Sogar Mercedes hat während der Saison 2010 rund eine Sekunde gefunden

Formel 1 2010

— 26.12.2010

Mercedes: 2010 eine Sekunde gefunden

Ross Brawn erklärt, wie stark die Autos während einer Saison weiterentwickelt werden, und definiert das Anforderungsprofil an Reifenhersteller Pirelli

Die Formel 1 ist in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem Entwicklungsrennen geworden. Galt noch vor zehn bis 15 Jahren der Grundsatz, dass ein schlechtes Auto am Saisonbeginn später nicht mehr zu retten ist, so hat spätestens McLaren 2009 demonstriert, wie man aus einem Totalflop binnen weniger Monate ein Siegerauto machen kann.

Doch die Frage, wie viel Zeit ein Team während einer Saison findet, ist von außen betrachtet enorm schwierig zu beantworten, weil alle weiterentwickeln. McLaren hat einst die Vorgabe ausgegeben, pro Rennen eine Zehntelsekunde zu finden, was auf die Saison gesehen einen Fortschritt von mehr als eineinhalb Sekunden bedeuten würde. Mercedes-Teamchef Ross Brawn glaubt hingegen, dass seine Ingenieure 2010 "vielleicht eine Sekunde" gefunden haben.

Höhen und Tiefen bei Mercedes

"Im Vergleich zur Spitze sind wir vielleicht ein bisschen abgefallen, nicht viel, aber wir sind in den letzten paar Rennen wieder ein wenig zurückgekommen. Ich denke also, es war ungefähr eine Sekunde", erklärt er. "Interessanterweise sind wir auch davon überzeugt, dass dieses Auto deutlich schneller ist als das Vorjahresauto, aber andere Leute haben größere Fortschritte gemacht als wir. Ein bis eineinhalb Sekunden sind der übliche Fortschritt über den Winter und während der Saison."

Was den Anpressdruck angeht, so vermutet Brawn nicht, dass die Formel 1 nach den Regeländerungen die gleichen Zahlen erreichen wird wie in der zurückliegenden Saison: "Ich glaube nicht, dass das aktuelle Niveau der Topteams erreicht wird", gibt er zu Protokoll. "Was die Rundenzeiten angeht, wissen wir ja nicht, wie gut die Reifen sein werden. Aber die Rundenzeiten sind uns in Bezug auf die Reifen auch gar nicht so wichtig."

Ein großer Anpressdruck-Erzeuger war bisher der Doppeldiffusor, der ab kommender Saison verboten sein wird. Mercedes (Brawn) hat mit einem konventionellen Diffusor im Gegensatz zu anderen Teams keine aktuellen Erfahrungswerte, weil das Team im Winter 2008/09 Pionier des Doppeldiffusors war. Ob das 2011 zum Nachteil werden könnte? "Glaube ich nicht", winkt Brawn ab. "Wir hatten im Vorjahr einen konventionellen Unterboden fertig und testeten ihn im Windkanal."

Keine Angst vor dem Diffusor

"Die dynamischen Eigenschaften des Unterbodens sind gleich", erläutert der 56-Jährige. "Was wir bisher gesehen haben, ist das Fahrverhalten mit und ohne Doppeldiffusor sehr ähnlich. Natürlich werden wir weniger Anpressdruck haben, aber bis zum ersten Rennen werden wir einiges davon schon wieder aufgeholt haben und am Saisonende könnten wir schon wieder auf dem gleichen Niveau sein wie jetzt. So ist es immer in der Formel 1."

Die vielleicht größte technische Veränderung in der Königsklasse des Motorsports stellen aber die Reifen dar, denn nach jahrelangem Bridgestone-Monopol wird ab 2011 der italienische Hersteller Pirelli die Formel 1 beliefern. Nach den ersten Testfahrten deutet vieles darauf hin, dass die Balance dadurch wieder mehr in Richtung Übersteuern verschoben wird. Die Teams wünschen sich aber vor allem, dass die Unterschiede der beiden Gummimischungen groß sind.

"Sie müssen vor allem für alle Teams gleich sein und wir wollen aggressive Reifen, was das Performance/Verschleiß-Verhältnis angeht, damit die Rennen interessant werden", so Brawn. "Dieses Jahr hatten wir einige sehr aufregende Rennen, wenn der Option bei starkem Verschleiß sehr viel Grip bot, zum Beispiel in Kanada. Wir sollten die Reifen also auf Basis der Show, die sie bieten, bewerten, nicht auf Basis der Rundenzeiten, die damit möglich sind."

Fotoquelle: Bridgestone

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