Felipe Massa steht gehörig unter Druck: 2011 muss deutlich besser werden

Formel 1 2011

— 17.01.2011

Massa: "Nur die Reifen waren das Problem"

Felipe Massa startet mit großer Zuversicht in die neue Formel-1-Saison: Die Hoffnungen ruhen auf KERS, Pirelli und der Ferrari-Designabteilung

Während sich Fernando Alonso innerhalb weniger Monate zum absoluten Liebling in Reihen von Ferrari machen konnte, rückte Felipe Massa immer mehr ins zweite Glied. Die Stallorder von Hockenheim war nur der sichtbare Ausdruck dessen, was sich teamintern seit dem Saisonstart entwickelt hatte. Sportlich wurde das Jahr 2010 für den Brasilianer eine Pleite. Doch mit voller Motivation greift Massa nun wieder an.

"Die Saison war von Anfang an schwierig, nicht erst ab dem Rennen in Deutschland. Ich hatte die ganze Zeit erhebliche Probleme - vor allem mit den Reifen", berichtet der Vizeweltmeister von 2008. "Mit meinem Fahrstil war es schwierig, die Vorderreifen zum arbeiten zu bringen. Wenn du das nicht schaffst, dann kannst du auch nicht richtig ans Limit gehen", erklärt Massa seine Sorgen mit dem Ferrari F10 auf Bridgestone-Pneus.

"Bridgestone hatte die Reifen vor der vergangenen Saison erheblich verändert, es gab viel weniger Grip an der Vorderachse - rund 30 Prozent weniger. Ich brauche bei meinem Fahrstil aber eine stabile Front. Von mir aus ab und zu etwas Übersteuern, aber bitte eine aggressive Vorderachse. Vor allem beim Bremsen und Einlenken muss das für mich so sein. Am Kurveneingang hatte ich 2010 die größten Probleme, weil ich vorne nicht genug Grip hatte."

Kritik an den Bridgestone-Pneus

Massa kritisiert außerdem die Strategie von Bridgestone. Die Japaner brachten aus Sicht des Brasilianers oft zu harte Mischungen zu den Grands Prix. "Man hat es doch oft sehen können, dass manch einer 85 oder 90 Prozent der Renndistanz auf den weichen Pneus absolvieren konnte. Das kann doch wohl nicht richtig sein. Die Mischungen waren zu hart und der Vorderreifen zu schwach."

"Die Pirellis bieten an der Front viel mehr Halt", blickt Massa zuversichtlich in die neue Reifen-Ära. Schon beim ersten Test fühlte er sich auf den italienischen Pneus pudelwohl. "Die Rundenzeiten sind gar nicht so wichtig, sondern das Gefühl als Fahrer ist wichtig. Die Pirellis unterscheiden sich insgesamt nur wenig von den Bridgestone-Reifen der Generationen 2002 und 2009."

"Für dieses Jahr sieht es ohnehin insgesamt ganz anders aus. Wir haben ein neues Auto und vor allem neue Reifen. Die Pirellis habe ich vom ersten Augenblick an gemocht. Es mag sich mit dem neuen Auto wieder anders anfühlen, aber der erste Eindruck war gut", berichtet der 29-Jährige von seinen Erkenntnissen. Dieses bessere Gefühl treibt ihn für 2011 an. "Meine Motivation ist sehr, sehr hoch."

Massa muss in diesem Jahr zurückschlagen. In Italien setzte ihm nicht nur Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo mit teils deftigen Äußerungen die Pistole auf die Brust. Die neue Saison soll wieder den "alten Massa" zum Vorschein bringen, sonst könnte die Karriere nachhaltig leiden. "Nein, das sehe ich nicht so", winkt der Pilot ab. "In jedem Jahr hast du viel Druck, es geht immer wieder bei null los. Bei Ferrari zählt immer nur das Resultat."

"Ich bin sicher, dass ich wieder vorne mitfahren, viele Pole-Positions und Rennsiege holen kann", berichtet Massa von seinem Vorhaben 2011. Die technischen Voraussetzungen werden zwar andere sein, aber der Gegner bleibt gleich. Fernando Alonso wird auch im neuen Formel-1-Jahr die entscheidende Messlatte für den Brasilianer darstellen. Ein harter Brocken - härter als zuvor Michael Schumacher oder Kimi Räikkönen?

KERS als Vorteil für das Leichtgewicht?

"Es war leichter mit den beiden", sagt Massa. Er erklärt: "Aber nur deswegen, weil ich damals besser mit den Reifen zurecht kam. Mit den Fahrern hatte das nichts zu tun. Wenn man Fernando, Kimi und Michael nimmt, dann sind dies alle extrem schnelle und erfahrene Piloten. In diesem Bereich hat sich für mich nichts verändert. Es war nur das Zusammenspiel von Auto und Reifen. Das war meine einzige Schwierigkeit."

"Es spielen bei der Entwicklung des neuen Autos sehr viele Faktoren eine wichtige Rolle", sagt der Alonso-Teamkollege über die Erwartungen an den neuen Ferrari. Man könne das Leistungspotenzial vor dem ersten Test ohnehin nicht einschätzen. Das Verbot von Doppeldiffusor und F-Schacht, die neue Gewichtsverteilung und auch die Rückkehr von KERS verschleiern das Bild noch mehr als in einigen Vorjahren.

"KERS bringt im Vergleich zu 2010 eine große Veränderung", so Massa, dessen Team 2009 durchweg auf die Hybridtechnik setzte. "Ich habe da keinen Vorteil gegenüber Fernando. Auch sein damaliges Team hatte KERS an Bord. Das wird sich im Gebrauch nicht sonderlich unterschieden haben. Okay, sein Team hat es damals seltener eingesetzt, aber wenn du dich einmal daran gewöhnt hast, dann kommst du damit zurecht."

"Auch ich war nur eine halbe Saison lang im Einsatz. Aber ich weiß bestimmt noch, wie man es am besten nutzt", so Fliegengewicht Massa, der für KERS nicht extra abspecken muss. "Als wir dieses System 2009 einsetzten, da zählte jedes Gramm Körpergewicht. Das wird jetzt nicht mehr so erheblich sein. Dennoch achtet man natürlich auf sein Gewicht. Zum Glück bin ich ohnehin einer der leichtesten Piloten, daher muss ich nicht ganz so viel machen wie andere. Ich muss jetzt nicht das Essen einstellen..."

Fotoquelle: xpb.cc

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