Willi Weber sucht für Nico Hülkenberg ein neues Formel-1-Renncockpit

Formel 1 2010

— 23.11.2010

Hülkenberg: Force India, what else?

Kein Nespresso, sondern hoffentlich ein Formel-1-Cockpit für Nico Hülkenberg: Neben Force India gibt es nur noch eine andere Grand-Prix-Möglichkeit

108 Tage vor Beginn der Formel-1-Saison 2011 hat Nico Hülkenberg noch keinen neuen Vertrag in der Tasche. Nach dem überraschenden Rauswurf bei Williams, wo neben Routinier Rubens Barrichello ein Paydriver an Bord kommen soll, gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten, als Rennfahrer in der Königsklasse des Motorsports zu bleiben.

"Es gibt noch Optionen, aber nicht allzu viele", erklärt Hülkenbergs Manager Willi Weber gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Denn die vier Topteams sind schon lange zu und die drei Nachzügler Lotus, HRT und Virgin kommen als Alternativen nicht in Frage: "Es hat ja keinen Sinn, wenn er Lotus fährt. Das bringt ihm nichts, das führt zu nichts, da kommen wir nicht weiter", sagt Weber und bestätigt Verhandlungen mit Force India: "Da laufen noch Gespräche."

Mit Force India wiederum ist sich Adrian Sutil laut Aussage seines Managers Manfred Zimmermann "grundsätzlich einig", aber viele Insider fragen sich, warum dann nicht schon vor Wochen ein Vertrag unterschrieben wurde. Die Tage von Vitantonio Liuzzi beim Team aus Silverstone scheinen gezählt zu sein, Mercedes-DTM-Pilot Paul di Resta besitzt hingegen sehr gute Karten, wie man hört. Aber: Hülkenbergs Pole-Position in São Paulo soll Teamchef Vijay Mallya beeindruckt haben.

Zwei Optionen: Force India und Toro Rosso

Aus dem engeren Umfeld des 23-jährigen Ex-Williams-Piloten hört man indes, dass Force India nicht die einzige Option auf ein Formel-1-Stammcockpit sein soll. Nur: Zieht man die vier Topteams (alle Cockpits besetzt) und die drei kleinen Teams (laut Weber nicht interessant) ab, bleiben nur noch Renault, Force India, Sauber und Toro Rosso übrig. Über Force India spricht Weber ganz offen, womit sich der Kreis eigentlich auf drei Teams reduziert.

Weber bestätigt Informationen von 'Motorsport-Total.com', wonach bei Renault kein Platz mehr frei ist ("Petrov ist fest drin"), bei Sauber sind Kamui Kobayashi und Sergio Pérez bestätigt - also muss es sich bei der zweiten Option neben Force India um Toro Rosso handeln. Die Chancen dort sind allerdings nur klein, denn selbst wenn Sébastien Buemi oder Jaime Alguersuari wider Erwarten gefeuert werden sollte, stünde mit Daniel Ricciardo schon ein weiterer Red-Bull-Junior parat.

Die Variante Mercedes-Testfahrer, die gestern erstmals medial ins Spiel gebracht wurde, ist für Weber neu: "Ich weiß nicht, wo das herkommt. An mich hat sich niemand gewandt", wundert sich der ehemalige Manager von Michael Schumacher, fügt aber an: "Wenn uns zum Beispiel Ferrari anruft und sagt, sie suchen einen Testfahrer, dann wäre das sicherlich eine Option. Aber dann wollen wir die Sicherheit, 2012 wieder im Auto zu sitzen."

Aktiv verfolgen will er den letzten Strohhalm, dritter Fahrer bei einem Topteam zu werden, vorerst nicht: "Das kann man immer noch machen", winkt er im Interview mit 'Motorsport-Total.com' ab. "Ich würde es natürlich begrüßen, wenn wir ein Stammcockpit bei einem etablierten Team bekommen. Sollte das nicht passieren, dann ist die logische Schlussfolgerung, als Plan B zu einem Topteam zu gehen und zu versuchen, dort als dritter Fahrer unterzukommen."

Einmal Paydriver, immer Paydriver

"Das Letzte" ist für Weber, Hülkenberg mit Sponsorengeldern bei einem Team zu platzieren, "denn wenn Sie einmal Geld zu einem Formel-1-Rennstall mitbringen, dann müssen Sie immer bezahlen, bis an Ihr Lebensende." Und: "Wenn Sie das Geld einmal nicht finden, fahren Sie keine Formel 1 mehr. Das ist nicht der Weg, den ich einschlage." Abschließend fügt er noch an: "Ich würde mich freuen, wenn sich Mercedes melden würde..."

Das ist möglicherweise gar nicht ausgeschlossen: "Wir haben aktuell keinen Kontakt, aber ich bin absolut happy darüber, mir jede Möglichkeit zu überlegen", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug gestern im Rahmen einer Telefonkonferenz anlässlich des bevorstehenden DTM-Finales in Schanghai. Zudem findet der Deutsche: "Ich glaube, dass sich Nico Hülkenberg auf jeden Fall eine Formel-1-Karriere verdient hat."

Ob die Mercedes-Ersatzbank eine gute Option wäre, sieht Haug differenziert: "Das Problem bei Testfahrern ist, dass er so gut wie gar nicht fährt, Simulatorarbeit macht und wartet, bis ein Stammfahrer ausfällt, damit er möglicherweise zum Einsatz kommt. Das Testen, wie das früher der Fall war, gibt es nicht mehr. Wenn eine Karriere geradlinig fortgesetzt werden soll, dann ist es unter Umständen besser, vielleicht sogar mit einem zweit- oder drittklassigen Team weiterzufahren."

An Hülkenbergs Qualitäten hat er aber keine Zweifel: "Wenn jemand auf die Pole-Position fahren kann - wenn auch unter besonderen Bedingungen, denn Williams hat die Chance genutzt, das Auto auf diese Bedingungen zu trimmen -, dann muss der das können, denn das Auto fährt nicht von alleine. Ein Fahrer, der die GP2-Meisterschaft gewonnen hat, muss das auch können, das ist ganz klar", streut Haug seinem deutschen Landsmann Rosen.

Fotoquelle: xpb.cc

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