Das Training hat sich ausgezahlt: Mercedes stoppte 2010 am schnellsten

Formel 1 2010

— 07.12.2010

Mercedes hat beste Boxenmannschaft

Die Statistik beweist, dass Schumi 2010 die schnellste Boxencrew hatte - Doch welches Team schaffte den Rekordstopp und wer braucht am längsten?

Vor der Saison hätte man Boxenstopps, die nicht länger als drei Sekunden dauern, nicht für möglich gehalten. Doch durch das Nachtankverbot waren die Boxencrews dazu gezwungen, die vier Räder noch flinker zu wechseln, was zu atemberaubend schnellen Stopps führte. In der Vergangenheit waren es oft Michael Schumachers Rennställe, deren Mechaniker die Boliden am schnellsten abgefertigt hatten. Daran hat sich auch im Comebackjahr des Rekordweltmeisters nichts geändert.

Die Mercedes-Crew wickelte laut 'auto motor und sport' im Schnitt die schnellsten Stopps ab: Acht Mal waren die Mechaniker von Nico Rosberg und Schumacher am schnellsten mit ihrer Arbeit fertig - in Malaysia, der Türkei und Deutschland beim jüngeren Piloten, in China, Spanien, Monaco, England und Belgien beim Routinier.

Red Bull: Nur 2,9 Sekunden Standzeit

Den zweiten Platz sicherte sich das Weltmeisterteam von Red Bull, das fünf Mal die Bestzeit holte. Die österreichische Mannschaft mit Sitz in Milton Keynes vollzog auch den schnellsten Boxenstopp der Saison und damit wohl auch der Formel-1-Geschichte: Sebastian Vettel wurde in Monza nach nur 2,9 Sekunden wieder auf die Strecke geschickt - insgesamt benötigte er 21,558 Sekunden in der Boxengasse.

Es war ein Stopp, der sich auszahlte: Der Heppenheimer kam in der Schlussphase des Grand Prix von Italien nach seinem einzigen Boxenstopp vor der Kampfgruppe auf die Strecke zurück, hinter der er sich in der Anfangsphase noch anstellen musste. Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr: Red Bull konzentrierte sich vor der Saison extrem auf das Boxenstopp-Training und arbeitete dabei sogar mit einem Experten vom hauseigenen NASCAR-Rennstall zusammen. Durch intensive Tests wählte man für jede Position den physisch und psychisch am besten geeigneten Mann aus.

Rote Laterne für Lotus

Im Gegensatz zu Mercedes und dem Ferrari-Rennstall, der insgesamt Rang drei belegte, setzt man allerdings nicht auf ein vollautomatisches Ampelsystem, das im Optimalfall eine halbe Sekunde bringen kann, aber bei der kleinsten Panne zum Unsicherheitsfaktor wird: Schließlich fährt der Fahrer los, wenn der letzte Schlagschrauber freigibt und die Ampel dadurch Grünlicht anzeigt.

Die "Scuderia" kennt die Schattenseiten: In Singapur riss Felipe Massa 2008 kurz nach Einführung der Entwicklung den Tankschlauch mit, was ihm das Rennen zerstörte und schließlich auch ein Schlüsselfaktor in der WM-Niederlage gegen Lewis Hamilton war. Während die Ferrari-Crew 2010 drei Mal am schnellsten war und damit Platz drei einnimmt, schafften Sauber und McLaren je einen Sieg. Die Rote Laterne im Rennen um die schnellsten Boxenstopps bekommt 2010 das Lotus-Team. Die Truppe von Tony Fernandes benötigt im Schnitt fünf Mal länger als die Konkurrenz.

Fotoquelle: xpb.cc

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