Fernando Alonso probierte alles, kam aber nicht an Vitaly Petrov vorbei

Formel 1 2010

— 14.11.2010

Ferrari enttäuscht: "Das schmerzt, das schmerzt sehr"

Ferrari ist bitter enttäuscht, denn dem Team ist klar, dass eine Fehlentscheidung in Bezug auf die Strategie die Weltmeisterschaft gekostet hat

Rein rechnerisch hatte Fernando Alonso die besten Karten, beim letzten Formel-1-Rennen der Saison 2010 den WM-Titel zu gewinnen. Doch ein früher Boxenstopp warf den Spanier weit zurück, am Ende wurde er Siebter, was bei einem Sieg von Sebastian Vettel nicht mehr ausreichte. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister schaffte es nicht mehr, sich im Feld weiter nach vorne zu arbeiten, als er nach dem Stopp hinter den Renault von Vitaly Petrov zurückfiel. Teamkollege Felipe Massa holte als Zehnter den letzten Punkt.

In der Konstrukteursmeisterschaft belegt Ferrari mit 396 Punkten damit den dritten Rang hinter McLaren-Mercedes (454 Punkte) sowie vor Mercedes (214). Fernando Alonso darf sich mit 252 WM-Punkten und vier Zählern Rückstand zumindest über den zweiten Rang hinter Sebastian Vettel freuen. Felipe Massa kommt mit 144 Punkten auf die sechste Position.

"Es ist schade, an das Ende der Saison zu kommen und den Titel dann im letzten Moment zu verlieren", so Alonso. "Aber das ist Rennsport, das ist Sport. Heute ist alles schief gelaufen, vom Start an sich bis hin zur Strategie. Rückblickend wäre es besser gewesen, nicht so früh an die Box zu kommen. Aber das ist einfach zu sagen, wenn man alle Fakten vorliegen hat. Es war jedoch definitiv keine einfache Entscheidung."

"Ich möchte Red Bull und seinen Fahrern gratulieren. Im Verlauf der Saison hatten sie einen Tick mehr zur Verfügung stehen als wir, und sie verdienen es, dort zu stehen, wo sie heute sind. Ich hatte es während den vergangenen paar Tagen gesagt, es ist immer noch eine großartige Saison. Es waren ein paar sehr intensive Monate, und ich habe mich selbst in einem Team befunden, in dem einer wahnsinnige Atmosphäre herrscht."

"Nun gibt es etwas Traurigkeit, aber ich bin mir sicher, dass wir in ein paar Stunden mit einem freien Kopf beginnen werden, besser zu würdigen, was wir erreicht haben. Wir müssen so weitermachen, vereint und entschlossen bleiben. Wir müssen das kommende Jahr mit dem selben Willen angehen, welches dieses charakterisiert hat. Und ich habe schnell gelernt, dass dies auch im Ferrari-Blut ist. Wir müssen das Auto verbessern und sicher stellen, dass die Fehler die wir alle - wir Fahrer und das Team - während des Jahres gemacht haben, sich nicht wiederholen."

"Es ist wirklich schade, wie die Dinge in diesem Rennen gelaufen sind", so Massa. "Wir hatten entschieden, früh an die Box zu kommen, um zu versuchen, vor Webber zu bleiben. Aber das haben wir nicht geschafft, und wir steckten fast das gesamte Rennen über in Verkehr fest, sowohl ich selbst als auch Fernando. Unglücklicherweise waren die Autos vor uns auf den Geraden sehr schnell, und es war unmöglich zu überholen. Es ist schade, dass an einem fantastischen Ort wie diesem das Überholen so schwierig ist."

"Für mich war es definitiv keine großartige Saison, denn ich hatte erwartet, viel mehr aus ihr zu machen. Nun müssen wir reagieren und versuchen, uns so gut wie möglich auf die kommende Saison vorzubereiten. Wir haben Fehler gemacht, und wir müssen versuchen, sie nicht wieder zu wiederholen. Kommende Woche haben wir mit der neuen Reifen schon wieder zwei Testtage. Ich bin heiß darauf zu sehen, wie sie sich verhalten."

"Unsere Moral ist nach dem Ende dieser Saison unten, aber das ist Sport", so Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. "Wir hatten alles, um den Titel mit Fernando zu gewinnen, aber heute ist es nicht für uns gelaufen. Gleichzeitig möchte ich dem Team öffentlich dafür danken, dass es in der Lage war, in der letzten Runde immer noch um den Fahrertitel zu kämpfen, nachdem es seit dem Juli zurückgeschlagen hat, als beinahe alle dachten, dass es eine unmögliche Aufgabe ist."

"Wir haben daran bis zum Ende geglaubt, und das heutige Ergebnis sollte nicht vergessen lassen, was wir in dieser Saison erreicht haben. Mit der Ausnahme von zwei Jahren hat Ferrari in den vergangenen 14 Jahren das letzte Rennen der Saison entweder im Kampf um den Titel oder schon mit dem gewonnenen Titel aufgenommen."

"Fernando hatte eine außergewöhnliche Saison, er demonstrierte seine Stärke und Entschlossenheit, stand immer nahe zum Team und hat einen außergewöhnlichen Beitrag geleistet. Domenicali hat großartige Arbeit geleistet, hat das Team die gesamte Zeit über zusammengehalten, selbst in den schwierigsten Momenten."

"Es wird etwas Zeit benötigen, bis wir diese Enttäuschung verdaut haben, aber wir müssen unsere Köpfe aufrecht halten und stolz auf das sein, was wir geleistet haben. Abschließend möchte ich mich bei unseren Fans bedanken, welche immer an uns geglaubt haben. Wenn man so viele Ferrari-Flaggen und so viele Leute sieht, die hierhergekommen sind, um unseren Park in Abu Dhabi zu besuchen, so bin ich glücklich, dass Ferrari immer noch auf dem höchsten Niveau arbeitet, vor allem für sie."

"Im Moment herrscht große Traurigkeit", so Teamchef Stefano Domenicali. "Wir waren unserem Ziel so nahe gekommen und haben es lediglich um ein paar Punkte davon schwimmen sehen, das tut wirklich weh. In Bezug auf die Strategie haben wir aus drei Gründen eine falsche Entscheidung gefällt. Wir haben einen Rivalen mit zwei Autos berücksichtigt, wir waren übermäßig über die Abnutzungsrate der weichen Reifen besorgt, und wir haben nicht in Betracht gezogen, wie schwierig es ist, andere Autos auf dieser Strecke zu überholen."

"Nun gibt es keinen Grund, warum man die Gründe diskutieren sollte, wie wir zu dieser Entscheidung gekommen sind. Ob wir gewinnen oder verlieren, wir machen das zusammen als Team. In dieser Zeit möchte ich mich bei unseren Fans bedanken, die immer ihre große Zuneigung demonstriert haben."

"Dies war womöglich das schlechteste Rennen der Saison, aber wenn man es um eine Hand voll Punkte verliert, dann ist es klar, dass der Titel nicht hier verloren wurde, oder zumindest nicht nur hier."

"Ich möchte Fernando gratulieren, der ein außergewöhnlicher Fahrer und eine außergewöhnliche Person ist. Er hat die Macht der Führung sowohl im als auch außerhalb des Cockpits gezeigt, und wir werden alles tun, damit wir ihm und Felipe kommendes Jahr ein sogar noch besseres Auto geben können."

"Ich möchte dem Team für seine großartigen Anstrengungen bedanken, die es in seiner tagtäglichen Arbeit immer investiert hat, an der Strecke und zuhause. Nur ein paar Leute außerhalb des Unternehmens hatten Mitte Juli gedacht, dass wir es in der Weltmeisterschaft führend nach Abu Dhabi schaffen werden."

"Mit Sicherheit, ich wiederhole mich selbst, nun sind wir traurig, aber wir müssen unsere Köpfe aufrecht halten. Wir sind Ferrari, was bedeutet, dass wir verdammt sind, siegen zu müssen. Ein zweiter Platz ist aus diesem Grund eine Niederlage. Aber dies ist auch Teil des Sports, und das müssen wir akzeptieren. Abschließend Gratulation an Vettel, er hatte das schnellste Auto und am Ende war er der Beste, was die Punktetabelle beweist."

"Wir sind im Moment alle ziemlich down", so Chefingenieur Chris Dyer. "Wir hatten das Auto, das Team und den Fahrer, mit dem wir den Titel gewinnen konnten, aber wir haben das nicht geschafft, weil wir in Bezug auf die Strategie die falsche Entscheidung getroffen haben. Es gibt keinen Grund, Ausreden zu suchen."

"Wir konzentrierten uns zu sehr darauf, was Mark macht, und wir blieben dann im Verkehr stecken, und das hat uns den Titel gekostet. Man könnte sagen, dass wir zu sehr darauf schauten, was vor uns vonstattenging ohne dass wir schauten, was vor unserer Nase passierte. Es ist schade, denn so zu verlieren schmerzt, das schmerzt sehr."

Fotoquelle: xpb.cc

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