Sebastian Vettel freut sich darauf, endlich ein bisschen zur Ruhe zu kommen

Formel 1 2010

— 24.12.2010

Formel-1-Weihnachten: Von spaßig bis beschaulich

Die Formel 1 und das Frohe Fest: Von lustigen Karten, beschaulicher Zeit, tiefem Norden und sommerlichem Süden und einem Zauberer namens Alonso

Nun ist auch in der sonst so schnellen und lauten PS-Branche die "stade Zeit" angebrochen: Auch in der Formel 1 macht sich Weihnachtsstimmung breit. Fahrer und Teams twittern ihre Weihnachtsgrüße, via 'Facebook' wünscht man den Fans ein Frohes Fest und einen guten Rutsch. Neben den ganz modernen Mitteln zur Festtagskorrespondenz ist aber nach wie vor ein Klassiker auch in der Formel 1 beliebt: die Weihnachtskarte.

Die jährliche Weihnachtspost von Bernie Ecclestone ist inzwischen Kult. Nur einige wenige Auserwählte erhalten vom Formel-1-Boss jedes Jahr eine Weihnachtskarte, doch deren Motive sorgen immer wieder weit über diesen Kreis hinaus für ein Schmunzeln. In diesem Jahr hat Ecclestone Red Bull zum Thema gewählt. Abgebildet sind Mark Webber und Sebastian Vettel, die vor der Teamgarage stehen. Dazwischen ein gestresst aussehender Christian Horner, der gerade eine Münze geworfen hat. Bildunterschrift: "Sie fällt nicht immer so, wie du denkst."

Das Weltmeisterteam Red Bull selbst setzt bei seiner Weihnachtskarte ebenfalls auf eine Karikatur - und kann sich dabei einen kräftigen Seitenhieb auf Ferrari nicht verkneifen. Auf der Red-Bull-Karte rast Vettel in seinem Boliden durch den tiefen Schnee, als von hinten der Weihnachtsmann mit seinem Rentierschlitten angeflogen kommt. Dazu ist ein Funkspruch an den frischgebackenen Weltmeister Vettel zu lesen: "Santa ist schneller als du. Bitte bestätige, dass du diese Nachricht verstehst." Im Original stammt dieser Funkverkehr aus der umstrittenen Ferrari-Stallorder von Hockenheim.

In Sachen Feiermarathon hat Vettel dem Weihnachtsmann in diesem Jahr aber sicher einiges voraus. Seit seinem WM-Triumph ist er dauernd unterwegs, Termine hier, Interviews dort, Werbeaufnahmen für ein Shampoo und Vorbereitungsarbeit auf das nächste Jahr - sein Terminkalender ist voll. Nun ist Vettel froh, dass er am Ende des Jahres, das für ihn "wie eine Achterbahnfahrt mit einem sehr glücklichen Ende" war, endlich ein bisschen Ruhe findet.

Weihnachten verbringt der neue Weltmeister deshalb auch ganz beschaulich zu Hause in Heppenheim. "Weihnachten ist man bei seiner Familie. So bin ich aufgewachsen und daran, glaube ich, wird sich auch nichts ändern", sagt er der 'Bild'-Zeitung. "Man gönnt sich da ein bisschen Ruhe, nimmt sich die Zeit, um an ganz andere Dinge zu denken, Dinge die auch wichtig sind wie Familie und Freunde."

"Hoffentlich liegt überall Schnee. Hoffentlich kommt der Weihnachtsmann vorbei und verteilt ordentlich Geschenke", fiebert er dem Fest entgegen. Spezielle Wünsche hat Vettel aber nicht, schließlich ist in diesem Jahr für ihn schon alles in Erfüllung gegangen. Er lässt sich einfach überraschen und hofft, "dass es wie immer ein schönes Fest wird."

Schneechaos, Eiseskälte und Sommer im Dezember

Den vielen Schnee, den sich Vettel erhofft, hatte Mercedes-Pilot Nico Rosberg bereits. Der Weg zur Mercedes-Weihnachtsfeier nach Stuttgart gestaltete sich für ihn aufgrund des Winterchaos der vergangenen Wochen als äußerst beschwerlich. Eigentlich wollte der Wahlmonegasse zusammen mit David Coulthard von Nizza nach Stuttgart fliegen, doch der Flieger musste nach München ausweichen und dort landen. Dort nahmen sich die beiden einen Leihwagen, stellten aber fest, dass dieser Sommerreifen hatte. Also entschieden sich Rosberg und Coulthard, mit dem Zug nach Stuttgart zu fahren - und dort sind sie trotz all der Verspätungen auch irgendwann angekommen.

Das hat Rosbergs Freude am Winter und an der weißen Pracht aber wohl offensichtlich nicht geschmälert. Denn es zog ihn weiter in den hohen Norden, direkt in die Heimat des Weihnachtsmannes, nach Lappland. Dort stand Training unter extremen Bedingungen auf dem Programm. So ging Rosberg mit seiner Familie zum Langlaufen, bei bitterkalten minus 25 Grad Celsius. Der Mercedes-Pilot wagte sich nur entsprechend vermummt auf die Loipe - und stellte das passende Foto gleich ins Internet.

McLaren-Pilot Jenson Button entschied sich für das andere Extrem. Er entfloh Schnee, Kälte und Eis ans andere Ende der Welt. Der Weltmeister von 2009 nahm wieder an einem Triathlon teil, und zwar im sommerlich warmen Westen von Australien. Button startete mit 800 anderen Teilnehmern in die Sprintdistanz des Rockingham-Triathlons. Mit einer Zeit von 1:01.52 Stunden belegte er den 35. Gesamtrang. Seine Freundin Jessica Michibata wagte sich übrigens zum ersten Mal selbst auch an den Start.

Alonso, der Zauberer

Auch Vizeweltmeister Fernando Alonso zog es im Endspurt vor Weihnachten in den Süden, aber nicht ganz so weit wie Button. Für den Ferrari-Piloten ging es in sein Heimatland Spanien. Dort nahm er an einer Benefizveranstaltung von Sponsor Santander, der "Gala Solidaria 2010" teil. Über 1.000 Menschen sind zu dieser Party gekommen, darunter 600 Kinder, denn um sie ging es bei dieser Veranstaltung. Alle Besucher haben Geschenke mitgebracht, die zu Weihnachten von Stiftungen an bedürftige Kinder verteilt werden.

"Ich freue mich sehr, dass so viele Geschenke hierher gebracht wurden", sagte Alonso. "Was uns angeht, dann hoffe ich, dass wir ihnen im nächsten Jahr ein Geschenk machen können, indem wir die Weltmeisterschaft gewinnen." Doch der Spanier begeisterte die Kinder bei der Veranstaltung auch ohne Titel - denn er unterhielt sie zwischendurch mit Kartentricks. Alonso behielt auch seine gute Laune, als er danach in einer Pressekonferenz gefragt wurde, ob er Red Bull trinke, um fit zu bleiben. Das verneinte er schnell und schmunzelnd.

Alonsos vorweihnachtlicher Terminkalender führte ihn auch in ein Kinderkrankenhaus in Madrid. Die Stiftung Abracadabra hatte es einigen der kleinen Patienten ermöglicht, ein bisschen Zeit mit ihrem Helden zu verbringen. Auch hier fesselte Alonso seine jungen Zuschauer mit Zaubertricks - er spielte aber auch ganz normal auf Spielkonsolen mit den Kindern.

Wie für alle Formel-1-Fahrer steht aber nun auch für Alonso die Ruhe im Mittelpunkt. Der Ferrari-Pilot gönnt sich zwei Wochen Ferien mit seiner Familie und engen Freunden, um seine Batterien wieder aufzuladen. Seinen nächsten öffentlichen Auftritt hat er erst wieder beim traditionellen Ferrari-Saisonauftakt Wrooom am 10. Januar in Madonna di Campiglio.

Fotoquelle: xpb.cc

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