Ab 2013 werden wieder Turbomotoren die Grand-Prix-Renner befeuern

Formel 1 2010

— 04.12.2010

Hersteller sind sich über das Motorenformat ab 2013 einig

Die Motorenhersteller haben sich auf das neue Motorenformat ab 2013 geeinigt - Der Automobilverband FIA soll das noch im Dezember absegnen

Am 10. Dezember werden die Weichen für die Zukunft der Formel 1 gestellt. Der Automobilverband FIA wird über das neue Motorenformat ab 2013 abstimmen und es sehr wahrscheinlich annehmen. Somit würde der Sport von den gegenwärtigen 2,4 Liter V8-Aggregaten auf 1,6 Liter Turbomotoren mit vier Zylindern wechseln. Es wird Beschränkungen beim Kraftstoff geben. Durch Energierückgewinnungssysteme soll die Effizienz des Motors um bis zu 50 Prozent erhöht werden.

Bis vor einigen Wochen waren Mercedes und Ferrari noch dagegen, denn diese neuen Motoren müssen erst entwickelt werden. Das ist natürlich teuer. Ein Ferrari-Sprecher hat nun gegenüber der 'BBC' gemeint, dass es überraschend wäre, wenn das neue Reglement nicht von der FIA angenommen werden würde. "Eine Übereinkunft ist vorhanden, also arbeitet man nach diesem Abkommen."

Die neuen Motoren sollen effizienter sein, aber trotzdem über die gegenwärtige Leistung verfügen, also ungefähr 750PS. Etwa 600PS sollen direkt vom Motor kommen, während der Rest mit Energiesystemen erzeugt wird. Für 2013 wird die KERS-Kraft von 60 Kilowatt auf 120 erhöht. Das Drehzahllimit wird bei 10.000 Umdrehungen bei Minute liegen. Derzeit sind es 18.000. Der Benzinverbrauch wird über Durchflussmengen und einer maximalen Tankgröße geregelt sein.

Die größte Herausforderung sind die Kosten, aber hier soll es ebenfalls Beschränkungen geben. Wahrscheinlich werden die Ressourcen beschnitten und die Anzahl der Mitarbeiter, oder die Zeit, an der an dem Projekt gearbeitet werden kann, festgelegt. Am 9. Dezember werden diese Richtlinien der FIA-Kommission vorgelegt, die Tags darauf dann darüber entscheidet.

Mit diesen neuen Motoren sollen energiesparende und effiziente Kraftstofftechnologien mit einem glamourösen Sport in Verbindung gebracht werden. Diese technischen Lösungen sollen auch für Kunden ein Anreiz sein, diese auch bei Straßenmodellen zu verwenden. Außerdem will die Formel 1 das Image des Luftverpesters loswerden.

Trotz der hohen Entwicklungskosten erhofft sich die Königsklasse einen kommerziellen Effekt. Derzeit sind einige Firmen interessiert, in Teams und den Sport zu investieren, aber das umweltfreundliche Image passt nicht zu ihren Produkten. Mit einer "grüneren" Formel 1 sollen also auch neue Geldgeber angezogen werden.

In zahlreichen Meetings haben sich die Motorenhersteller, darunter auch Renault und Cosworth, auf die neue Richtung geeinigt. Auch Volkswagen war in die Gespräche involviert, denn die Wolfsburger würden sich nur bei neuen Rahmenbedingungen einen Einstieg überlegen. Trotzdem ist es weiterhin unklar, ob der VW-Konzern in die Königsklasse kommen wird.

Die neue Motorenformel soll die Formel 1 auch wieder an den Serienbau annähern. Die Kraft, die aus einem Liter Benzin herausgeholt wird, wird dramatisch erhöht. In den Folgejahren sollen auch weitere Turbotechnologien zum Einsatz kommen, die die Effizienz weiter erhöhen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dann direkt in den Serienbau einfließen.

Fotoquelle: GPP/xpb.cc

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