Präsident Nikolai Fomenko hat mit Marussia in der Formel 1 viel vor

Formel 1 2010

— 11.12.2010

Marussia/Virgin plant mit russischem Fahrer

Zwar nicht sofort, aber mittel- und vor allem langfristig plant das Marussia/Virgin-Team mit einem russischen Fahrer wie Vitaly Petrov oder Mikhail Aleshin

Schon seit Anfang 2010 ist der russische Automobilhersteller Marussia Sponsor des Virgin-Teams, seit November auch Teilhaber. Der Rennstall soll in Zukunft Marussia/Virgin heißen und vermehrt russisch beeinflusst werden. Dafür will Nikolai Fomenko sorgen, der den Virgin-Deal als Präsident von Marussia ausgehandelt hat.

"Der nächste Schritt ist ein russischer Fahrer", sagt er und stellt in Aussicht, dass sein Unternehmen langfristig auch einen eigenen Formel-1-Motor bauen könnte, zum Beispiel in Kooperation mit Cosworth. Doch allzu viele russische Grand-Prix-Piloten gibt es nicht - derzeit fährt nur Vitaly Petrov in der Formel 1, aber dessen Verbleib beim von Genii Capital kontrollierten Lotus-Renault-Team gilt als so gut wie sicher.

Russischer Fahrer wohl erst ab 2012

"Was Vitaly Petrov betrifft, so muss er seine zweite Formel-1-Saison in einem schnellen Auto absolvieren", zeigt Fomenko kein großes Interesse an seinem Landsmann und erklärt: "Wenn er kommendes Jahr in einem unzuverlässigen und langsamen Auto sitzt, dann bedeutet das für ihn das Ende seiner Karriere. Aus diesem Grund braucht er jetzt ein schnelles Auto. Mikhail Aleshin braucht hingegen nicht unbedingt das schnellste, sondern ein ausreichend gutes Auto."

Der 23-jährige Nachwuchspilot aus Moskau wurde 2009 Gesamtdritter in der Formel 2 und holte sich in der zurückliegenden Saison den Meistertitel in der Renault-World-Series. Außerdem pflegt er enge Verbindungen zu Red Bull, wo er sogar schon ein paar Mal in einem Formel-1-Auto Platz nehmen durfte. Die Variante, Aleshin schon 2011 oder spätestens 2012 zu Marussia/Virgin zu holen, hat aber derzeit keine Priorität.

Lieber konzentriert man sich kurzfristig auf andere Probleme: "Wir werden uns auf die Saison 2012 vorbereiten", erklärt Fomenko, dass Marussia 2011 noch nicht allzu stark in Erscheinung treten wird. "Im Moment haben wir viele Piloten, die im Motorsport mit Unterstützung von Marussia unterwegs sind, insbesondere Ivan Lukashevich. Wir hoffen, dass wir in der Saison 2011 wissen werden, was wir mit den Fahrern für Marussia/Virgin machen."

Der Vertrag des Automobilherstellers mit Virgin läuft zunächst für vier Jahre: "Es ist ein signifikanter Anteil", sagt Virgin-Konzernchef Richard Branson über das Shareholding des neuen Partners. "Virgin war nie ein großer Teilhaber dieses Teams, sondern wir haben ihnen unsere Marke zur Verfügung gestellt und unsere Expertise bei Start-ups. Marussia ist ein Automobilhersteller und bringt in diesem Bereich neue Expertise zu uns, denn Virgin hat keine Verbindung zu einer anderen Autofirma."

Marussia bekommt ein Heimrennen

"Es ist ein langfristiges Engagement und wir freuen uns darauf, dass ein Marussia-Team 2014 beim Grand Prix von Russland am Start stehen wird", gibt der britische Geschäftsmann zu Protokoll. "Marussia war weltweit als Marke nicht so bekannt, aber sie wollen - ganz ähnlich wie Ferrari - die Formel 1 als Werbeplattform nutzen. Sie bauen einen hochqualitativen Sportwagen und wollen künftig auch andere Produkte anbieten."

"Dank des neuen Russlands wird Marussia hoffentlich eines Tages zu den weltweit führenden Automobilherstellern gehören", so Branson, der damit rechnet, dass Marussia erst den Bereich Sportwagen ausbauen wird und später dann auch ins SUV-Geschäft einsteigen könnte. Und er wünscht dem neuen Partner: "Hoffentlich rechnet sich die Formel 1 schon alleine durch die Mehrverkäufe, die sie dadurch haben werden."

"Virgin", fährt er fort, "ist in einigen Ländern außerhalb von Russland sehr stark. In denen können wir Marussia hoffentlich helfen. Marussia wiederum kann uns in Russland helfen. Die Formel 1 wird weltweit von einer Milliarde Menschen verfolgt und wir sind in Ländern präsent, in denen man die Marke Virgin früher nicht gekannt hat: Brasilien und Russland, um zwei Beispiele zu nennen. Bald gibt es auch noch Rennen in Russland und in den USA."

Fotoquelle: xpb.cc

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