James Courtney stand 2002 vor dem Sprung in die Formel 1

Formel 1 2010

— 05.12.2010

Courtney: Monza-Crash 2002 beendete die Formel-1-Träume

V8-Supercar-Champion James Courtney blickt zurück auf seine Formel-1-Chance: Crash in Monza war das Ende - "Plötzlich stand Schumacher dort"

Vor acht Jahren galt James Courtney als aufgehender Stern am australischen Motorsporthimmel. Der Youngster aus Penrith war im Alter von 15 Jahren nach Europa gekommen, absolvierte die wichtigsten Kartklassen mit Bravour, holte sich die Krone in der Formel Ford und war 2002 auf Titelkurs in der Britischen Formel 3. Das damalige Jaguar-Formel-1-Team hatte das Talent frühzeitig erkannt und Courtney als Testpilot unter Vertrag genommen.

Doch genau ein solcher Testeinsatz beendete die Träume von der Königsklasse. Courtney hatte bei Probefahrten in Monza einen fürchterlichen Crash. "Ich erinnere mich daran, dass mich jemand angeschrien hat. Als ich die Augen öffnete, stand Michael Schumacher plötzlich dort", erklärt Courtney rückblickend im 'Daily Telegraph'. Dem Australier war damals bei 330 km/h die hintere Aufhängung gebrochen.

"Ein Wunder, dass ich das überlebt habe", erklärt der 30-jährige Champion der australischen V8-Supercar-Serie. "Da hätte alles passieren können, denn da flogen sogar die Zellen des Tanks umher. Ich bin mit 306 km/h in die Mauer eingeschlagen, wurde dann mit 70 km/h zurück auf die Strecke bugsiert. Man sagte mir, dass ich großes Glück hatte, dass sich nicht meine komplette Netzhaut abgelöst hat."

Bei dem gewaltigen Einschlag wurde eine Verzögerung von sagenhaften 67 g gemessen - ein Wert, der eigentlich kaum zu überleben ist. "Es sah aus wie nach einem Flugzeugabsturz", sagt Courtney. "Die Session war natürlich unterbrochen, aber irgendwie tauchte Schumacher auf. Er war als Erster vor Ort. Die Streckenposten redeten auf italienisch auf mich ein. Schumacher war der einzige, den ich halbwegs verstehen konnte."

Ein ganzes Jahr lang wurde Courtney anschließend von schwerer Migräne geplagt. "Ich musste immer und überall Stille haben und konnte kein grelles Licht ertragen", berichtet er. "Dieser Crash hat mich meine Formel-1-Karriere gekostet. Ohne den Unfall hätte ich sicherlich den Schritt geschafft. So durfte ich zwar ein Jahr später noch einmal testen, aber die Chance war vertran. Aber ich bin aber glücklich, sehe das Leben jetzt wirklich ganz anders."

Fotoquelle: xpb.cc

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