Mike Gascoyne stößt der Streit um den Lotus-Namen sauer auf

Formel 1 2010

— 02.12.2010

Verstößt die Lotus-Gruppe gegen Chapmans Ideale?

Lotus-Technikchef Gascoyne wirft der Lotus-Gruppe um Dany Bahar vor, dass man im Namensstreit nicht im Geiste von Lotus-Gründer Colin Chapman handelt

Der Namensstreit rund um den Namen Lotus ist noch lange nicht zu Ende. Der Rennstall von Tony Fernandes hat erst kürzlich unter dem Namen Lotus für die Formel-1-Saison 2011 genannt - offensichtlich hat die FIA diese Nennung akzeptiert. Den ursprünglichen Namen hatte man wegen des Streits mit der Lotus-Gruppe zwar zurückgelegt, dafür kaufte man David Hunt die Namensrechte für das Team Lotus ab.

Dagegen sträubt sich die von Ex-Red-Bull-Manager Dany Bahar angeführte Lotus-Gruppe, die im Besitz des malaysischen Herstellers Proton steht, schließlich zeigt man Interesse, das Renault-Team zu übernehmen und selbst als Lotus-Rennstall an den Start zu gehen. Das missfällt Mike Gascoyne, Technikchef beim Lotus-Rennstall, der aber nicht mehr ausschließen will, dass man 2011 unter einem anderen Namen an den Start gehen muss.

Sogar Gascoyne über Teamnamen verunsichert

"Wir sind hier und wie auch immer wir genannt werden - es wird nächstes Jahr wieder ein Formel-1-Team mit Sitz in Norfolk geben, das Rennautos herstellt und einsetzt", bestätigt Gascoyne gegenüber der 'Eastern Daily Press'. "Das ist großartig für Norfolk und erfüllt mich mit Stolz, da ich von hier stamme."

Es ist bekannt, dass sich der Brite sehr mit der Identität von Lotus identifiziert. Der Rennstall hat nun die Fabrik in Hingham gekauft und baut gerade an einem eigenen Windkanal. Doch nicht nur Gascoyne, sondern auch die rivalisierende Lotus-Gruppe stammt aus Norfolk. "Ich verstehe es nicht, warum die Lotus-Gruppe nicht will, dass wir uns Lotus nennen", geht ihm die Sache spürbar nahe.

Der ehemalige Toyota-Technikchef ist der Meinung, dass der Plan der Lotus-Gruppe, Renault für mehrere Millionen Dollar zu übernehmen, nicht dem Geist von Lotus-Gründer Colin Chapman entspreche. "Als Colin Chapman Sponsoren in die Formel 1 brachte, dann wollte er wohl auf der Empfängerseite sitzen - er hätte nicht dafür bezahlt."

Gascoyne ortet fehlende Authentizität bei Lotus-Gruppe

"Bei ihm ging es um das Ingenieurswesen, um die Herstellung und den Einsatz von Rennautos", argumentiert er. "Das hat Team Lotus gemacht. Und das ist es, was wir hier tun. Es geht nicht darum, einen französischen Hersteller zu sponsern und dann einen Aufkleber anzubringen. Das ist für mich sehr schwer nachvollziehbar."

Der Lotus-Rennstall steht laut Gascoyne für Authentizität. Tatsächlich bemühte man sich stets um gute Kontakte zur Familie von Chapman - bei einigen Rennen waren die Erben des Lotus-Gründers sogar in der Box. "Ohne jetzt zu politisch zu werden: Hier gibt es Leute, die einen Namen mit etwas assoziieren wollen", meint Gascoyne. "Doch man baut ein Team nur auf, wenn man gute Leute einsetzt. Darauf haben wir uns konzentriert."

Fotoquelle: xpb.cc

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