Bei Red Bull stieg am Abend eine große Feier mit jeder Menge Champagner

Formel 1 2010

— 14.11.2010

Red Bull: Jubel über "Lastminute-Weltmeisterschaft"

Erst im letzten Rennen übernimmt Sebastian Vettel die WM-Führung und wird Weltmeister - Enttäuschung bei Mark Webber über die nicht genutzte Chance

Für Sebastian Vettel war die Formel-1-Saison ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Zahlreiche Zwischenfälle, teils selbstverschuldet, teilweise ohne eigenes Verschulden, führten dazu, dass er eigentlich mit nur geringen Chancen auf den Gewinn des WM-Titels nach Abu Dhabi reiste. Aber wie so oft kam es in der Formel 1 zu einer Überraschung.

Mit einem perfekten Start sicherte sich Sebastian Vettel in der ersten Phase des Rennens die Führung, und während Fernando Alonso zu einem zu frühen Stopp an die Box kam, blieb der Red Bull-Pilot auf der Strecke und holte sich überlegen den Sieg und den WM-Titel.

Teamkollege Mark Webber hingegen war bereits vorzeitig aus der Entscheidung draußen, denn er fiel wie Alonso beim frühen Stopp zu weit zurück. Nachdem er erst einmal hinter Fernando Alonso gefallen war, schaffte er es nicht, den Ferrari-Piloten zu überholen, was für den Gewinn des WM-Titels notwendig gewesen wäre. Am Ende belegte ein enttäuschter Australier den achten Rang.

Die Saison beendet Red Bull mit 498 Zählern mit 44 Punkten Vorsprung auf McLaren-Mercedes. Sebastian Vettel hat 256 Punkte auf dem Konto, vier mehr als Fernando Alonso. Mark Webber belegte mit 242 Punkten die dritte Position.

"Ich bin sprachlos", so Vettel. "Ich weiß nicht, was man in solchen Momenten sagen sollte. Es war für mich selbst und für uns alle eine unglaublich harte Saison, körperlich und mental. Wir haben immer an uns selbst geglaubt - egal, was die Leute sagen -, an das Team und an unser Auto. Ich habe an mich selbst geglaubt, und das war heute rundherum ein spezieller Tag."

"Ich wachte am Morgen auf und versuchte, an nichts zu denken. Ich versuchte, Kontakt zu Leuten zu vermeiden und versuchte, lediglich mein eigenes Ding zu machen. Ich wusste, dass ich lediglich versuchen konnte, dieses Rennen zu gewinnen und mein Bestes zu geben."

"Wir haben diese Meisterschaft in dieser Saison lediglich einmal angeführt, aber dann, als es zählte. Das Auto war heute phänomenal. Am Start war es gegen Lewis Hamilton sehr eng, und ich hatte im ersten Abschnitt des Rennens etwas Graining, aber dann stabilisierte sich das Auto und war ein Traum."

"Um ehrlich zu sein, ich wusste nichts, bis ich die karierte Flagge erreicht hatte. Ich wunderte mich, denn mein Renningenieur Rocky versuchte, mir in jeder Runde Ratschläge zu geben, um mir dabei zu helfen, das Auto ins Ziel zu bekommen. Und ich dachte 'Warum ist dieser Kerl so nervös? Wir müssen uns in einer verdammt guten Position befinden!'."

"Dann überquerte ich die Ziellinie, und er meldet sich über Funk und sagte sehr leise 'Es sieht gut aus, wir müssen warten, bis alle Autos ins Ziel gekommen sind'. Ich dachte 'Was meint er?'. Denn ich hatte die Bildschirme nicht gesehen, ich wollte einfach sicherstellen, dass ich mich während des Rennens nicht ablenke und mich auf mich selbst fokussiere."

"Dann meldete sich Christian über Funk und schrie, dass wir die Weltmeisterschaft gewonnen haben. Ich muss mich bei so vielen Leuten bedanken. Und wir beginnen beim Team, das sind alle Leute hier an der Strecke und alle Leute in Milton Keynes. Sie machen wie verrückt Druck, und ich denke, dass sie diesen Moment so sehr genießen werden wie jenen in der vergangenen Woche."

"Aber auch zuhause in Österreich, wo man mich von Beginn an unterstützt hat. Es war mit Red Bull eine unglaubliche Reise, und nach allen Höhen und Tiefen in dieser Saison ist es unglaublich, hier anzukommen und die Meisterschaft zu gewinnen. Danke an alle, die ich seit den Anfängen im Kartsport kenne, und an jene in meiner Heimat in Heppenheim, danke euch so sehr."

"Das war ein großer Tag, und wir hatten die Chance, etwas unglaublich Einzigartiges zu schaffen, aber schlussendlich klappte das für uns nicht", so Webber. "Früh im Rennen wussten wir, dass wir etwas probieren und dazu die Strategie nutzen müssen, aber das erwischte uns auf dem falschen Fuß und Fernando kam an uns vorbei"

"Ich versuchte wirklich alles und wir haben alles gegeben, was wir konnten, aber schlussendlich reichte es nicht aus. Man muss den Hut vor Sebastian zehn, er hat das ganze Jahr über großartige Arbeit geleistet und die Meisterschaft beim letzten Rennen angeführt. Er hat das Timing richtig hinbekommen, und ich gratuliere ihm aufrichtig zur Weltmeisterschaft."

"Ich hatte bis zum letzten Rennen die Chance auf den Gewinn der Meisterschaft, ich muss also etwas richtig gemacht haben. Schlussendlich gibt es viele positive Dinge. Ich habe das Gefühl, dass ich den Großteil der Saison über sehr gut gefahren bin, und das ist für mich das Wichtigste."

"An diesem Wochenende hat es nicht geklappt, und das ist schade, aber es ist eine gute Zeit, um in den kommenden Wochen zurück zu blicken und auf die Höhepunkte und die Tiefen zurück zu blicken, aber das ist der Sport, wie er manchmal ist."

"Während den vergangenen paar Wochen gab es ein paar Emotionen. Wenn man so nahe an die Spitze kommt, und sie so knapp verpasst, ist das schade. Aber ich habe absolut alles gegeben und hatte um mich großartige Jungs herum. Ich denke, dass es für das Team nicht schlecht ist, zwei Meisterschaft geholt zu haben, und ich werde kommendes Jahr wieder kämpfen."

"Ein unglaublicher Ausgang", so Teamchef Christian Horner. "Das erste Mal, dass Sebastian die Meisterschaft angeführt hat, war beim letzten Rennen des Jahres. Aber das ist ohne Zweifel die einzige Zeit, in der man sie anführen muss. Er war das gesamte Jahr über bei der Musik, er hatte ein paar schwierige Zeiten, und er hatte hier und dort seine Probleme mit der Zuverlässigkeit, aber er hat den Fokus nicht verloren."

"Er ist der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten, und er ist ein sehr verdienter Weltmeister. Er hatte sich das mit dem, was er auf der Strecke geleistet hat, verdient, und das gesamte Team ist gewaltig stolz auf das, was er heute erreicht hat."

"Bei alldem dürfen wir Mark nicht vergessen und den unglaublichen Job, den er dieses Jahr erledigt hat. Er ist überragend gut gefahren, hat vier Rennen gewonnen und bis zum letzten Rennen Chancen auf den WM-Titel. Der Titel hätte in diesem Jahr an beide gehen können, und es ist ein großartiges Privileg, diese beiden Jungs in unserem Team zu haben."

"Aber der heutige Tag gehört Sebastian Vettel, und es ist fantastisch, Herrn Mateschitz hier zu haben, als Zeugen unserer ersten Fahrerweltmeisterschaft. Das war für das Team eine sehr gewaltige und emotionale Woche, und ich möchte mich bei jedem einzelnen Teammitglied, allen Lieferanten, allen bei Red Bull und Dietrich Mateschitz für seine unbeirrbare Unterstützung bedanken. Das war eine sehr, sehr gewaltige Woche."

"Ich muss erneut 'Wow!' sagen und das so kurz nach Interlagos", so Renault-Chefingenieur Fabrice Lom. "Das ist ein großartiger Moment. Sebastian hat mit seinen tollen Fahrten die mechanischen Probleme und Motorenschäden überspielt, die wir hatten. Wir hatten solch ein großartiges Jahr und haben beide Titel gewonnen."

"Wir sind wirklich stolz, Motorenpartner von Red Bull zu sein, und stolz, Sebastian zu diesem Titel verholfen zu haben. Das beendet dieses Jahr 2010 auf großartige Weise. Ich möchte mich bei allen Jungs in der Fabrik bei Red Bull, bei allen in der Renault-Fabrik in Viry-Chatillon und allen bei Mechachrome für dieses fantastische Jahr bedanken, das wir alle zusammen geteilt haben."

Fotoquelle: xpb.cc

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