Luca di Montezemolo möchte nicht, dass die Formel 1 zu einer "Billigserie" verkommt

Formel 1 2010

— 17.12.2010

Di Montezemolo unterstützt die Traditionsrennen

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo plädiert für den Erhalt der Traditionsrennen in der Formel 1 und zeigt sich nicht mit allen Neuerungen zufrieden

Vor wenigen Tagen wurde das Verbot der Stallregie in der Formel 1 aufgehoben, was Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo auf das Wärmste begrüßt. Der Italiener ist aber nicht mit allem einverstanden, was aktuell in der "Königsklasse" diskutiert wird. So stört sich das Oberhaupt der Traditionsmannschaft aus Maranello unter anderem an den neuen Grands Prix im Kalender.

Bei manchen der modernen Kurse könne man das Gefühl bekommen, der Fokus liege eher auf der Architektur der Streckengebäude als auf dem Rennprodukt, sagte di Montezemolo am Rande eines Mediendinners beim Ferrari-Stammsitz in Italien. "Es ist schön, neue Strecken im Kalender zu haben. Wir müssen aber Vorsicht walten lassen", meint der 63-Jährige im Hinblick auf die Rennplanung.

Die Ticketkosten sind nicht fanfreundlich

Man dürfe die großen Klassiker, auf denen die Formel 1 groß geworden ist, nicht ins Abseits drängen. "Wir brauchen die historischen Kurse wie Suzuka, São Paulo, Silverstone und Spa-Francorchamps", stellt di Montezemolo heraus. "Es ist sehr wichtig für die Formel 1, ein Erbe und Glaubwürdigkeit zu haben." Zu einem erschwinglichen Preis, wie der Ferrari-Präsident diesbezüglich hinzufügt.

Die Ticketpreise der Formel 1 seien nicht gerade fanfreundlich gestaltet. Daran müsse man arbeiten, wolle man die Attraktivität eines Rennbesuchs fördern. "Mein Sohn kann gemeinsam mit seiner Freundin um die Welt reisen - für weniger Geld als er für zwei Tickets beim Monza-Rennen aufbringen müsste", meint di Montezemolo. Der Italiener stört sich allerdings auch an den technischen Regeln.

Diese sehen in den kommenden Jahren eine Umstellung des Motorenformats vor - ein Wechsel, dem di Montezemolo nur bedingt Gutes abgewinnen kann. "Ich bin sehr für Nachhaltigkeit. Den neuen 1,6 Liter Turbomotor muss ich wohl akzeptieren, denn wir bei Ferrari wollen nicht immer streitsüchtig sein. Ich mag das Konzept aber nicht, denn es geht zu weit", gibt der Ferrari-Präsident zu Protokoll.

Di Montezemolo will keine "Billigformel"

"Ich sehe ein, dass wir Kosten einsparen müssen, doch diese 'Billigformel' ist nicht gut für unsere Rennserie. Billig zu sein ist etwas anderes als kostengünstig zu sein", sagt di Montezemolo. "Wir wollen jedenfalls, dass man die Formel 1 mit Innovationen und neuen Technologien verbindet." Und nicht zuletzt ist den Teams auch viel daran gelegen, mehr Mitspracherecht und Gelder zu erhalten.

Im Hinblick auf das bald auslaufende Concorde Agreement der Formel 1 zeigt sich di Montezemolo angriffslustig: "Wir befinden uns an einer Weggabelung. Wir tragen die Formel 1 in unserem Herzen, aber wollen nicht in einem Formel-1-Gefängnis sitzen." Verschiedene Szenarien stehen für die Zeit nach 2012 im Raum, doch der italienische Teampräsident hat eine favorisierte Möglichkeit.

"Für mich hat die Präsenz von Bernie absolute Priorität", hält di Montezemolo abschließend fest und fügt hinzu: "Die Formel 1 kann nämlich nicht von der Börse regiert werden. Wir brauchen Leute mit Glaubwürdigkeit, Persönlichkeit und Erfahrung. Unterm Strich wird es uns allerdings immer gelingen, einen anderen Promoter zu finden. Dieses Business ist schließlich nicht überaus kompliziert."

Fotoquelle: xpb.cc

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