Hans-Joachim Stuck will die Formel 1 auf einem "grünen" Weg sehen

Formel 1 2010

— 06.12.2010

Stuck: "Thema Umwelt ist sehr wichtig"

Volkswagen-Motorsportrepräsentant Hans-Joachim Stuck über die grüne Zukunft im Rennsport: Push-to-Pass-Button in der Formel 1 denkbar?

In Wolfsburg wartet man gespannt auf die kommende Sitzung des FIA-Weltrates. In wenigen Tagen wird der Automobil-Weltverband über das Motorenreglement ab 2013 entscheiden. Kommt der sogenannte Weltmotor, dann könnte sich der Volkswagen-Konzern ein Engagement als Motorenpartner mit einer Marke (Porsche oder Audi) in der Königsklasse vorstellen. Eine entsprechende Entscheidung soll kurz nach der Weltratssitzung fallen.

"Viele deutsche Firmen sehen den Motorsport wieder als gute Plattform. Nicht zuletzt deshalb, weil das Thema Umwelt mehr in den Vordergrund rückt", erklärt VW-Motorsportrepräsentant Hans-Joachim Stuck. "Ich finde es sehr wichtig, dass man das Thema Umwelt auch in der Formel 1 angeht. Es muss nicht gleich ganz grün werden, aber es muss in diese Richtung gehen. Es ist eine der wenigen verbliebenen Motorsportserien, wo noch ohne Katalysator gefahren wird. So schwierig kann das doch nicht sein."

"In der Formel 1 brauchen wir den Weltmotor, denn die Kosten spielen eine erhebliche Rolle. Einen solchen Motor kannst du in ganz verschiedenen Serien einsetzen", sagt Stuck. Das Triebwerk wird - in unterschiedlichen Ausführungen - unter anderem in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) und in der Rallye-WM (WRC) eingesetzt - das steht jetzt schon fest.

"Das Thema Energierückgewinnung ist aus meiner Sicht ganz wichtig. Man hat in der Formel 1 das sogenannte KERS eingeführt - so ein Quatsch. Hätte man es sofort Hybrid genannt, dann hätte jeder sofort gewusst, was das überhaupt ist", sagt Stuck über die Hybridsysteme, die nach einem Jahr Pause 2011 auf freiwilliger Basis zurückkehren werden.

Push-to-Pass in der Formel 1 möglich

"KERS lassen wir jetzt mal weg. Wir reden von Hybrid und treiben das voran. Die Energie ist einfach da", meint der Ex-Grand-Prix-Pilot. Solche Systeme könnten ohnehin nur eine vorübergehende Notlösung auf dem Weg zur Elektromobilität darstellen. "Im Bereich Automobilbau wird hoffentlich in spätestens 20 Jahren sowieso kein Weg an Elektroantrieben vorbeiführen."

"Wir haben im Scirocco R-Cup mit dem Erdgasantrieb einen tollen Weg eingeschlagen, der gut ankommt und viel Applaus findet. Eine Schadstoffreduktion hat es in diesem Maße im Motorsport noch nie gegeben. Die Rennen sind dadurch keinen Deut weniger spannend - im Gegenteil", lobt Stuck den hauseigenen Markencup, der mit "80 Prozent weniger CO2" wirbt.

"Unser Push-to-Pass-Button ist nicht neu, den gab es schon bei den IndyCars", sagt Stuck. Er fügt an: "Ich weiß, dass Jean Todt über so etwas nachdenkt. Wenn das neue Motorenreglement kommt, dann könnte auch solch ein System kommen. Auch in der Formel 1 kann man damit sehr spannende Rennen haben, es erfordert den intelligenten Einsatz durch den Fahrer."

Mit dem bisherigen KERS-Knopf in den Formel-1-Boliden hat man bereits ein ähnliches System installiert. Allerdings darf man den Extraschub nur einmal pro Runde aktivieren, die Leistung (82 Extra-PS) ist nicht sonderlich hoch. Zum Vergleich: Im VW Scirocco R-Cup darf bis zu 15 mal der zehnsekündige Boost genutzt werden. Ab 2012 wird Volkswagen den deutschen Formel-3-Cup mit Einheitstriebwerken ausrüsten. Auch dort kommt das Push-to-Pass-System zum Einsatz.

Fotoquelle: xpb.cc

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