Möchte mit Lotus am liebsten sogar Ferrari besiegen: Dany Bahar

Formel 1 2010

— 08.12.2010

Kurzporträt: Wer ist Dany Bahar?

Kaiser/Sauber, Dietrich Mateschitz, Ferrari und Lotus: Lotus-Geschäftsführer Dany Bahar ist in der Formel 1 kein unbeschriebenes Blatt

Dany Bahar also. Der neue starke Mann bei Renault, pardon, Lotus-Renault (wohlgemerkt dem von Genii Capital kontrollierten Lotus-Renault, nicht jenem von Tony Fernandes), ist in der Formel 1 eigentlich kein unbeschriebenes Blatt, aber doch sind in der Öffentlichkeit kaum Informationen über ihn bekannt.

Das mag auch daran liegen, dass der aus Silvaplana stammende Schweizer kein großes Interesse daran zu haben scheint, sich auf konventionellen Wegen ins Rampenlicht zu rücken. Wer auf Wikipedia nach seinem Lebenslauf sucht, der sucht vergeblich, und selbst auf den offiziellen Internetseiten der Lotus-Gruppe bedarf es schon einiger Mühe, Informationen über ihn zu finden (was man von Fotos nicht behaupten kann).

Erster Kontakt mit der Formel 1

Seinen bemerkenswerten Aufstieg begann Bahar als Angestellter des Vermögensverwalters Fritz Kaiser. Da dürfte es bei den ersten eingefleischten Formel-1-Fans schon klingeln: Kaiser war bis 1999 Teilhaber am Sauber-Team, verkaufte seine Anteile aber an Peter Sauber zurück - und trat den Rest an einen gewissen Dietrich Mateschitz ab, den inzwischen berühmten Leiter des Red-Bull-Konzerns.

Mateschitz war damals auch Kunde von Kaisers Vermögensverwaltungsfirma und wurde von Bahar persönlich betreut. Zwischen den beiden entwickelte sich ein Vertrauensverhältnis, sodass Mateschitz den jungen Mann in seine Zentrale nach Fuschl holte und ihn dort nach und nach zu seiner rechten Hand aufbaute. Bahars Hauptaufgabengebiet waren "Spezialprojekte" wie zum Beispiel die Formel 1.

2007 kam es jedoch überraschend zur Trennung - offiziell im gegenseitigen Einvernehmen, inoffiziell aufgrund von Meinungsverschiedenheiten. Bahar wurde ein zu großer Machthunger nachgesagt, was bei einem Mann wie Mateschitz nicht gut ankommt. Was an diesen Storys dran ist, können wohl nur einige wenige Eingeweihte wirklich beurteilen. Tatsache ist: Bahar verließ das Unternehmen.

Und dockte schon wenig später als Markenmanager bei Ferraris neuer Global-Brand-Abteilung an, deren Leitung ihm aufgrund seiner kreativen Ansätze im Marketingbereich übertragen wurde. In Maranello lernte der damals 36-jährige Schweizer italienische Weggefährten wie Gino Rosato oder Claudio Berro kennen und schätzen, die er auch bei seiner nächsten beruflichen Station wiedersehen sollte.

Von Ferrari zu Lotus

Denn Bahar, der sich bei Ferrari einen Eindruck davon verschaffen konnte, was es heißt, einen Luxus-Sportwagenhersteller erfolgreich zu leiten, wechselte als neuer Geschäftsführer zur traditionsreichen Lotus-Gruppe nach Großbritannien. Rosato machte er zum Direktor für Firmenoperationen, Berro, früher charismatischer Pressesprecher von Ferraris Formel-1-Scuderia, ist heute Direktor für Motorsport.

Viele sagen Bahar nach, er will aus Lotus ein "neues Ferrari" machen, im Idealfall sogar ein besseres. Binnen kürzester Zeit stellte er ein Motorsportprogramm inklusive IndyCar-Programm und einer an Fernandes vergebenen Formel-1-Lizenz für "Lotus Racing" auf die Beine. Erst kürzlich folgte die Bekanntgabe des Einstiegs in die GP2 - und heute auch der offizielle und eigenständige Aufstieg der Lotus-Gruppe in die Königsklasse.

Dass er dabei vom Lotus-Mutterkonzern Proton tatkräftig unterstützt wurde, ist womöglich kein Zufall. Während seiner Tätigkeit bei der FKG (Fritz-Kaiser-Gruppe) in den 1990er-Jahren vermittelte diese das millionenschwere Petronas-Sponsoring an Sauber. Petronas ist ebenso wie Proton ein malaysischer Staatskonzern. Seither hat Bahar in Malaysia zweifelsfrei einige sehr einflussreiche Bekannte...

Fotoquelle: Lotus

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