Fernandes verzichtet auf die geplanten Farben und gibt diesen Kampf auf

Formel 1 2010

— 11.12.2010

Fernandes gibt im Farbenstreit klein bei

Lotus-Teamchef Tony Fernandes verzichtet auf das geplante schwarz-goldene Farbschema und erleidet damit die erste Niederlage gegen die Lotus-Gruppe

Im Streit Lotus gegen Lotus gibt es die erste Entscheidung: 2011 werden nicht beide Teams mit einem schwarz-goldenen Farbschema an den Start gehen, sondern nur der bisherige Renault-Rennstall. Tony Fernandes vom aus der Saison 2010 bekannten Lotus-Team hat bekannt gegeben, dass er auf die schwarz-goldenen Farben verzichten wird.

Er habe kein Problem mit zwei Lotus-Teams, aber es wre seiner Meinung nach "albern", wenn diese dann auch noch in den gleichen Farben antreten wrden. Daher stellt Fernandes via 'Autosport' klar: "Wir ndern unsere Plne hinsichtlich des Farbschemas. Wir haben erklrt, dass wir in Schwarz und Gold fahren werden, aber wir sind nicht so kindisch, zu behaupten, dass wir mit unseren Plnen Erster waren und es daher um jeden Preis durchziehen wollen."

Lotus-Renault gewinnt Farbenkampf

"Sie haben ihr Auto schwarz-golden angemalt, sie haben ihre Absichten an dieser Front klargemacht, also soll es so sein", gibt der Malaysier im Kampf um das uere Erscheinungsbild schon mal klein bei. Zuvor hatte das Lotus-Renault-Team angedeutet, dass es die Idee mit dem Revival der alten John-Player-Special-Farben zuerst hatte: "Bilder von diesen Autos werden in unserer Marketingabteilung schon seit gut acht Wochen herumgereicht", so Genii-Chef Gerard Lpez.

Aber Fernandes kann der Niederlage auch etwas Gutes abgewinnen: "Hinter jeder dicken Wolkendecke verbirgt sich die Sonne und ich habe einige Nachrichten von Leuten erhalten, die glauben, dass wir mit schwarz-goldenen Farben eine Zigarettenmarke untersttzen wrden. Mir war nicht bewusst, dass JPS in Grobritannien und Teilen des Commonwealth noch verkauft wird. Brauche ich diese Kontroverse? Nein", sagt der Lotus-Teamchef.

Allerdings klingt das ein wenig so, als wrde er im Nachhinein nach Argumenten suchen, um den Verzicht auf die schwarz-goldenen Farben, die er sich noch vor einigen Wochen unbedingt gewnscht hatte, mglichst freiwillig aussehen zu lassen. Lotus hatte sogar schon einen Fan-Wettbewerb gestartet, im Zuge dessen schwarz-goldene Designplne eingereicht werden konnten. Das beste davon wre 2011 verwendet worden.

Nur Showcar statt echter Lackierung

Ganz umsonst soll die Mhe der Fans, die schon Entwrfe gezeichnet haben, aber nicht gewesen sein: "Macht euch keine Sorgen, denn wir werden zumindest ein Showcar in den Siegerfarben bemalen, komme was wolle", schreibt Technikchef Mike Gascoyne auf Twitter und verweist auf eine Abstimmung, im Zuge derer 77 Prozent wollen, dass Lotus bei den grn-gelben Farben bleibt. Nur 15 Prozent bevorzugen eine schwarz-goldene, nur vier Prozent eine rot-goldene Lackierung.

Eine berwiegend grne Lackierung passt laut Fernandes auch zum neuen Reglement: "Nach der gestrigen Bekanntgabe der FIA, was ihre Motorenplne fr 2013 angeht, nmlich eine 'grne' Marschroute, gibt es doch keine bessere Farbe, oder? Also haben wir die Meinung unserer Fans abgefragt und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir grn und gelb bleiben sollten. Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass wir grn-gelb sein werden", betont er.

Dennoch ist Fernandes "enttuscht" darber, dass die Lotus-Gruppe ihre Lizenz zurckgezogen hat und stattdessen nun mit der Kooperation mit Renault/Genii ihr eigenes Ding macht. Er hat ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm ein gemeinsames Projekt am liebsten gewesen wre: "Ich denke, gemeinsam htten wir eine tolle Marke aufbauen knnen", sagt der Malaysier gegenber 'Autosport'. "Das perfekte Szenario wre eine Zusammenlegung mit einem gemeinsamen Ziel gewesen."

Fernandes rgert sich ber Proton

"Wir hatten das Mandat, in fnf Jahren ein Formel-1-Team aufzubauen", fhrt er fort. "In der malaysischen Presse wird geschrieben, dass Proton mit unseren Leistungen nicht zufrieden war, was einer der Grnde fr ihre Aufgabe gewesen sein soll. Ich wei nicht, wie jemand erwarten konnte, dass wir in der ersten Hlfte der Startaufstellung stehen wrden, wo wir doch erst im September die Zusage fr unseren Startplatz bekommen haben."

Er sei "enttuscht, dass wir keine Chance bekommen haben", aber er hat sich nun bereits mit der Situation abgefunden, dass es 2011 zum Duell Lotus gegen Lotus kommen wird: "Das ist eine Situation wie bei Manchester United gegen Manchester City", vergleicht Fernandes die Formel 1 mit dem britischen Klubfuball. Fr Gascoyne ist indes alles klar: "Auf der FIA-Nennliste stehen zwei Autos von Lotus und zwei von Renault."

Das Erbe des ursprnglichen Lotus-Teams um Konstrukteur Colin Chapman stehe ohnehin keinem der beiden Projekte wirklich zu. Fernandes sieht das ein und gibt zu: "Ich bin nicht Colin Chapman und werde das auch nie sein. Er ist eine Legende und wir werden ihm nicht nacheifern", teilt er mit, erklrt aber: "Alles, was er frher getan hat, tun wir nun auch. Er hat ein Team aus dem Nichts aufgebaut und sich nicht einfach wo eingekauft."

Fotoquelle: xpb.cc

Weitere Formel 1 Themen

News

Top 10: Die dominantesten Autos der Formel-1-Geschichte

News

Formel-1-Live-Ticker: Der Sonntag in der Chronologie

News

Fotostrecke: Die grten Hassduelle der Formel-1-Geschichte

News

Formel 1 Ungarn 2017: Teamorder-Diskussionen bei Vettel-Sieg

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung