Ein Denkmal mit tiefen Schrammen? Stewart lässt kein gutes Haar an Schumi

Formel 1 2010

— 26.11.2010

Stewart: "Jetzt muss Schumacher Weltmeister werden"

Jackie Stewart analysiert Schumis Comebackjahr: Warum nur der Titel das Scheitern verhindern kann und was die ganz Großen besser konnten

Das Ende von Michael Schumachers Comebackjahr war ein Sinnbild der gesamten Saison: Beim Versuch, seinen Teamkollegen Nico Rosberg in der ersten Runde außen zu überholen, stieg der übermotivierte Rekordweltmeister zu früh aufs Gas, drehte sich, und wurde schließlich von Tonio Liuzzi torpediert - ein Ende mit Schrecken also. Was nun unterm Strich bleibt? Ein neunter Platz in der Fahrer-WM - sein junger Teamkollege hat beinahe doppelt so viele Punkte auf dem Konto. Kein Podestplatz. Eine bittere Niederlage im Qualifying-Duell mit 5:14.

Grund genug für Ex-Weltmeister Jackie Stewart, wieder einmal Stimmung gegen Schumacher zu machen. Auf die Frage von 'ESPNF1', ob der 41-Jährige mit dem Comeback einen Fehler gemacht habe, antwortet der Schotte: "Ja, hat er, außer er kommt nächstes Jahr zurück und gewinnt die Weltmeisterschaft auf überwältigende Art und Weise." Dies hält er jedoch für unwahrscheinlich: "Es wird wohl eher schwierig für ihn, das zu schaffen - nicht weil Vettel, Webber und Alonso da sind, sondern auch wegen Rosberg. Und vergesst bitte nicht Hamilton oder Button."

Stewart kritisiert Schumachers Fahrstil

Wie ein roter Faden zog sich Schumachers Unzufriedenheit mit den Bridgestone-Reifen durch die Saison. Der Kerpener bevorzugt ein übersteuerndes Auto, doch die 2010er Reifen tendierten zum Untersteuern, was für den Fahrstil des Mercedes-Piloten Gift ist. Doch all das spielt nächstes Jahr keine Rolle mehr, wenn alle Piloten mit dem brandneuen Pirelli-Einheitsreifen in die Saison gehen.

"Schumacher sagt, dass ihm das Auto nicht liegt", weiß auch Stewart. "Es könnte aber sein, dass er mit den neuen Reifen nächstes Jahr schneller und besser ist, es könnte aber auch sein, dass Rosberg wieder zuschlägt." Der 71-Jährige lässt auch kein gutes Haar an Schumachers Fahrstil: "Es scheint, als würde er ein sehr direktes Auto mögen, bei dem das Gehirn des Autos auf der Vorderachse liegt. Ich hatte nie das Gefühl, dass das der beste Weg ist, ein Auto zu fahren. Es bedeutet, dass es an der Vorderachse sehr nervös ist, das scheint er zu mögen."

Stewart wundert sich auch warum der erfolgreichste Formel-1-Pilot der Geschichte so oft von der Strecke rutscht und in Zwischenfälle verwickelt ist: "Dass er an jedem Wochenende von der Strecke fliegt, kann ich nicht gutheißen. Natürlich kann es hin und wieder passieren, dass man von der Strecke abkommt und nicht crasht, dennoch bedeutet es, dass er das Auto soweit überfährt, dass er eben abfliegt. Keinem der ganz großen Fahrer ist das jemals so regelmäßig passiert."

Ein "scheußliches" Manöver

Auch das harte Blockademanöver gegen Rubens Barrichello in Ungarn will Stewart bei der Bewertung von Schumachers Comebacksaison nicht unerwähnt lassen: "Diese Saison war er in sehr viel Ärger verwickelt, ohne jetzt den Aufreger mit Rubens zu nennen, wo er einfach nicht wahrhaben wollte, dass es ein gefährliches Manöver war. Es war ein scheußliches Beispiel absichtlicher Schikane. Wäre der andere Pilot nicht jemand gewesen, der so gut und erfahren wie Rubens ist, dann wäre das böse ausgegangen."

Abschließend meint Stewart sogar, dass er Schumacher den Erfolg gegönnt hätte: "Während es mir leid tut, dass er zurückgekommen ist, hätte ich es gerne gesehen, dass das Comeback erfolgreich ist. Doch es ist kein einfacher Spaziergang." Über die Gründe für Schumachers späte Rückkehr in die Formel 1, mutmaßt er: "Das Problem war wohl, dass er zu früh zurück getreten ist und er es dadurch nicht aus seinem System bekommen hat. Wenn er jetzt nach einem weiteren Jahr aufhört, dann muss er das als Weltmeister machen, sonst bleibt ihm nur der Abgang mit eingezogenem Schwanz."

Fotoquelle: xpb.cc

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