Die Formel 1 sorgt auch im Winter stets für reichlich Diskussionen

Formel 1 2011

— 12.01.2011

Kostenkontrolle: Es fehlt an Transparenz

Es gibt viele dehnbare Begriffe: Resource-Restriction-Agreement (RRA) ist ein Beispiel - Wer hat das Budget für 2010 möglicherweise überzogen?

Der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley wollte die Formel 1 mit seiner Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro vor dem von ihm befürchteten Untergang retten, doch die etablierten Teams spielten dabei nicht mit. Es kam zum Streit, an dessen Ende man sich versöhnte, die neu gegründete Teamvereinigung FOTA einen eigenen Weg zur Kostensenkung einschlug: Das sogenannte Resource-Restriction-Agreement (RRA) wurde verfasst - eine Art freiwillige Selbstbeschränkung der Rennställe.

Das Problem am RRA ist, dass im Zuge dessen keine absoluten Werte für Budget, Mitarbeiterzahl oder Resourcen festgelegt wurden. Die Obergrenzen orientieren sich an der bisherigen Intensität des Engagements - eine eher schwammige Lösung. Daher verwunderte es nicht wenig, dass zum Jahreswechsel der Vorwurf laut wurde, das Weltmeisterteam Red Bull habe sich nicht an das RRA gehalten.

"Wir haben uns seit der Einführung stets an die Grenzen gehalten", erklärt Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegenüber der 'BBC'. "Dank harter Arbeit und enormer Effizienz ist es uns gelungen, im Rahmen zu bleiben. Solche Vorwürfe sind aber unausweichlich, wenn man vorne fährt und Rennen gewinnt", meint der Brite, dessen Team sich im Verlauf der vergangenen Saison auch dem Vorwurf ausgesetzt sah, man halte sich nicht an die technischen Regeln.

Tatsache ist, dass die Einhaltung des RRA Thema auf der vergangenen Sitzung der FOTA war und einige Teamvertreter angesichts der Red-Bull-Zahlen etwas die Nase rümpften. "Der deutliche Mehraufwand, den das eine oder andere Team betrieben hat, wird in Zukunft nicht mehr möglich sein", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in der 'auto motor und sport' - ein verdeckter Vorwurf in Richtung Red Bull? Das Team von Champion Sebastian Vettel soll 2010 330 Millionen Euro verwendet haben.

Red Bull will die eigenen Zahlen nun innerhalb der FOTA darlegen und erläutern. "Ich denke, dass eher andere Teams Probleme hatten, sich daran zu halten, weil sie im Verlauf des Jahres zusätzliche Arbeit am Frontflügel oder an der Fahrzeughöhe erledigen mussten", schickt Horner einen kleinen Giftpfeil ich Richtung Konkurrenz.

"Ich gehe davon aus, dass sich alle daran gehalten haben", meint Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, dessen Team nach eigener Aussage längst nicht mehr das größte Budget der Szene zur Verfügung hat. "Sollte jemand das RRA gebrochen haben, wäre das sehr enttäuschend", wird Virgin-Geschäftsführer Graeme Lowdon zitiert.

"Ich weiß im Übrigen gar nicht, wieso man das RRA kritisiert. Wenn dadurch die Show schlechter geworden wäre, dann könnte ich es vielleicht verstehen", so der Brite, "aber das war keineswegs der Fall." Red-Bull-Teamchef Horner ist um eine Beruhigung der Diskussion bemüht: "Das RAA ist eine gute Sache. Wir müssen einfach für mehr Transparenz sorgen und dafür, dass es keine Ungerechtigkeiten zwischen Werks- und Privatteams gibt."

Fotoquelle: xpb.cc

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