Mark Webber sucht jetzt Erholung nach einer anstrengenden Saison 2010

Formel 1 2010

— 20.11.2010

Webber: Es gibt auch schöne zweite Plätze

Warum Mark Webber mit seiner Saison 2010 zufrieden ist - Die große Chance auf den Titel verpasst, aber großartige Einzelerfolge gefeiert

Mark Webber hatte schwierige Tage hinter sich. Zuerst verpasste der Australier am Finalwochenende in Abu Dhabi die große Chance auf den Weltmeistertitel, anschließend musste er tagelang bei PR-Terminen von Red Bull gute Miene zum - aus seiner Sicht - traurigen Spiel machen. Ausgerechnet Teamkollege Sebastian Vettel hatte sich die Krone geholt, sodass für Red Bull und die Piloten viele Auftritte im Rampenlicht auf dem Programm standen.

In all seiner Enttäuschung blieb Webber gelassen. Er trat beim großen Empfang in Salzburg souverän auf, erntete für seine Erfolge und seine Art tosenden Applaus. Dieser Zuspruch macht es dem 34-Jährigen etwas leichter, nun die positiven Aspekte des Jahres 2010 in den Vordergrund zu rücken. "Monaco war mit der ganzen Geschichte sicher ein Highlight, aber es gibt auch einige sehr gute zweite Plätze", sagt Webber.

"Seb und ich haben das Beste aus unseren Autos und aus uns selbst rausgeholt", erklärt der Australier die Vorzüge eines teaminternen Duells, in dem er letztlich unterlag. "Es gibt einige sehr wertvolle Podestplätze. Klar, ein Sieg ist immer schön, aber nehmen wir Brasilien: Wir wurden dort Konstrukteurs-Weltmeister, also war es ein sehr schöner zweiter Platz. Manchmal sind auch die Erfolge schön, bei denen man in der zweiten Reihe steht."

Zweite Plätze können auch was haben

Nicht falsch verstehen: Webber ist niemand, der sich auf Dauer mit zweiten Rängen zufrieden gibt. "Wenn du so eine Saison hast, dann gibt es immer Dinge, die du ein bisschen besser hättest machen können", analysiert er. Vor allem der Fahrfehler von Südkorea, als sich der Red-Bull-Pilot früh aus dem Rennen drehte, wird wohl noch eine Weile haften bleiben.

"Es gibt keinen einzigen Fahrer, der eine perfekte Saison hatte", relativiert Webber jedoch. "Ich würde im Nachhinein betrachtet zum Beispiel die Kurve in Südkorea ein bisschen anders anfahren, aber jetzt darüber zu jammern, bringt nichts, denn in dem Moment bin ich nun einmal so gefahren. Jeder kann solche Situationen erzählen."

Die Folgen des Fahrradunfalls

Der ältere der beiden "Bullenreiter" will sich nun zunächst in seiner Heimat erholen. Außerdem steht noch einmal ein medizinischer Eingriff bevor, der seine Geschichte im Fahrradunfall vor der Saison 2009 hat. "Der Fahrradunfall war eine sehr schwierige Zeit für mich. Es wurde viel darüber geredet, weil eine Verletzung der Formel 1 ungewöhnlich ist, aber in anderen Sportarten gehört das dazu."

Webber hatte sich damals nicht nur ein Bein gebrochen, sondern - wie sich erst später herausstellte - auch eine Schulterfraktur zugezogen. "Viele Menschen auf der Welt ziehen sich viel ernsthaftere Verletzungen bei solchen Unfällen zu, also musste ich einfach den Kopf senken und damit zurechtkommen. Es hätte auch anders ausgehen können, aber unterm Strich hatte ich Glück, dass es so gekommen ist", hakt er das Thema schnell ab.

Fotoquelle: xpb.cc

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