Technikchef Mike Gascoyne ist stolz auf seine Lotus-Truppe

Formel 1 2010

— 08.12.2010

Gascoyne: "Sind in drei bis fünf Jahren siegfähig"

Lotus-Technikchef Gascoyne will 2011 Toro Rosso, Force India und Williams herausfordern und gibt zu bedenken, dass er weiß, wie man ein Siegerteam aufbaut

Das Lotus-Team erlebt turbulente Zeiten: Noch ist ungewiss, ob man auch 2011 unter diesem Namen an den Start gehen darf, auch wenn der Rennstall von der FIA in der offiziellen Nennliste bestätigt worden ist. Heute gab die Lotus-Gruppe offiziell bekannt, dass sie in der kommenden Saison mit dem bisherigen Renault-Rennstall unter dem Namen Lotus antreten wird, was bei Technikchef Mike Gascoyne und Teamchef Tony Fernandes für großen Ärger sorgt.

Doch so einfach will man sich die eigene Lotus-Erfolgsgeschichte nicht kaputt machen lassen. Denn Gascoyne ist stolz auf das, was man in etwas mehr als einem Jahr in Norfolk auf die Beine gestellt hat. Dass man wie erhofft Zehnter in der Konstrukteurs-Meisterschaft wurde, wird dem wahren Ausmaß des Erreichten nicht gerecht, meint der Brite gegenüber 'The Star': "Letzte Saison war es das Ziel, bestes neues Team zu werden. Doch die wahre Aufgabe war es, das Team hinter den Autos aufzubauen."

Zu Beginn bestand der Rennstall aus nur vier Personen: Gascoyne, seine Freundin Silvi, die sich um Personal, Marketing und PR kümmerte, sowie der Generaldirektor und der Produktionsleiter. Heute umfasst das Team 200 Menschen - die meisten kennt Gascoyne aus seiner Vergangenheit bei Renault, Toyota und Force India.

Gascoyne: Wir haben die besten Leute

Da er die Mannschaft selbst zusammenstellte, kommt sein Stolz nicht besonders überraschend. "Ich weiß, wie man ein Siegerteam aufbaut", spielt er darauf an, dass er bei Renault in der Aufbauphase als Technikchef fungierte. "Wenn man sich die Leitungspositionen in der Fabrik ansieht, dann merkt man, dass das Leute allererster Güte sind. Sie haben fantastische Lebensläufe, was den malaysischen Ingenieuren zugute kommt. Sie lernen hier von den Besten."

Nachdem man es 2010 geschafft hat, in nur fünf Monaten ein rennbereites Auto herzustellen, peilt man 2011 deutlich höhere Ziele an: "Wir wollen die Saison im Mittelfeld beenden - im Bereich von Toro Rosso, Williams und Force India." Daher war die Saison 2010 nicht viel mehr als eine ausgiebige Testfahrt: "Wenn wir ein Jahr zurückblicken, dann hatten wir vielleicht ein paar hundert Stunden im Windkanal getestet. Heute haben wir mehr als tausend Stunden getestet, wodurch wir in einer besseren Position als letztes Jahr sind."

Gascoyne möchte Lotus zu regelmäßigen Punkteplatzierungen führen: "Der Schritt, den wir nächste Saison machen, ist viel größer als zu Beginn dieser Saison. Wir müssen regelmäßig Punkte mitnehmen und alle hier sind davon überzeugt, dass wir dieses Ziel erreichen werden. Wir dürfen jetzt nicht zufrieden sein, nachdem wir das Ziel aus dem Vorjahr erreicht haben, und sagen 'Wir haben es geschafft' und uns gegenseitig auf die Schulter klopfen. Wir müssen nach mehr streben und müssen alles anders machen als im Vorjahr, wenn wir an die Spitze kommen wollen."

Kein großer Sprung durch Renault-Motor zu erwarten

2011 wird Lotus nicht mehr mit einem Cosworth-Aggregat, sondern mit dem Renault-Motor und dem Getriebe von Weltmeisterteam Red Bull antreten. Zu viel sollte man sich davon aber nicht erwarten, warnt Gascoyne: "Ja, wir haben wahrscheinlich eine bessere Abstimmung von Motor und Getriebe als in der letzten Saison, doch wir müssen realistisch bleiben. Wir dürfen jetzt nicht glauben, dass wir Red Bull herausfordern, nur weil wir die selbe Motor-Getriebe-Einheit haben."

Stattdessen müsse das Gesamtpaket stimmen, "woran wir bereits seit Beginn letzter Saison arbeiten", meint der Technikchef. Wie lange es noch dauern wird, bis Gascoyne die Mannschaft tatsächlich zu einer siegfähigen Truppe geformt hat? "Es wird wahrscheinlich noch drei bis vier Jahre dauern, bis ein neues Team wie unseres den Pokal stemmen kann. Definitiv nicht nächstes Jahr, wenn die Saison im März in Bahrain beginnt."

Dennoch sei man genau deshalb in der Formel 1: "Wenn das nicht unser Traum wäre, dann bräuchten wir das alles doch gar nicht erst zu tun. Rennen zu gewinnen muss in der Formel 1 dein Ziel sein." Es wird sich zeigen, ob man den Weg dorthin als Lotus-Rennstall bestreiten darf.

Fotoquelle: xpb.cc

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