: "Ich glaube nicht, dass er seinem Teamkollegen Alonso dieses Wochenende groß helfen kann. Wo soll ein Fahrer in seiner Position in dieser Saisonphase noch die Motivation hernehmen? Ich habe das Gefühl, dass Massa seit Hockenheim ein gebrochener Mann ist", spielt der heutige TV-Experte auf die umstrittene Stallorder an.

Für Red Bull ist die Devise klar: Vettel soll sich darauf konzentrieren, den Grand Prix zu gewinnen, Webber braucht einen guten Start und muss rasch an Alonso vorbei. Ob es dann zu einem teaminternen Platztausch kommt, muss sich Vettel überlegen, wenn es so weit ist. Laut Helmut Marko wird es "schwierig", den Fahrertitel zu holen: "Jetzt müssen wir auf einen Superstart von Mark bauen und hoffen, dass es uns irgendwie gelingt, ihn mit der Boxenstrategie vor Alonso zu bringen."

Red Bull muss viel rechnen

"Wir werden jetzt alle Szenarien durcharbeiten. Es wird wahrscheinlich auch eine Frage sein, wie lange wer mit weichen Reifen fahren kann, bevor sie zerfallen. Unser Auto ist normalerweise gut auf weichen Reifen - vielleicht ist das eine Chance, Mark nach vorne zu bringen", so der Motorsportkonsulent, der angesichts der Startpositionen über den bisherigen Stallorder-Verzicht froh ist: "Da sieht man, wie schnell sich das Gerede über Stallregie als überflüssig erweist."

Rechnerisch einfacher, aber sicher nicht besser ist die Situation von Hamilton, der aus der ersten Reihe kommend ein aggressives Rennen fahren will und unbedingt gewinnen muss. Selbst dann ist er noch auf Schützenhilfe angewiesen, aber: "Für Lewis ist die Sache recht einfach: Er muss angreifen und versuchen, das Rennen zu gewinnen. Mehr können wir sowieso nicht tun", gibt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh zu Protokoll.

Von einer Brechstangen-Taktik hält der Brite übrigens trotz des großen Punkterückstands nichts: "Lewis wird nicht alles riskieren", kündigt Whitmarsh an. "Auch Sebastian wird nicht über Gebühr viel Risiko eingehen, denn er liegt ebenfalls etwas zurück. Es wäre auf jeden Fall dumm von Lewis, seine Nase in die erste Kurve hineinzuhalten und zu vermuten, dass Sebastian zurückziehen wird. Das wird er meiner Meinung nach nämlich nicht tun."

Fotoquelle: xpb.cc

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