Mark Webber ertrug die Vettel-Mania in Salzburg mit viel Geduld und Größe

Formel 1 2010

— 17.11.2010

Als Weltmeister in Rente: Webber dachte darüber nach

Mark Webber wäre als Weltmeister möglicherweise zurückgetreten, erträgt nun aber die Vettel-Mania mit Größe und will nächstes Jahr wieder zurückschlagen

Die vergangenen Tage waren für Mark Webber nicht einfach: Erst verlor er am Sonntag den WM-Titel, den noch dazu ausgerechnet sein Teamkollege Sebastian Vettel gewann. Und während Vettel beim Red-Bull-WM-Empfang in Salzburg frenetisch gefeiert wurde, saß Webber meistens ein wenig bedröppelt daneben und ließ das Brimborium über sich ergehen.

Umso mehr freute er sich darüber, wenn sich in der Vettel-Mania auch jemand für ihn interessierte: "Dass sich viel um den Sieger drehen würde, wenn ich hierher mitkomme, war vorhersehbar", antwortet er auf die Frage von 'Motorsport-Total.com', wie schwierig es ist, das Medienaufkommen zu ertragen, wenn man nicht Weltmeister ist. Und: "Sebastian ist der Sieger, daher kommt das total erwartet und ich finde es ganz normal. Es kann halt nur einen Weltmeister geben."

Verständnis für die Vettel-Mania

Webber zeigt auch Verständnis dafür, dass sich die Medien gerade im deutschsprachigen Raum mehr für den neuen Champion interessieren: "Deswegen seid ihr Jungs hier, weil es eine großartige Story ist. Ich hätte ja auch nicht herkommen können, aber das Team hat mich gefragt, ob ich mitkomme, und ich habe zugesagt." Umso schöner war der Moment, als es am Montagabend bei der Red-Bull-Party am Hangar-7 Standing Ovations für ihn gab: "Ein ganz besonderer Moment!"

Der Gedanke "Das könnte auch ich sein" ging ihm bei dem ganzen Wirbel um Vettel aber sehr wohl einige Male durch den Kopf: "Klar, das ist natürlich so. Es ist aber nicht so, dass ich dort sitze und mir denke: 'Der Kerl verdient das nicht, er ist nicht gut genug.' Er ist gut genug, hat gute Arbeit geleistet", spricht er seinem Teamkollegen, mit dem er sich nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi ausgesprochen hat, ein Kompliment aus.

Außerdem sagt Webber: "Man will natürlich niemals verlieren, aber wenn man schon verliert, dann am liebsten gegen Weltklasseleute wie Hamilton, Alonso, Seb, Kubica, die allesamt gute Autos haben. Das muss man sich schon vor Augen halten - und nächstes Jahr werde ich es wieder probieren." Ob er auch als Weltmeister noch einmal in die Formel 1 zurückgekehrt wäre, wird hingegen trotz eines bestehenden Vertrags von vielen Beobachtern im Paddock bezweifelt.

2011 ein neuer Anlauf

Nun deutet er zwischen den Zeilen erstmals selbst an, dass er den Helm möglicherweise an den Nagel gehängt hätte: "Vielleicht war es gar nicht so schlecht so, denn wer weiß, was passiert wäre, wenn es andersrum gekommen wäre?", sucht Webber etwas Positives am verpassten WM-Titel und fügt im Hinblick auf die kommende Saison an: "Ich weiß aber, wie ich ticke, und ich weiß, dass mein Feuer wieder lodern wird."

"Natürlich bin ich jetzt extrem frustriert, aber ich werde mich langsam wieder aufrappeln. Das ist das Wichtigste", gibt der 34-jährige Australier zu Protokoll und sagt kämpferisch: "Ich werde mich wieder aufrappeln und irgendwann ganz automatisch einen Punkt erreichen, wo das Feuer wieder zu lodern beginnt. Solange das Feuer noch lodert, ist alles gut. Wenn das nicht mehr der Fall ist, solltest du besser aufhören."

Außerdem ist er mit seiner Performance keineswegs unzufrieden: "Es ist unheimlich schwierig, überhaupt so weit zu kommen. Wir haben es an Felipe gesehen, der schon nach drei Monaten weg vom Fenster war. Das kann wirklich schnell passieren. Es ist wie bei einem Fußballteam: Es dauert extrem lange, die Leiter hochzuklettern, aber runterzufallen geht ganz schnell. Ich habe auf jeden Fall vor, so lange wie möglich da oben zu bleiben", so Webber.

Fotoquelle: xpb.cc

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