Dieter Zetsche glaubt weiterhin an Rekordweltmeister Schumacher

Formel 1 2010

— 30.11.2010

Zetsche: "Man geht mit uns kritischer um"

Daimler-Boss Dieter Zetsche erklärt, warum mit Mercedes kritischer umgegangen wird, ein Formel-1-Ausstieg aber nicht zur Debatte steht

Mercedes ist in der Zwickmühle: Im Vorjahr, als die Automobilbranche massiv unter der Wirtschaftskrise litt, forderten Aktionäre den Formel-1-Ausstieg des Stuttgarter Konzerns. Stattdessen ergriff man die Flucht nach vorne: Mercedes stieg bei McLaren aus und übernahm den Rennstall von Ross Brawn - mit Michael Schumacher engagierte man den erfolgreichsten Piloten der Formel-1-Geschichte.

Ein Fehler? Nach der Debütsaison des Mercedes-Rennstalls ist man geneigt, diese Frage mit "Ja" zu beantworten: Die Weltmeistertruppe des Vorjahres erreichte mit nicht einmal halb so vielen Punkten wie Weltmeister Red Bull Platz vier in der Konstrukteurs-WM, Schumacher schaffte es bei keinem Rennen auf das Podest. Kein Wunder, dass das Team in der Kritik steht.

Doch Daimler-Chef Dieter Zetsche relativiert gegenüber der 'dpa': "Wir haben auf der einen Seite nicht erwartet und auch nicht gesagt, dass wir in diesem Jahr die Meisterschaft erringen werden. Wir hätten uns darüber aber auch nicht beklagt. Das wäre aber unrealistisch gewesen als neuaufgestelltes Team."

Zetsche kann Kritik nachvollziehen

Dass die Öffentlichkeit jedoch bereits im Comebackjahr als Konstrukteur genau diesen Erfolg von Mercedes erwartet hatte, wundert Zetsche nicht: "Das ist ja der Charme unserer Marke. Wenn wir in unserem Markenkern sagen, wir wollen die Führerschaft in dieser Industrie demonstrieren, um die besten zu sein, dann ist das keine überraschende Botschaft. Das ist auch keine Arroganz. Das wird von uns erwartet. Daran werden wir gemessen."

Der Rennstall wird laut Zetsches Ansicht mit einem anderen Augenmaß betrachtet als die Konkurrenzteams. Und wenn man diese Erwartungen nicht erfüllt, dann sei klar, "dass man mit uns kritischer umgeht. Das müssen wir aushalten. Aber das ist gleichzeitig der Beweis dafür, dass man es uns auch zutraut." Auch dass der Druck dadurch steige, sei "völlig klar".

Formel-1-Ausstieg kein Thema

Bleibt die Frage, ob man sich in der kommenden Saison darauf verlassen kann, dass Schumacher das Team wieder an die Spitze bringt. Der 41-Jährige hat zwar in der Vergangenheit bewiesen, dass er Rennställe zu Höchstleistungen anspornen kann, 2010 hatte er aber im Qualifyingduell gegen seinen bisher sieglosen Teamkollegen Nico Rosberg mit 4:15 das Nachsehen.

Ob Zetsche von den Leistungen des Superstars enttäuscht sei? Er winkt ab: "Er hat uns nicht enttäuscht. Es ist sehr schwierig, auf einem weniger wettbewerbsfähigen Fahrzeug eine überzeugende fahrerische Leistung zu demonstrieren." Für die kommende Saison forder er daher: "Wir müssen ihm das Auto zur Verfügung stellen, auf dem er seine Fähigkeiten demonstrieren kann."

Gelingt dies nicht, dann würden die internen Forderungen, die Formel-1-Bühne zu verlassen, mit Sicherheit wieder lauter werden. Doch der Boss deutet an, dass es dazu nicht kommen wird: "Wir sind in der Formel 1 seit einiger Zeit, um dort auch längerfristig zu bleiben. Wir wollen nicht jedes Jahr neu entscheiden, sind wir jetzt drinnen oder draußen. Wir haben auch mit Michael Schumacher nicht einen Einjahresvertrag, sondern einen Dreijahresvertrag abgeschlossen."

Fotoquelle: xpb.cc

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