Die Formel 1 ist bei der TV-Übertragung nicht auf dem modernsten Stand

Formel 1 2010

— 21.11.2010

LG-Vizepräsident: TV-Bilder in HD kommen demnächst

Demnächst soll die Formel 1 in HD-Auflösung ausgestrahlt werden - LG Electronics beschäftigt sich bereits mit den Nachfolgebildern in 3D

Beim Fernsehstandard hinkt die Formel 1 den amerikanischen TV-Anstalten noch hinterher. Die Fans in den USA sehen seit Jahren die NASCAR und IndyCar-Serie in HD-Auflösung und bekommen obendrein 5.1-Sound geliefert. Die Formel 1 wird nach wie vor in der Standardauflösung gesendet, obwohl in den Haushalten HD-fähige Fernseher schon weit verbreitet sind. LG Electronics ist der technische Partner der Formel 1 und beschäftigt sich mit neuen Arten der Fernsehübertragung. 3D ist dabei ebenfalls schon in der Testphase.

Andrew Barett ist Vizepräsident von LG und hofft auf die Einführung der HD-Übertragungen ab 2012. "Ich kann nicht für Bernie Ecclestone sprechen, aber je früher desto besser. Die Fans haben sich bereits die Fernseher gekauft und wir alle haben schon HD-Bilder gesehen. Es ist klar besser als die Standardauflösung. Der Fan wird das sofort verstehen und außerdem kann es jeder haben, denn fast jeder hat schon einen HD-Fernseher daheim stehen", wird Barett von 'Autosport' zitiert.

"Es kann nicht früh genug kommen und ich hoffe, es ist schon im nächsten Jahr soweit. Ich bin sehr hoffnungsvoll, dass es schon im nächsten Jahr kommt. 90 Prozent der Fernseher, die wir verkaufen, sind Full-HD. Fast alle Geräte, die in den vergangenen Jahren gekauft wurden, sind zumindest HD-Ready. Die Umstellung ist praktisch vollzogen." Fehlen noch die Bilder dazu.

Am nächsten Schritt, nämlich der Übertragung in 3D, wird bereits gearbeitet. "3D ist aber noch weit weg und es wird sicher nicht 2012 kommen. Es war meine Entscheidung. Ich würde nicht auf 3D wechseln, wenn es noch nicht genügend Fernseher und Kunden gibt, die die Kosten für den Wechsel rechtfertigen würden. Aber HD brauchen wir jetzt alle", sagt Barrett bestimmt.

Sterile Strecken bereiten Probleme für 3D-Bilder

In Montreal hat LG einige Aufnahmen in 3D gemacht. Dabei sind Formel-1-spezifische Probleme aufgetreten. "Wenn man das Material von Kanada mit anderen Videos in 3D vergleicht, dann hat die Formel 1 noch einen langen Weg vor sich, bevor es eine perfekte und unglaubliche Erfahrung wird", schätzt Barrett.

"Man sieht aber bereits, dass der Samen der Idee erste Früchte trägt. Nahaufnahmen und Zeitlupen sehen schon sehr gut aus. Bilder von der Boxengasse und den Garagen sind ebenfalls schon unglaublich gut. Die Wahrnehmung des Renngeschehens ändert sich hingegen nicht stark. Die Autos sind so schnell, dass die Technologie und unsere Augen das schon live vor Ort schwer verfolgen können - und schon gar nicht in 3D. In diesem Bereich ist es noch ein langer Weg."

Die Gründe für die Probleme bei 3D-Aufnahmen sind im Sport selbst begründet. "Soweit ich bisher gesehen habe, hat der Sport selbst Limits, um wirklich für 3D optimiert zu werden", so Barrett. "Nehmen wir zum Beispiel eine Onboard-Kamera in 3D her: Sie ist fix montiert, die Distanz der Hände bleibt gleich und die Nase des Autos bleibt auch immer gleich weit entfernt. Man bekommt dabei also keinen guten 3D-Effekt, denn in der Tiefe ändert sich nicht viel."

"Auf vielen Strecken sind die Autos auch weit entfernt", spricht Barrett die großzügigen Auslaufzonen an. "Die Strecken sind steril und sauber, um genügend Sicherheit zu bieten. Es gibt also nicht viele Objekte zwischen dir, den Autos und der Kamera, die ein Tiefengefühl erzeugen. Es hat also viel mit der Natur des Sports zu tun."

Aber nicht alle Strecken haben endlose Auslaufzonen. "Es gibt Kurse, auf denen es wirklich funktionieren könnte. In Monaco gibt es so viele Farben, Gebäude, Hintergründe und die Bewegungen der Leute, des Wassers und der Bäume. Ein Ort wie dieser kann in 3D wirklich spektakulär aussehen. Leider sind die meisten Strecken aber nicht für eine 3D-Erfahrung gemacht."

An einem Ort gibt es immer viele Objekte und kleine Details zu entdecken: in der Boxengasse. "Die Videos der Garagen sind unglaublich. Ich hatte die Chance, vor der Red Bull und der Lotus-Box zu stehen, und mir die Aktivitäten anzusehen. Es ist eine dreidimensionale, hektische Welt."

"Auf einem normalen Fernseher sieht das flach aus und wir sehen nicht wirklich, was sich im Hintergrund genau abspielt. Wenn man diese Bilder in 3D sieht, dann sieht man die komplette Tiefe der Box. Man sieht Menschen von vorne nach hinten gehen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Aktivitäten da passieren", schwärmt der LG-Vizepräsident.

Um ein richtiges 3D Bild zu erzeugen, sind mehrere Ebenen nötig. "Man braucht den Gegenstand, auf den sich das Auge fokussieren soll. Dann muss es etwas davor und etwas dahinter geben. Dann bekommt man den Tiefeneindruck und es entstehen extrem gute 3D-Bilder. Wenn eine dieser drei Ebenen fehlt und dein Objekt nicht in der Mitte ist, dann ist der Effekt schwierig zu sehen."

In den Kinos tauchen immer mehr Filme in 3D auf, bei der Formel 1 wird es mit dieser Technologie also noch etwas dauern. HD könnte bereits in der nächsten Saison kommen. Definitiv entschieden ist aber noch nichts.

Fotoquelle: xpb.cc

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