Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali übt weiter Kritik am Motorenreglement

Formel 1 2011

— 13.01.2011

Motorenreglement 2013: Zu viel Konzentration auf VW?

Laut Ferrari-Teamchef Domenicali hätte die FIA mehr Wert darauf legen müssen, die aktuellen Hersteller mit dem Motorenreglement 2013 zufrieden zu stellen

Das neue Motorenreglement ist Ferrari nach wie vor ein Dorn im Auge: Die FIA hat beschlossen, dass ab 2013 sparsame 1,6-Liter-Motoren mit nur vier Zylindern eingesetzt werden, derzeit fährt man mit 2,4 Litern Hubraum und acht Zylindern. "Darauf hat sich der Weltrat im Dezember offiziell geeinigt", sagt Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Das Budget wurde schon definiert, obwohl es ganz klar ein Projekt gegen die Vorlieben von Ferrari ist - was die Anzahl der Zylinder anbelangt. Das ist nicht, was wir als Unternehmen bevorzugen, doch es ist eine Entscheidung der FIA und wir haben von Beginn an versucht, daran zu arbeiten, denn wir haben nicht viel Zeit."

Der Italiener ist nicht der Meinung, dass das neue Reglement seinen Zweck erfüllt: "Wir treffen Entscheidungen in einem wichtigen Bereich und investieren im Verhältnis zum Ziel viel oder zu viel." Zudem deutet er an, dass man dem VW-Konzern in puncto Motorenreglement zu sehr entgegen gekommen ist: Die neuen Spezifikationen sind optimal für den sogenannten "Weltmotor", der auch in der Rallye- und in der Tourenwagen-WM eingesetzt werden kann.

Domenicali kritisiert Motorenreglement

Doch Domenicali kritisiert die Herangehensweise: "Man darf nicht vergessen, dass die Formel 1 im Moment davon lebt, dass es vier Hersteller gibt, die Motoren an andere Teams liefern. Es ist also wichtig, dass wir uns - bevor andere Hersteller Motoren liefern - so verhalten, dass die aktuellen bleiben können. Sonst würde es die Formel 1 nicht mehr geben."

Mit der neuen Motorenformel hat die FIA versucht, zusätzliche Synergien zwischen der Formel 1 und der Serie herzustellen. So soll der Motorsport auch in Zeiten nachhaltiger Entwicklungen einen Nutzen für die Gesellschaft bringen und für die Automobilindustrie interessanter werden. "Man hat sich für diesen Motor entschieden, um die Industrie näher an die Welt der Formel 1 heranzubringen", weiß Domenicali.

Er geht ins Detail: "Man muss aber vorsichtig sein, denn in diesem Rennen geht es auch um andere Werte. Für uns gibt es eine Verbindung zwischen Innovation und Technologie. Die Welt der Autohersteller ist fundamental - gewisse Komponenten dieses neuen Projektes, wie der Turbo, sind für uns interessant, weil wir davon auch etwas bei unseren zukünftigen Straßenmodellen einsetzen können." Doch Domenicali macht sich Sorgen über den Sound der Vier-Zylinder-Aggregate, die nur 12.000 Touren drehen: "Das ist eine Priorität: Man sollte auch den Sound der Formel-1-Motoren berücksichtigen. Unseren Fans ist das ein Anliegen, also müssen unsere Techniker daran arbeiten."

Domenicali akzeptiert teures Mercedes-KERS

2011 gibt auch das Energie-Rückgewinnungs-System KERS ein Comeback in der Formel 1. Ursprünglich hatten sich die Rennställe darauf geeinigt, dass die Entwicklungskosten für KERS fünf Millionen Euro nicht übersteigen dürfen, für Kundenrennställe muss das System um eine Million Euro verfügbar sein. Doch Mercedes addiert zu dieser Million auch die Entwicklungskosten und verkauft seine KERS-Einheit um sechs Millionen Euro.

Richtet die Wiedereinführung von KERS bei den kleinen Teams mehr Schaden an, als sie der Formel 1 bringt? Domenicali meint, dass jedes Team selbst entscheiden muss, um welchen Preis man das System anbieten will: "Wenn es um die Beziehung zwischen Kunden und Herstellern geht - also wieviel der Hersteller verlangen kann -, dann muss das jedes einzelne Unternehmen selbst entscheiden. Für uns ist das eine strategische Entscheidung - wir behalten auch weiterhin die Forschungs- und Entwicklungskosten bei uns in der Firma."

Die Herangehensweise von Mercedes will Domenicali nicht weiter kommentieren: "Andere Firmen, die KERS anbieten, verwenden eine andere Politik, leider können wir dies nicht kommentieren. Es ist eine Entscheidung, die sie treffen und die muss man respektieren."

Fotoquelle: Ferrari

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