David Hunt (r.) ergreift ganz klar für Lotus-Teamchef Tony Fernandes Position

Formel 1 2010

— 10.12.2010

Hunt: "Die Lotus-Gruppe schießt in jedem Fall ein Eigentor"

David Hunt, der die Namensrechte an Lotus verkaufte, wirft der Lotus-Gruppe vor, dass sie sich nicht nur selbst schadet und die Öffentlichkeit verwirrt

Der Lotus-Streit um die Namensrechte erhitzt dieser Tage die Gemüter. Jetzt schaltet sich der Mann ein, der als Letzter das ursprüngliche Lotus-Team geführt hatte, ehe der Rennstall 1995 wegen finanzieller Probleme zusperren musste: David Hunt, Bruder des verstorbenen Ex-Weltmeisters. Er verkaufte die Namensrechte dieses Jahr an Lotus-Teamchef Tony Fernandes und kümmert sich beim Rennstall um das Lukrieren von Sponsoren.

Dass er nun gegen die Lotus-Gruppe schießt, die erst vor wenigen Tagen bekannt gab, mit dem Renault-Team in die Formel 1 einzusteigen hat, kommt daher nicht weiter überraschend. "Es ist doch Schwachsinn, egal von welcher Seite man es anschaut", sagt Hunt gegenüber 'Norwich Evening News'. "Hier wird die Öffentlichkeit verwirrt. Die Lotus-Gruppe und Proton kennen die Wahrheit der Vergangenheit und ihre rechtliche Position bezüglich der Marke Lotus in der Formel 1. Sogar Dany Bahar kennt sie."

Vergleich mit Red Bull hinkt

Der Vorstellung, dass es 2011 tatsächlich zwei Lotus-Teams mit einem ähnlichen Design geben wird, kann Hunt nichts abgewinnen. Zudem ist er der Meinung, dass der Vergleich mit Red Bull, das neben dem A-Team auch die B-Mannschaft Toro Rosso besitzt, hinkt: "Ich weiß, einige vergleichen es gerne mit der Situation bei Red Bull, doch dort wird politisch und wirtschaftlich alles einheitlich kontrolliert."

Das wäre im Fall von Lotus nicht gegeben, zumal sich der Rennstall und die Lotus-Gruppe derzeit bekriegen: "Wenn wir zwei Lotus-Ställe hätten, dann gäbe es ein Team mit allen Rechten und ein anderes ohne Rechte. Also abgesehen von der Prügelei, die dadurch vor Gericht verursacht wird, würden sie die Hymne nicht vom selben Blatt singen. Sie würden sich ständig gegenseitig an die Gurgel gehen."

Ganz egal wie der Kampf zwischen Tony Fernandes' Lotus-Rennstall und der Lotus-Gruppe ausgeht - für Hunt ist klar, dass Bahar in jedem Fall der Verlierer sein wird. "Sogar wenn Proton und die Lotus-Gruppe mit ihrem außergewöhnlichen Plan durchkommen, würden sie sich damit ein Eigentor schießen", behauptet der Brite. Der Grund ist, dass der Lotus-Rennstall im Debütjahr mit seiner Offenheit gegenüber den Fans viele Sympathien geerntet hat.

Beschädigt die Lotus-Gruppe das Image der Sponsoren?

"Wenn man beurteilt, was die Fans sagen, dann wäre der Schaden, den sie ihrer Marke zufügen würden, ziemlich flächendeckend", warnt Hunt die Lotus-Gruppe. Und nicht nur das eigene Image hätte man dann auf dem Gewissen. Er fragt sich: "Wurden alle Sponsoren auf dem Renault-Boliden davor gewarnt, worauf sie sich einlassen und welcher Schaden durch die Verbindung entstehen könnte, zumal das ja eine Kriegserklärung von Seiten Protons ist?"

Hunt merkt an, dass die Renault-Sponsoren in diesem Fall besonders sensibel sein müssten, zumal die Crash-Gate-Affäre von Singapur 2008 für viel negative Öffentlichkeit gesorgt hatte: "Nachdem Renault 2008 den Sport in Misskredit gebracht hat, bleibt die Frage, ob man dies wieder tun will, indem man absichtlich und in vollem Bewusstsein die Öffentlichkeit bezüglich der Marke Lotus verwirrt."

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