Formel-1-Legende John Surtees übt Kritik an Streckenarchitekt Hermann Tilke

Formel 1 2010

— 23.12.2010

Surtees: "Hoffentlich gibt es 2011 mehr Überholmanöver"

Ex-Champion John Surtees hat an der Saison 2010 nur eines auszusetzen: mangelnde Überholmanöver - Was er Tilke vorwirft und worauf er nun hofft

Sebastian Vettel brach in seiner noch jungen Karriere viele Rekorde. Er ist der jüngste Weltmeister, der jüngste Sieger, der jüngste Pole-Setter und der jüngste Punktesammler der Formel-1-Geschichte. Doch ein Rekord wird für den Deutschen möglicherweise unerreicht bleiben: sowohl in der Formel 1, als auch in der Motorrad-WM den Titel zu holen. Das gelang bisher nur dem Briten John Surtees.

Durch die Karriere seines Sohnes, der im Vorjahr beim Formel-2-Rennen in Brands Hatch von einem Rad erschlagen wurde und auf tragische Weise ums Leben kam, blieb Surtees stets im Umfeld der Formel 1. 2008 fuhr sein Sohn in der Formel BMW und damit einige Male im Rahmenprogramm der Grands Prix.

Daher überrascht ihn Vettels Rekordjagd wenig, wie er gegenüber 'Pitpass' bestätigt: "Er ist ein junger Mann, der nur ein paar Saisonen vor Henry war, als dieser Kart fuhr. In der Formel BMW haben wir ihn genauer beobachtet und waren über die Jahre sehr beeindruckt, wie er auf seinem vorherbestimmten Weg attackiert hat. Ich finde, dass wir einen sehr verdienten Weltmeister haben."

Die größte Saison aller Zeiten?

Während der Red-Bull-Pilot in dieser Saison einige Male für seine Reaktion auf Niederlagen kritisiert wurde, zeigt sich die Formel-1-Legende beeindruckt: "Als alles schief ging und sein Motor in Südkorea hochging, da gab es immer noch ein Funkeln und ein Grinsen. Das war sehr wichtig und zeigt, dass es hier etwas ganz besonderes gibt."

Für viele war der Titel-Showdown mit vier Fahrern mit theoretischen Chancen Grund genug, damit die Saison als spannendste aller Zeiten in die Geschichte eingeht. Das würde Surtees nicht sofort unterschreiben: "Es ist immer schwer zu sagen, ob es die größte aller Zeiten war, doch es war mit Sicherheit eine großartige Saison - trotz einigen Dingen, mit denen man sich heute abfinden muss. Es war gewaltig, es gab Reibung, die zum Beispiel durch die Zwischenfälle und durch das Pech bei Red Bull hereingebracht wurde."

Kritik an Tilke

Wenn es etwas gibt, mit dem der 76-Jährige nicht uneingeschränkt zufrieden ist, dann ist es die Anzahl der Überholmanöver. Für ihn war der Kurs in Abu Dhabi, auf dem sich Fernando Alonso das gesamte Rennen lang an Vitaly Petrov die Zähne ausgebissen hatte, eine Art Spannungskiller: "Ich applaudiere den Menschen für ihre Investitionen, dass man an Orten wie Abu Dhabi Rennen fahren kann, doch ich hätte mir eine Strecke gewünscht, die es den Leuten erlaubt, ihr Können zu einem größeren Anteil zu zeigen. Das ist ein bisschen schade."

Surtees übt daraufhin Kritik am Aachener Rennstrecken-Archtitekten Hermann Tilke, der unter anderem für den Yas Marina Circuit verantwortlich zeichnet: "Hätte man bei manchen Kurven ein bisschen besser nachgedacht, dann hätten Fahrer ihre Überholmanöver durchführen können, was notwendig gewesen wäre. Aus dieser Perspektive taten mir Mark Webber und natürlich Fernando Alonso leid, denn sie waren in ihren Möglichkeiten beschränkt."

Nun setzt er seine Hoffnungen in die Regeländerungen für die Saison 2011 die es den Piloten neben der Rückkehr des Energie-Rückgewinnungs-Systems KERS erstmals seit langem erlaubt, den Heckflügel während des Rennens zu verstellen. "Schaut mal, wie viele Weltmeister wir nächstes Jahr haben werden", bezieht er sich darauf, dass durch Vettel nun sogar fünf Titelträger am Start sein werden. "Das ist fantastisch und ich hoffe nur, dass die neuen Regeln mit den verstellbaren Flügeln eine positive Auswirkung auf das Überholen haben. Wenn man auf Strecken wie Abu Dhabi kommt, dann ist das nämlich ein Problem."

Fotoquelle: xpb.cc

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