Sebastian Vettel war wenige Tage nach dem Titelgewinn wieder im Testeinsatz

Formel 1 2010

— 21.11.2010

Vettel: "Man darf nie den Glauben verlieren"

Sebastian Vettel hat ein paar Tage nach seinem Titelgewinn die Geschehnisse reflektiert - Der Deutsche ist stolz auf das Erreichte und blickt motiviert nach vorne

Während Sebastian Vettel seinen Weltmeistertitel gefeiert hat, haben zahlreiche Nachwuchsfahrer in Abu Dhabi bei den Young-Driver-Tests Formel-1-Luft geschnuppert. Viele von ihnen sind nicht viel jünger als der Deutsche, aber während die einen von der Königsklasse träumen, hat Vettel bereits den Gipfel errungen. In drei vollen Saisons hat der 23-Jährige 15 Pole-Positions und zehn Siege geholt.

"Aus der Distanz sieht es natürlich so aus, als wäre meine Karriere sehr schnell verlaufen, ich nehme aber nur einen Schritt nach dem anderen", wird Vettel von 'Formula1.com' zitiert. "Auf diese Art geht man jede einzelne Aufgabe separat an und geht nur für kurze Momente vom Gas, um seine Position zu identifizieren. Natürlich, wenn man sieht, was die Formel 1 bedeutet, dann sieht es sehr irrational aus."

"Vor ein paar Tagen habe ich nachgedacht, wann ich zum letzten Mal ein Formel-1-Rennen im Fernsehen gesehen habe. Aber wie hätte ich das zuletzt tun können? Ich bin jetzt ein Teil der Formel 1. Vor gar nicht allzu langer Zeit war es für mich ein aufregendes Erlebnis, die Rennen im Fernsehen zu verfolgen. Jetzt bin ich der Weltmeister. Unglaublich!"

Vettel ist der jüngste Fahrer in den Punkterängen, der jüngste Pilot auf der Pole-Position und der jüngste Sieger der Geschichte. Nun der Titel. "In Wahrheit ist das für mich nicht wichtig. Es zählt mehr, was wir erreicht haben, die Siege und der WM-Titel. Wer weiß, was die Zukunft noch für mich parat hält? Jetzt bin ich sehr glücklich mit dem Erreichten. Ich weiß, dass ich nicht der älteste Fahrer in der Startaufstellung bin. Ob die Dinge schwieriger werden, je älter man wird, kann ich jetzt noch nicht wissen."

Jeder Weltmeister ist anders, hat seinen eigenen Charakter und Persönlichkeit. Wie sieht sich Vettel selbst? "Dass ich niemals aufgebe ist sicher ein starker Charakterzug von mir. Ich habe die Tabelle nur einmal angeführt, nämlich am Ende - als es gezählt hat. Ich erinnere mich, dass ein gewisser James Hunt auf die gleiche Art 1976 gewonnen hat. Ich glaube, derzeit gibt es eine Reihe von Fahrern, die auf einem sehr hohen Level sind. Es kann aber nur einer gewinnen."

"Purer Speed ist nur ein Faktor. Um schlussendlich zu gewinnen sind mehrere Faktoren wichtig. In einer langen Saison ist es manchmal verlockend, die Zügel schleifen zu lassen. Man muss sich aufrütteln können und manchmal die Dinge so machen, wie man es für richtig hält. Am wichtigsten ist aber, dass man nie den Glauben an sich selbst verliert. Das Team hat mir immer das Gefühl gegeben, dass sie an mich glauben. Sie haben nie damit aufgehört - egal, wie es auch ausgesehen hat."

Fotoquelle: xpb.cc

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