Liuzzi glaubt nicht, dass er beim Pirelli-Test letztmals im Force India saß

Formel 1 2010

— 25.11.2010

Liuzzi: "Team gab mir das Zeichen, dass ich bleibe"

Warum Liuzzi sicher ist, dass er und nicht di Resta das zweite Force-India-Cockpit bekommt und welche Strategie er hinter den schwachen Pirelli-Hinterreifen vermutet

Bei Force India ist immer noch offen, welche Piloten für den Rennstall in der kommenden Saison an den Start gehen werden. Adrian Sutil hätte einen Fixplatz, doch um das zweite Cockpit gibt es derzeit ein Tauziehen zwischen Tonio Liuzzi und Ersatzpilot und DTM-Ass Paul di Resta. Der Schotte wird von Mercedes unterstützt - die Stuttgarter liefern in der kommenden Saison nicht nur den Motor an Vijay Mallyas Team, sondern auch das Energierückgewinnungssystem KERS. Da es Force India an Geld mangelt, ist Mercedes bezüglich des zweiten Cockpits in einer guten Verhandlungsposition.

Dennoch glaubt Liuzzi fest daran, auch 2011 im Force-India-Boliden zu sitzen. "Natürlich werde ich derzeit viel gefragt, ob ich auch nächstes Jahr bei Force India sein werde", schreibt er in seiner Kolume auf 'ESPNF1.com'. "Ich bin ziemlich zuversichtlich, denn das Team hat mir das Zeichen gegeben, dass alles gleich bleibt - ich habe ja einen Vertrag." Dass Verträge in der Formel 1 oft nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind, weiß der Italiener: "Natürlich ist die Formel 1 ein sehr spezielles Business, wo man oft bis zur letzten Minute im Dunkel tappt, doch ich fühle mich wohl und alles sollte bald geklärt sein."

Doch worauf stützt sich Liuzzis Zuversicht? Der 29-Jährige geht ins Detail und bestätigt, dass der Teamchef selbst ihm und seinem Manager Peter Collins sein Wort gegeben hat. "Mein Manager und ich haben ein gutes Verhältnis zu Teamboss Vijay Mallya und er war mir immer sehr wohl gesonnen. Ich habe nicht das Gefühl, dass er etwas verändern will, doch wir werden sehen. Bis es eine Bekanntgabe seitens des Teams gibt, bedeutet das für uns etwas Kopfweh, doch das gehört dazu, wenn man in der Formel 1 fahren will."

Pirelli-Test: Liuzzi klagt über schnell abbauende Hinterreifen

Beim Pirelli-Test kam Liuzzi nur an einem der beiden Tage zum Einsatz, während di Resta den Großteil des Testprogramms absolvierte. Auch Sutil fuhr an beiden Tagen. Der Schotte war um mehr als eine halbe Sekunde schneller als sein italienischer Cockpitrivale. Dennoch zieht Liuzzi nach den ersten Tests mit den Pirelli-Reifen ein positives Fazit: "Der Eindruck ist definitiv positiv, denn ich habe mit einem viel größeren Unterschied zwischen den zwei Herstellern gerechnet. In Wahrheit mussten wir aber nur das Setup leicht ändern und fanden gleich eine ordentliche Balance."

Dennoch gibt es einen klaren Unterschied zwischen Bridgestone und Pirelli - wie Liuzzi bestätigt: "Die Hinterreifen bauen etwas schneller ab als früher bei Bridgestone. Das ist auch der Grund, warum viele Fahrer meldeten, dass man mehr rutscht. Bei den Longruns fühlte es sich so an, als ob wir hinten jede Menge Grip verlieren würden, doch wir sind zuversichtlich, dass sich Pirelli der Sache annimmt und das vor dem Start der nächsten Saison ändert. Die Reifen sind grundsätzlich sehr schnell und was das Graining angeht, verhalten sie sich sehr gut."

Für die Schwäche der Hinterreifen hat Liuzzi zwei Erklärungen. "Man muss in Betracht ziehen, dass noch der andere Reifenabrieb auf der Strecke war - das kann die Dinge etwas verkomplizieren." Damit spricht er an, dass die Pirelli-Reifen eventuell untypisch reagieren, da in den Tagen vor dem Test noch die Bridgestone-Reifen auf dem Yas Marina Circuit im Einsatz waren.

Schwache Reifen als absichtlicher Spannungsgarant?

Liuzzi schließt aber auch nicht aus, dass Pirelli bewusst schwache Reifen baut, um die Teams in der kommenden Saison zu mehr Boxenstopps zu zwingen, was wiederum für spannendere Rennen sorgen könnte. "Es gab einige Stimmen, dass die Reifen schneller abbauen sollten um die Show zu verbessern. Pirelli könnte das also mit Absicht gemacht haben. FOM und FIA haben sich dafür eingesetzt."

Der Force-India-Pilot könnte damit durchaus leben, wie er erklärt: "Ich bin der Meinung, dass das sehr nützlich sein könnte, um die Rennen in der kommenden Saison spannender zu machen. Wir würden mehr Boxenstopps sehen und die Performance der Autos würde im Laufe des Rennens schwächer werden, was zur Spannung beitragen würde."

"Ich wäre dafür, wenn es das Überholen erleichtert und die Fahrer dadurch beim Umgang mit den Reifen klüger sein müssen." Dennoch sind ihm auch die Schattenseiten dieser Strategie bewusst, von denen vor allem der Reifenhersteller selbst betroffen wäre: "Es gibt immer die Bedenken der Reifenhersteller, dass sie schlechte Presse bekommen, wenn die Fahrer sich über abbauende Reifen beschweren. Doch das würden wir akzeptieren, wenn es die Rennen besser macht."

Fotoquelle: xpb.cc

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