Kann Austin eine Brücke zwischen Formel 1 und Amerikanern bauen?

Formel 1 2011

— 03.01.2011

Wie die Formel 1 in den USA punkten könnte

Der amerikanische Sponsoringexperte Steve Madincea über die Chancen der Formel 1 in Austin: "Ich hätte mich für Miami entschieden"

Im kommenden Jahr wird die Formel 1 wieder in den USA gastieren. Bernie Ecclestone präsentierte mit der texanischen Hauptstadt Austin einen Schauplatz, mit dem vorher wohl niemand gerechnet hatte. In den letzten Tagen des Jahres 2010 rollten die ersten Baumaschinen an, um in den kommenden Monaten aus einem bisherigen Brachland eine neue Heimstätte der Formel 1 in den USA zu formen.

Der örtliche Promoter Tavo Hellmund lobt die Auswahl des Standortes, die Unterstützung durch die hiesige Wirtschaft und Behörden in höchsten Tönen, dennoch gibt es auch immer wieder laute Stimmen des Zweifels aus verschiedenen Richtungen. Die Formel 1 hatte im "Land der unberenzten Möglichkeiten" bisher nur begrenzten Erfolg.

Dass sich die Königsklasse bei den Amerikanern nie recht in die Herzen fahren konnte, hat verschiedene Gründe. Nicht zuletzt das Michelin-Reifendebakel 2005 in Indianapolis, als gerade einmal sechs Autos die Renndistanz in Angriff nahmen. "Das war der Anfang vom Ende", sagt der erfahrene Sport-Sponsoringexperte Steve Madincea im Gespräch mit 'race422.com'.

Miami als idealer Standort?

"Scott Speed brachte als Fahrer aus irgendeinem Grund nicht die nötige Leistung, die neuen Teams aus den USA schafften es aus irgendwelchen Gründen nicht in die Startaufstellung. Diese Rückschläge haben der Formel 1 nicht gut getan", sagt der PRISM-Gründer. "Aber bezüglich Austin bin ich guter Dinge." Allerdings sei aus seiner Sicht Texas nicht die allererste Wahl.

"Die Stadt ist im Aufbruch, internationale Präsenz wird dabei helfen", so Madincea. "Die Entwicklung könnte so werden wie früher in Adelaide oder Melbourne. Aber aus meiner Erfahrung heraus hätte ich mich für Miami entschieden. Die Stadt ist viel internationaler gesprägt, sie gilt gewissermaßen als Tor zu Zentral- und Südamerika. Aber dem Thema Austin stehe ich nun sehr offen gegenüber."

"Zuerst herrschte vielerorts große Skepsis. Man fragte sich, warum es unbedingt Austin sein sollte", erklärt der Amerikaner. "Die Stadt ist bekannt, aber längst nicht so sehr wie New York, Los Angeles, Boston oder andere große Metropolen. Aber diese Städte wie Austin sind auf dem Vormarsch. Dort sitzen zum Beispiel große Unternehmen wie Dell. Die Skepsis ist nun mehr und mehr einem Optimismus gewichen."

Aus Sicht des Marketingexperten ist das Interesse von Seiten potenzieller Sponsoren in den USA sei jeher groß. "Für Mercedes beispielsweise ist es ein gigantischer Markt. Aber auch die normalen Sponsoren in der Formel 1 wissen, dass dort viel zu holen ist. Im Moment liegt dort für die Formel 1 viel Potenzial brach. Am besten ausschöpfen könnte man es mit zwei Rennen, aber ein Rennen ist schon mal ein guter Anfang."

New York als "heiliger Gral"

Madincea sieht die Bemühungen von Bernie Ecclestone um ein Sraßenrennen in New York oder New Jersey positiv. "Das ist der Traum, der heilige Gral", so der Manager. "Perfekt wäre es, ein Rennen an der einen Küste und ein anderes an der anderen Küste zu haben. Jetzt macht man den Anfang, und das ist ein gutes Signal." Was den Amerikanern nun noch fehlt, ist ein Pilot im Spitzenfeld - ein Speed mit Speed.

"Das hat zwei Seiten", erklärt Madincea. "Natürlich wäre so etwas grundsätzlich schön, aber wenn du einen Landsmann hast, der nur hinten herum fährt, dann ist es eher negativ. Natürlich könnte jemand wie Danica Patrick viel bewirken. Sie hat in den USA ein Ansehen, wie manch anderer nach drei Titelgewinnen in Folge. Mit ihr könnte man Zuschauer anlocken, vor allem junge Frauen könnten ein ganz neues Fass aufmachen."

Vor allem von mexikanischen Neuzugängen wie Sergio Perez (Sauber) könnte der Standort Austin profitieren. "Der mexikanische und amerikanischen Markt sind in der Gesamtheit enorm stark. Hoffentlich können junge Piloten aus Mexiko einen Schub bringen", sagt der Sponsoringfachmann. "Insgesamt muss sich die Formel 1 auf die amerikanische Sicht umstellen."

"Das bedeutet, dass die Sponsoren beispielsweise schon einen oder mehrere Monate vor dem Rennen mit intensiven Promotions beginnen sollten. Teams und Piloten sollten einige Wochen durch Amerika tingeln. Daher wären zwei Rennen gut, die iem Abstand von zwei Wochen ausgetragen werden", beschreibt Madincea. "So bleibe die Formel 1 im Gespräch. Die Formel 1 muss Amerika entdecken und Amerika muss die Formel 1 für sich erkunden."

Fotoquelle: Tom Ju

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