Jonathan Palmer - hier mit Sohn Jolyon - verfolgt die Formel 1 sehr interessiert

Formel 1 2010

— 20.12.2010

Palmer bricht eine Lanze für die neuen Teams

Ex-Formel-1-Pilot Jonathan Palmer plädiert dafür, nicht zu hart mit den Neueinsteigern ins Gericht zu gehen - Unterschätzte Fahrer als heimliche Helden?

HRT, Lotus und Virgin traten in dieser Saison der Formel-1-WM bei und hielten sich dabei zumeist im Hinterfeld auf - zu groß war der Abstand der drei neuen Teams, als dass sie ernsthaft in den Kampf um die Positionen im Mittelfeld eingreifen konnten. Speziell am Jahresanfang wurde aus diesem Grund heftige Kritik an den Neueinsteigern laut, war der Rückstand zu Beginn doch eklatant groß.

Der frühere Formel-1-Pilot Jonathan Palmer ist allerdings der Ansicht, dass man diesbezüglich "aus einer Mücke einen Elefanten" gemacht habe, wie er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' erläutert. "Als ich 1984 in die Formel 1 kam, war das RAM-Team, für das ich damals antrat, zuweilen bis zu zehn Sekunden langsamer als die Spitze. Bei HRT waren es anfangs nur rund sieben Sekunden."

"Zu meiner Zeit waren die Abstände also noch viel gewaltiger", stellt der Brite heraus. "Man darf halt nicht vergessen: Durch Geld kommst du voran. Für die Hinterbänkler ist das keine einfache Aufgabe. Man muss sich nur einmal die Rennwagen ansehen: Zum Beispiel bei HRT waren keine größeren Sponsoren zu sehen. Solche Rennställe haben angesichts der Umstände nur geringe Chancen."

Die Formel 1 reguliert sich von selbst

"Sie tun sich nämlich schwer damit, ausreichend Geldgeber zu finden, um das Rennprojekt auf vollkommen solide Beine zu stellen", sagt Palmer. "Ich halte das aber nicht für ein großes Problem. Mit solchen Schwierigkeiten muss man sich als neues Team nun eben herumschlagen. Man muss Geduld haben mit den Neulingen, denn sie geben sich wirklich alle Mühe", erklärt der 54-Jährige.

"Wenn sie schwach sind, werden sie irgendwann wieder aufhören. Sind sie stark, werden sie weitermachen. Ich halte mich aber nicht damit auf, über die Zukunft von gewissen Rennställen zu spekulieren. Ich habe meine Rennserie, um die ich mich kümmern muss, und mein Unternehmen", hält Palmer fest. Gewisse Entwicklungen beobachtet der Ex-Rennfahrer aber mit großem Interesse.

Zum Beispiel das erfolgreiche Abschneiden von Red Bull 2010: "Ich freue mich außerordentlich für Adrian Newey, denn er ist ein guter Freund von mir. Ich freue mich auch für Christian Horner", meint Palmer und merkt an: "Man muss Red Bull ein großes Lob aussprechen, dass sie über all die Jahre das Engagement in der Formel 1 aufrecht erhalten haben. Dietrich Mateschitz verdient den Erfolg."

Hoch- und Tiefpunkte bei den Topstars

Dies gelte insbesondere auch für einige Piloten aus der Formel 1, die in der jüngeren Vergangenheit beinahe wie Phoenix aus der Asche aufgestiegen seien. "Interessant ist, wie gut sich Mark Webber verkauft. Vor ein bis zwei Jahren dachte noch jeder, er würde Rückschritte machen. Er hat sich aber stark zurückgekämpft und konnte Sebastian Vettel hin und wieder sogar schlagen", sagt Palmer.

"Das spricht für sich. Ähnlich ist es bei Jenson Button. Vor ein paar Jahren hätte man ihn niemals zur Riege der Top-3- oder Top-5-Piloten gezählt. Ich denke, wir alle müssen die Lektion lernen, dass wir nicht vorschnell über andere urteilen und diese in eine bestimmte Ecke stellen sollten", erklärt der Routinier und fügt hinzu: "Der Unterschied zwischen den Spitzenfahrern ist nun einmal sehr klein."

Und genau dieser geringe Abstand könne sich "von Saison zu Saison" verändern. "Wenn man die menschliche Komponente in den Vordergrund rückt, geht es in der Formel 1 ohnehin sehr viel enger zu, als man eigentlich denkt", meint Palmer. Den Fans der "Königsklasse" kann diese Entwicklung nur recht sein - 2010 kämpften beim Saisonfinale schließlich noch vier Piloten um den Fahrer-WM-Titel...

Fotoquelle: Formula Two

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