So ähnlich wie der 1980er Williams könnten die Formel-1-Boliden 2013 aussehen

Formel 1 2010

— 21.12.2010

Formel 1 ab 2013 mit radikal neuem Erscheinungsbild

Wenn die technische Arbeitsgruppe den Regelvorschlag von Head und Byrne wie erwartet absegnet, werden 2013 die Ground-Effect-Autos zurückkehren

Schon 2009 mussten sich Formel-1-Fans durch die Reglementrevolution an ein neues Erscheinungsbild der Boliden gewöhnen: Der Frontflügel wurde wesentlich breiter, der Heckflügel höher und schmäler, der Großteil der Luftleitbleche an den Autos wurde verboten. All diese Veränderungen wurden von der sogenannten "Überholkommission", bestehend aus Rory Byrne, Paddy Lowe und Pat Symonds, ausgearbeitet, um Überholmanöver zu erleichtern.

2013 gibt es nun die nächste radikale Änderung - diesmal werden die Autos optisch sogar noch stärker verändert. Während der Frontflügel 2009 deutlich dominanter wurde, passiert nun das Gegenteil: Die Autos werden ab 2013 kleine Front- und Heckflügel haben, dafür verschwindet der flache Unterboden, er darf in Zukunft der Länge nach geformt sein. Der Großteil des Abtriebs wird dann nicht mehr wie bisher über die Flügel, sondern über den Unterboden generiert - das Comeback des sogenannten "Ground Effect".

Dies soll vor allem dafür sorgen, dass mehr überholt wird. Bisher verloren Formel-1-Autos beim Nachfahren eines anderen Autos durch die großteils vom Heckflügel verursachten Luftverwirbelungen des Vordermannes an Abtrieb, was das Überholen deutlich erschwerte. Wenn in Zukunft der Unterboden die aerodynamische Hauptrolle spielt, dann sollte das die Boliden weniger empfindlich machen.

Endgültige Entscheidung im Januar

Die Urheber des neuen Reglements sind Williams-Technikchef Patrick Head und Ex-Ferrari-Designer Byrne, der auch in der Überholkommission sitzt. Die Vorschläge werden diese Woche an alle Teams geschickt, beim Treffen der technischen Arbeitsgruppe im Januar dürfen die Rennställe dann Änderungsvorschläge vorbringen. Es ist aber davon auszugehen, dass das Reglement im Großen und Ganzen abgesegnet wird.

Das Herzstück des neuen Reglements sind die neuen 1,6-Liter-Vierzylinder-Motoren mit einer festgelegten Höchstdrehzahl von 12.000 Umdrehungen pro Minute - die Autos werden um 36 Prozent weniger Sprit verbrauchen. So will man die Formel 1 umweltfreundlicher machen. Head bestätigt gegenüber 'BBC Sport': "Wir werden nur noch rund 65 Prozent der aktuellen Spritmenge mitführen, außerdem gibt es eine verringerte Durchflussmenge."

Das waren die einzigen Fixpunkte, als Head und Byrne beauftragt wurden, ein neues Reglement zu konzipieren: "Uns wurde gesagt, dass es so sein wird und wir jetzt mit Fahrzeugspezifikationen aufkommen müssen, die nicht mehr als fünf Sekunden pro Runde langsamer sind als ein aktuelles Formel-1-Auto."

Droht durch "Ground-Effect" Gefahr?

Daraufhin nützte man die zur Verfügung stehenden Simulationsmöglichkeiten, um an einer Lösung zu arbeiten: "Einige Streckensimulationen wurden von Byrne bei Ferrari durchgeführt", erzählt Head. "Wir suchten nach Werten für Luftwiderstand und Abtrieb. Dann erstellten wir eine Fahrzeuggeometrie, die diese Werte erreicht." Die beiden hatten dabei stets im Hinterkopf, dass die neuen Regeln das Überholen erleichtern sollten - so kamen sie schließlich auf die Unterboden-Lösung.

Geformte Unterböden waren bis 1982 in der Formel 1 erlaubt. Doch eine Serie von gefährlichen Unfällen veranlasste schließlich die Regelhüter zur Einführung einer flachen Bodenplatte. Diese Gefahr sollte 2013 gebannt sein, da die Schürzen, die an den Seitenkästen der Autos sogar den Boden berührt haben, weiterhin verboten bleiben.

Sie waren es, die den Saugeffekt deutlich verstärkten und atemberaubende Kurvengeschwindigkeiten möglich machten. Beim neuen Reglement wird aber der tiefste Punkt des Unterbodens weiterhin im Zentrum liegen. Die Autos sollen allgemein weniger Abtrieb generieren als bisher: Nur noch 50 Prozent einer Runde können in Zukunft laut Reglement durchschnittlich mit Vollgas durchfahren werden, derzeit sind es noch 70 Prozent.

Fotoquelle: Williams

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