Skeptischer Blick: Jarno Trulli klagt über die Rolle des Geldes in der Formel 1

Formel 1 2011

— 04.01.2011

Trulli: "Nächster Champion kommt aus reicher Familie"

Warum Jarno Trulli seine Karriere heute nicht mehr wiederholen könnte, welchen Vorteil er gegenüber den Youngsters hat und welches sein bestes Jahr war

Jarno Trulli zählte jahrelang zu den Toppiloten der Formel 1. Der ganz große Durchbruch gelang ihm allerdings nie. War schlechtes Timing der Grund? Als Renault 2004 immer stärker wurde, feierte er seinen einzigen Grand-Prix-Sieg in Monaco, doch wenig später wurde er von seinem Rennstall vor die Tür gesetzt und dockte bei Toyota an. In den folgenden Jahren feierte Renault mit Fernando Alonso zwei WM-Titel.

Doch Trulli ist der Meinung, dass er mit seinem Timing eher Glück als Pech hatte. "Heute ist es für einen jungen Fahrer schwieriger nach oben zu kommen", sagt er im Interview mit 'Auto Motor und Sport'. "Das Geld spielt eine zu große Rolle. Die unteren Serien sind zu teuer, angefangen von der Formel 3."

Warum es für junge Piloten so schwierig ist

Er vermutet: "Der nächste neue Champion wird vermutlich aus einer reichen Familie kommen. Ich könnte meine Karriere heute nicht mehr wiederholen." Tatsächlich wird es für junge Fahrer immer schwieriger, die Karriereleiter empor zu klettern. Hat man keinen finanzkräftigen Gönner an seiner Seite, bleibt oft nur der Absprung in die Tourenwagen-Szene - oder es gelingt über eines der Förderungsprogramme, sich den Weg in die Formel 1 zu bahnen.

Auch das Formel-1-Testverbot während der Saison kommt jungen Nachwuchshoffnungen nicht gerade zugute. Das beste Beispiel dafür ist der Spanier Jaime Alguersuari, der vor zwei Jahren ohne Formel-1-Erfahrung sein Toro-Rosso-Debüt gab - und dabei eine nicht gerade glückliche Figur machte. "Heute, wo es kaum noch Testfahrten mehr gibt, wird Erfahrung wieder wichtiger. Du musst sofort deine Leistung abrufen können. Da tun sich junge Fahrer schwer", weiß Trulli.

Nachwuchspiloten fehlt die Praxis

Er erklärt: "Ein junger Fahrer ist mit einem Formel 1-Auto voll gefordert. Die GP2 hilft dir, den Fahrrhythmus und den Speed aufzusaugen, aber nicht die Komplexität um das Fahren herum." Diese Probleme hat er laut eigenen Angaben nicht: " Fahren geht fast automatisch. Wenn ich heute nach einer langen Pause wieder ins Auto steige, dann bin ich nach zehn Runden wieder drin. Je mehr Dinge limitiert werden, umso mehr kommt es darauf an, sofort bereit zu sein. Als ich aus dem Kart kam, musste ich fahren, fahren, fahren. Heute hätte ich da viel mehr Probleme."

Das ist wohl auch einer der Gründe, warum der Routinier aus Pescara nach dem plötzlichen Toyota-Rückzug 2010 bei Lotus unterkam, anstatt einem schnellen Rookie den Vortritt geben zu müssen. "Nun, ich habe wohl ein paar Fähigkeiten, die einige Leute immer noch an mich glauben lassen. Aber nur dabei sein, ist nicht das was ich wollte. Ich wollte Rennen und die Meisterschaft gewinnen."

Pech für ihn, dass Toyota kurz vor dem Durchbruch beim Formel-1-Team 2009 den Stecker zog. Zumal er dort gerade seine aus persönlicher Sicht beste Saison erlebte, "wenn das Auto auf bestimmten Strecken super ging. Eine Schande, dass das bei Toyota alles kaputtgegangen ist."

Fotoquelle: xpb.cc

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