Fernando Alonso versteht die Aufregung im den Platztausch in Hockenheim nicht

Formel 1 2010

— 26.11.2010

Alonso über 2010: "Mussten aufholen, aber es war nicht genug"

Fernando Alonso lässt sein erstes Ferrari-Jahr Revue passieren - Starke Aufholjagd im letzen Saisondrittel steht kontroversen Situationen gegenüber

Die Ferrari-Saison 2010 war von Hochs und Tiefs gekennzeichnet. Bei den Wintertests präsentierten sich die Roten stark und zählten zum Favoritenkreis. Gleich beim Auftakt in Bahrain folgte ein Doppelsieg und ein perfekter Einstand von Neuzugang Fernando Alonso. Aber bereits beim zweiten Rennen in Australien drehte sich der zweifache Weltmeister in der Startphase und kassierte beim vierten Grand Prix in China eine Durchfahrtsstrafe wegen Frühstarts.

Alonso musste etwas riskieren, denn Red Bull hatte das schnellste Auto und McLaren war mit dem F-Schacht ebenfalls gut aufgestellt. In Monaco schmiss der Spanier sein Auto im dritten Freien Training in die Leitplanken, konnte nicht am Qualifying teilnehmen und musste von ganz hinten starten. Beim Grand Prix von Kanada kämpfte der 29-Jährige wieder vorne mit, doch bei Überrundungsmanövern verlor er die Spitze und es wurde wieder nichts mit dem zweiten Sieg.

Auf technischer Seite gelangen Ferrari mit dem angeströmten Diffusor und dem F-Schacht Fortschritte. Pech mit dem Safety-Car in Valencia und eine weitere Durchfahrtsstrafe in Silverstone ließen Alonso in der WM-Wertung zurückfallen. Trotzdem glaubte der Asturtier weiter an seine Chance. Ab Hockenheim ging es bergauf. Mit vier Siegen und drei Podiumsplatzierungen im letzten Saisondrittel hatte Alonso sehr gute Chancen auf seinen dritten Titel. Ein Fahrfehler in Spa-Francorchamps und eine taktische Fehleinschätzung verhinderten aber den ganz großen Triumph.

"Wir sind die Saison sehr stark gestartet. Bei den Wintertests und in Bahrain waren wir sehr konkurrenzfähig. Dann haben wir einige Monate verloren, weil wir den F-Schacht und den angeblasenen Diffusor entwickeln mussten", wird Alonso von 'Autosport' zitiert. "Über den Auspuff hatten wir uns schon davor Gedanken gemacht, aber der F-Schacht war eine Überraschung für uns. Darüber reden die Leute nicht soviel, wenn sie auf 2010 zurückblicken, aber es ist okay."

"Natürlich haben wir Fortschritte gemacht, aber wir waren bei zwei wichtigen Entwicklungsschritten zurück. Es gab von Saisonbeginn weg ein Team mit dem F-Schacht und eines mit dem angeströmten Diffusor. Wir mussten ständig aufholen und es war nicht genug. Wir wussten, dass es einige Rennen mit Schwierigkeiten geben würde, weshalb unsere Mission lautete, so viele Punkte wie möglich zu holen, bis wir ein konkurrenzfähiges Auto haben. Wir haben unser Bestes gegeben und um Valencia und Silverstone herum war unser Auto wieder recht stark."

"Es gab schlechte Zeiten in dieser Saison. Nach Silverstone lagen wir zurück, aber es war an der Zeit zu zeigen, dass ich nicht aufgeben werde", blickt Alonso auf seine kämpferischen Ansagen zurück. "Ich wusste, dass Ferrari niemals aufgeben würde, denn sie sind hier, um jedes Wochenende zu gewinnen. Ich musste aber sicherstellen, dass alle verstehen, dass auch ich nie aufgebe. Ich war neu im Team und manchmal war es besser, das zu sagen. Im nächsten Jahr ist das nicht mehr der Fall, denn sie kennen mich."

Der Aufschwung in Hockenheim war auch mit viel Kritik verbunden. Nach der Stallorder-Affäre war schlussendlich allen Beteiligten klar, dass Alonso auf den Titel angesetzt war und Teamkollege Felipe Massa den Wasserträger spielen musste. Die beiden sind sich aber schon zu Saisonbeginn in die Quere gekommen. Nach seinem Dreher in der ersten Runde in Australien, startete Alonso eine Aufholjagd, die ihn schließlich an das Heck von Massa führte.

Der Spanier beklagte sich damals am Funk, dass er hinter seinem Teamkollegen Zeit verlieren würde. Kurz darauf gab es Gerüchte, dass Alonso bei einer Teambesprechung seine Lage der Dinge klargestellt hatte. Ferrari müsste auf ihn setzen, wenn sie den Titel gewinnen wollen. Beim übernächsten Renn in China nahm der fünffache Saisonsieger das Geschehen selbst in die Hand und drückte sich in der Boxeneinfahrt mit einem harten Manöver an Massa vorbei.

Wie auch direkt nach der Hockenheim-Affäre sieht Alonso die Vorkommnisse vom Frühjahr gelassen. "Australien war auf eine Art ein gutes Resultat. Es ist merkwürdig und manchmal auch schwierig zu verstehen, dass in Melbourne mehr über meine Runden hinter Felipe diskutiert wurde als über meine Kollision mit Jenson Button am Start."

"Es scheint, die Leute würden diesen Moment vergessen. Ich war nach der ersten Runde Letzter und dann verbringen sie ihre Zeit damit, über meine Runden hinter Felipe zu diskutieren", wundert sich Alonso immer noch." Im Gegensatz zu früheren Jahren hat er sich in der abgelaufenen Saison nicht viel um die öffentliche Meinung bei kontroversen Situationen gekümmert, sondern seine Linie durchgezogen, die ihm fast den dritten Titel gebrach hätte.

Ferrari ist für Alonso das neue Zentrum des Universums geworden. Für viele Fans weltweit ist der Spanier über die Jahre zu einem Idol und einem Vorbild geworden. Andere wiederum empfinden ihn als kalt und unpersönlich. Alonso meint selbst dazu: "Es ist Teil unseres Sports und gehört wahrscheinlich zum Erfolg dazu. Ich habe erst kürzlich gelesen, dass die Basketballer Kobe Bryant und LeBron James die unpopulärsten Männer in den USA sind. Das sagt einiges."

"Wenn man sich gut schlägt und aus welchen Gründen auch immer Erfolge feiert, dann mögen dich die Leute nicht so sehr. Wenn du in jedem Rennen auf Platz 18 fährst, dann bist du ein netter Mann. Hoffentlich bin ich in Zukunft auch ein ganz schlechter Mann", grinst Alonso.

Fotoquelle: xpb.cc

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