Domenicali hat sich von der Enttäuschung erholt und will Weltmeister werden

Formel 1 2011

— 12.01.2011

Domenicali: Rücktritt kein Thema mehr

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali erklärt, wie er Abu Dhabi weggesteckt hat, und geht zuversichtlich in die neue Formel-1-Saison

Nach dem verlorenen WM-Finale von Abu Dhabi wurde in Italien ein Köpferollen bei Ferrari gefordert, doch tatsächlich gerollt ist nur der Kopf von Chefstratege Chris Dyer. Teamchef Stefano Domenicali plagten zwischenzeitlich zwar auch Rücktrittsgedanken, doch inzwischen geht es ihm wieder besser: "Ich fühle mich gut", betont er am Rande des Ferrari-Wrooom-Events in Madonna di Campiglio.

"Natürlich war die Stimmung nach Abu Dhabi schlecht, denn uns ist eine große Chance durch die Lappen gegangen", gesteht Domenicali. "Das Wichtigste war aber, nach dem Rennen kühlen Kopf zu bewahren, denn in so einer Situation ist es leicht, sich von Emotionen leiten zu lassen. Ich habe versucht, genau das zu vermeiden, vor allem vor der Belegschaft - und ich muss sagen, dass Präsident Montezemolo sehr hilfreich war, denn er stand uns in diesen schwierigen Stunden bei."

Fehlersuche nach Abu Dhabi

Der Italiener gab sich der Enttäuschung aber nur kurz hin und ging schon bald wieder sehr analytisch an seine Arbeit als Teamchef heran: "Unsere Priorität war natürlich, den Grund für den Fehler zu verstehen, um zu vermeiden, dass so eine Situation noch einmal vorkommen kann", sagt er in Bezug auf die strategische Fehlentscheidung eines vorgezogenen Boxenstopps, die letztendlich die Chance auf den WM-Titel kostete.

Domenicali und seine Mannschaft scheinen Abu Dhabi inzwischen verkraftet zu haben: "Je mehr du rumheulst, desto mehr schadest du dir selbst", stellt der 54-Jährige fest. "Das bedeutet nur, dass du den Gegnern einen Vorteil schenkst. Also sagte ich zu den Jungs: 'Ich kann verstehen, wenn ihr heute traurig seid, aber ein Tag ist genug. Am zweiten Tag würde das schon wieder den anderen helfen.' Darauf haben unsere Leute sehr gut reagiert."

"Ich kann garantieren", fährt er fort, "dass die Stimmung bei uns positiv ist. Wir gehen enthusiastisch an die neue Saison heran. Es ist entscheidend, Abu Dhabi zu vergessen - wie bei einem Tennisspieler, der ein schlechtes Match hatte, oder wie bei einem Fußballer, der einen Elfmeter verschossen hat. Du musst zurück auf das Spielfeld gehen und darfst keine zittrigen Beine mehr haben, sondern musst einfach drauflos spielen."

Positive Aspekte mitnehmen

"Ich für meinen Teil habe an einigen psychologischen Aspekten gearbeitet, denn auf technischer Ebene haben wir Ingenieure, die genau wissen, was sie zu tun haben", sagt Domenicali. "Wir nehmen von 2010 die zweite Saisonhälfte mit. Fernandos Saison war fantastisch, denn im Mai oder Juni hätte niemand auch nur eine Lira darauf gesetzt, dass er und Ferrari in Abu Dhabi noch um die Weltmeisterschaft kämpfen würden."

Das Ziel für die kommende Saison, die zweite des amtierenden Vizeweltmeisters Alonso in Maranello, ist klar definiert: "Wir wollen beide WM-Titel gewinnen, den der Fahrer und den der Konstrukteure", unterstreicht Domenicali. "Das muss das erklärte Ziel unseres Teams sein." Der bisher letzte Fahrertitel gelang Ferrari im Jahr 2007 mit Kimi Räikkönen, bei den Konstrukteuren setzte sich die Scuderia auch 2008 durch.

Fotoquelle: xpb.cc

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