Luca di Montezemolo stichelte wieder in Richtung von Bernie Ecclestone

Formel 1 2010

— 23.12.2010

Verstößt Ferrari gegen das Concorde-Agreement?

Luca di Montezemolos jüngstes Säbelrasseln hinsichtlich einer möglichen Piratenserie verstößt offenbar gegen das Concorde-Agreement

Luca di Montezemolo sorgte dieser Tage wieder einmal für Schlagzeilen während der ansonsten selbst in der Formel 1 besinnlichen Winterzeit. Denn der Ferrari-Präsident wiederholte einerseits seine Forderung nach Drei-Auto-Teams und brachte vor allem erneut das Phantom "Piratenserie" ins Spiel, wenn auch diesmal in weniger aggressiverer Wortwahl als in der Vergangenheit.

"Wir befinden uns an einer Kreuzung", sagte er im Rahmen eines Mediendinners. "Wir tragen die Formel 1 in unseren Herzen, aber wir wollen nicht in einem Formel-1-Gefängnis stecken." Damit spielte er auf die seiner Meinung nach zu geringe Einnahmenbeteiligung der Teams an - und er stellte in den Raum: "Wir können immer einen anderen Vermarkter finden. Unterm Strich ist dieses Business gar nicht so kompliziert."

Bernie Ecclestone tat diese Kritik prompt als Säbelrasseln ab und erklärte, di Montezemolo fordere Jahr für Jahr mehr Geld, könne sich aber meist schon wenig später nicht mehr erinnern, was er eigentlich gesagt hat. Doch beim Inhaber der kommerziellen Rechte der Formel 1, der Investmentgesellschaft CVC, dürften die Kommentare aus dem Ferrari-Lager nicht gut ankommen. Spekulationen über eine "Piratenserie" können schließlich geschäftsschädigend sein.

Und nicht nur das, sie verstoßen laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' auch gegen das aktuelle Concorde-Agreement. Zumindest dann, wenn sie nicht von den Medien ins Rollen gebracht werden, sondern von einer der unterzeichnenden Parteien der "Verfassung" der Königsklasse. Das ist bei di Montezemolo zweifellos der Fall - und was er so galant "Wechsel des Vermarkters" nennt, ist in Wahrheit nichts anderes als eine "Piratenserie".

Denn die Concorde-Agreement-Parteien haben aus ihrem letzten Machtkampf, als von beiden Seiten verschiedene Drohszenarien skizziert wurden, gelernt und sich genau dagegen abgesichert. Sprich: Vor 1. Januar 2012 (also ein Jahr vor Ablauf des Concorde-Agreements) ist das Thema "Piratenserie" tabu und darf zumindest in der Öffentlichkeit nicht ins Spiel gebracht werden, um der Formel-1-Weltmeisterschaft nicht zu schaden.

Ob di Montezemolo beziehungsweise Ferrari aufgrund des Mediendinners Konsequenzen drohen, ist unklar, höchstwahrscheinlich wird man die Angelegenheit aber hinter verschlossenen Türen regeln. Zudem hat der Italiener eine "Piratenserie" nicht explizit angedroht, sondern einen "Wechsel des Vermarkters" lediglich als eines von drei möglichen Szenarien aufgezeichnet, um den Teams mehr Einnahmen zu bescheren.

Fotoquelle: Ferrari

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