Sebastian Vettel zeigte sich beim Heimatbesuch in Heppenheim gut gelaunt

Formel 1 2010

— 21.11.2010

Vettel: Auch in Heppenheim schneller als erwartet

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel überrascht seine Fans mit einer überpünktlichen Ankunft in der Heimat Heppenheim

Tausende Fans warten teils seit Stunden in der kalt-feuchten Luft von Heppenheim. Die örtlichen Politiker "heizen" der Menge mit warmen Worten ein, von verschiedenen Bühnen dröhnt Musik. "Sebastian, Sebastian" rufen die Fans, verstummen aber plötzlich. Der Grund: Der neue Weltmeister hat sich für 14:30 Uhr angekündigt, kommt aber bereits zehn Minuten vorher klammheimlich auf die Bühne.

"Leider könnt ihr nicht alle hier oben stehen, es haut einen fast um. Vielen, vielen Dank", sagt Vettel in Richtung seiner Fans. Auf der Bühne auf dem Heppenheimer Europaplatz zückt der 23-Jährige sein Handy und hält den Moment per Foto fest. "Hände hoch", ruft er in die Menge, die prompt noch einmal großen Jubel anstimmt.

"Die Fotos kommen bei mir ins Schlafzimmer", lacht Vettel. Der Empfang in der Heimat toppe das Gefühl vom Siegerpodest in Abu Dhabi. "Hier ist es viel besser", sorgt der Red-Bull-Star für erneuten Jubel. "So viele Leute waren nicht in Abu Dhabi. Es ist meine Heimatstadt, viele Gesichter kenne ich. Man reist durch die Welt, es gibt bei Siegen auch Applaus. Aber wenn es vom heimischen Publikum kommt, dann ist das noch mal etwas anderes."

"Es ist ein schöner Fleck. Wir alle wissen, was wir an Heppenheim haben", macht Vettel Werbung für die Region an der Bergstraße. "Ich bin ein ganz normaler Bub. Ich komme aus Heppenheim, bin ganz normal aufgewachsen. Es ist wichtig, dass man so bleibt wie man ist", erklärt der Weltmeister. Hessen habe ihm auf diesem Weg geholfen. "Hier bekommt man die Bodenständigkeit gleich mit in die Wiege gelegt."

"Ich bin kein Schauspieler, habe viel Spaß daran, im Kreis zu fahren. Scheinbar klappt das ganz gut", beschreibt der neue Champion bescheiden. Schon jetzt erwarten einige neue Rekorde. "Was Michael damals erreicht hat, war einzigartig. Natürlich strebt man so etwas an, aber da muss man mit den Füßen auf dem Boden bleiben."

"Jeder verlangt etwas von einem und man kann es nicht allen recht machen. Ich konnte auch nicht früher nach Heppenheim kommen, es hat einfach nicht gepasst. Die letzte Nacht war die erste, wo ich wirklich mal ausschlafen konnte", wirbt Vettel um Verständnis für die Wartezeit auf seinen Heimatbesuch. In den vergangenen zwei Tagen genoss er die Arbeit beim Reifentest in Abu Dhabi.

"Es war ruhiger. Es ist zwar auch anstrengend, man hat den ganzen Tag zu tun beim Test. Aber es gibt nicht so viele Fragen", lacht Vettel. "Jetzt genieße ich den Erfolg dieses Jahres. Für Red Bull ist das was Großes, das dürfen wir genießen. Beim Test gab es neue Reifen, da habe ich richtig Lust gehabt und deswegen gleich beide Tage gebucht", meint der Youngster, dessen Teamkollege sich in Australien ausruhen durfte.

"Es kommt noch die ein oder andere Nacht auf uns zu, wo kräftig gefeiert wird", verspricht der neue Superstar. "Das ist unwirklich. Jeder setzt sich ein Ziel. Wenn man dieses Ziel erreicht hat, dann ist das ein komisches Gefühl. Da braucht man Momente für sich, um das zu verstehen. Es ist mittlerweile etwas eingesunken. Wenn man in Ruhe auf dem Bett sitzt, dann denkt man: Es ist ja alles tatsächlich so."

"Es gab Momente, wo uns viele einen Strich durch die Rechnung machen wollten. Es ist toll, dass einen so viele Leute unterstützen. Wenn so viele an einen glauben, dann fällt es einem leichter, an sich selbst zu glauben", sagt Vettel über den Weg zum Erfolg. Einen wichtigen Termin hat er am 10. Dezember vor sich: die offizielle Pokalübergabe auf der FIA-Gala. "Dann die Trophäe in der Hand zu halten, von der ich immer geträumt habe, wird etwas ganz Besonderes."

In den vergangenen Tagen ist Vettel in der Öffentlichkeit groß gefeiert worden. Auch in der Formel-1-Szene gab es viel Zuspruch für den neuen Weltmeister. Die beiden McLaren-Stars Lewis Hamilton und Jenson Button gehörten beispielsweise zu den ersten Gratulanten. "Fernando Alonso hat immer noch nicht gratuliert", lacht Vettel und ruft lautstark ins Publikum: "Heppenheim hat's ihm weggeschnappt!"

Nach seinem Erfolg wurde Vettel in den vergangenen Tagen schon mit einem zukünftigen Wechsel zu Ferrari in Verbindung gebracht. Pikant: Bei seinem Auftritt in Heppenheim trug er Schuhe in Ferrari-Rot. "Für die Zukunft", kommentiert Vettel amüsiert. Er fügt mit ernstem Blick hinzu: "Ich habe nicht vor, die Farben zu wechseln. Ich bin glücklich."

Zusätzliche Lacher gab es, als Überraschungsgast Bülent Ceylan die Bühne betrat. Der Gewinner des deutschen Comedypreises ist ein guter Freund des 23-Jährigen. "Er fährt wie ein Türke - aggressiv, aber integriert", sorgt Ceylan für gute Unterhaltung. Vettel lässt mit einem Konter nicht lange auf sich warten: "In Hockenheim haben wir ein Foto zusammen gemacht, da habe ich meinen Arm um ihn gelegt. Ich habe nur Haare gefühlt, wie bei einer Frau", lacht Vettel mit Blick auf die lange Mähne des Comedians.

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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