Bei den ersten Testfahrten mit Pirelli-Reifen erzielte Ferrari jeweils die Bestzeit

Formel 1 2011

— 12.01.2011

Domenicali: "Pirelli-Regenreifen das große Fragezeichen"

Erstmals seit zwölf Jahren wird Ferrari den Reifenausrüster wechseln - Teamchef Stefano Domenicali erklärt die Schwierigkeiten bei der Umstellung des Herstellers

Der größte Ungewissheit für die neue Saison sind die Pirelli-Reifen. Die Teams haben zwar einen ersten Eindruck von den italienischen Reifen bei Testfahrten nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi erhalten, doch bis zum ersten Rennen wird sich das "schwarze Gold" noch verändern. Ferrari ist seit der Saison 1999 mit Bridgestone gefahren und hat mit den Japanern über die Jahre eine enge Beziehung aufgebaut. Nun startet alles bei Null.

"Zuerst einmal muss ich Pirelli danken, denn ohne ihnen müssten wir auf den Felgen fahren", sagt Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Das ist ein fundamentaler Aspekt, den man nicht vergessen darf. Natürlich befinden sie sich im Lernprozess. Sie sind eine große Firma. Als Alleinausrüster ist es essentiell, dass sie alle Teams gleich behandeln. Wir haben uns auf einige Anfragen geeinigt, die prinzipiell für alle Teams gleich waren und alle erreichen wollten. Ich bin zuversichtlich, dass sie ein gutes Produkt liefern werden."

Bei den Probefahrten der versammelten Rennställe drang als Fazit durch, dass die Vorderreifen sehr stark und schon weit entwickeln waren. Am Heck musste jedoch nachgebessert werden. "Es scheint, dass die Vorderreifen soweit definiert sind. Bei den Hinterreifen sind noch einige Schritte zu erledigen, aber sie kümmern sich darum", so Domenicali.

"Aus meiner Sicht steht das größte Fragezeichen hinter den Regenreifen, denn aufgrund der knapp bemessenen Zeit konnten wir noch nicht mit ihnen testen. Wir wissen also nicht, wie sich die Regen- und die Intermediate-Reifen verhalten werden. Wenn es an einem Testtag nicht regnet, dann kann man das schwierig ausprobieren. Sollte man die Regenreifen nicht testen können, dann erwarte ich ein interessantes Training, wenn es soweit ist. Wenn es keinen verregneten Tag an einer der vier Einheiten gibt, dann ist es aus Teamsicht unmöglich, das zu simulieren."

Die Reifen sind nicht nur die einzige Kontaktstelle mit dem Asphalt, sie haben noch weitere fundamentale Aufgaben. Da Formel-1-Bolilden extrem hart gefedert sind, sind die Pneus ein Teil der Dämpfung. Außerdem stehen sie voll im Wind. Speziell die Vorderreifen sind extrem wichtig für die Aerodynamik.

Wenn sich die Flanken durch die enormen Kräfte in Kurven verformen, ändert das auch den Luftfluss. Durch die Lenkung sind sie auch ein bewegliches Element, weshalb ebenfalls die Aerodynamik beeinflusst wird. Seit Jahren feilen die Techniker an den Verkleidungen der Bremsbelüftung und integrieren sie in das aerodynamische Konzept, ganz zu schweigen von den komplexen Frontflügeln. In der Formel 1 wird nach jedem noch so kleinen Vorteil gesucht.

Die Teams testen mit Experimentalreifen im Windkanal, um die Strömungen zu simulieren und in das Fahrzeugkonzept zu integrieren. "Ein wichtiger Punkt sind die Reifen für den Windkanal. Das ist ein fundamentaler Aspekt, denn deine Entwicklung im Windkanal muss exakt mit der Realität auf der Strecke übereinstimmen", stellt Domenicali klar.

"Pirelli arbeitet sehr hart daran, denn wir wissen, dass die Technologie der Windkanal-Reifen sehr kompliziert ist. Auf diesen Bereich konzentrieren sie sich sehr, denn sie wollen den Teams ein gutes Produkt zur Verfügung stellen." Der neue Ferrari wird am 28. Januar in Maranello präsentiert. Tag der Wahrheit ist dann der 1. Februar, wenn zum ersten Mal in Valencia getestet wird.

Fotoquelle: xpb.cc

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