Gerhard Berger wünscht sich mehr Motorleistung: Am besten wären 1.000 PS

Formel 1 2011

— 21.01.2011

Berger: "Formel 1 ist kein Ritt auf der Kanonenkugel mehr"

Gerhard Berger wünscht sich mehr Motorleistung und weniger Aerodynamik in der "Königsklasse" - Willi Weber beklagt "Inzucht" in der Formel 1

Es ist das alte Lied, das vor allem ehemalige Formel-1-Fahrer regelmäßig anstimmen. Inhalt: Die heutige Formel 1 mache es den Piloten zu leicht, die ausgefeilte Aerodynamik der Fahrzeuge entscheide maßgeblich über Sieg und Niederlage. Was bei dieser Ansicht meist unausgesprochen bleibt, aber der eigentliche Kern der Aussage ist: Früher war alles wesentlich schwieriger, die heutige Fahrergeneration kann den Helden von einst nicht das Wasser reichen.

Der zehnfachen Grand-Prix-Sieger Gerhard Berger nutzte im Gespräch mit 'Auto Motor und Sport' die Gelegenheit, diesen Evergreen mal wieder anzustimmen. "Ich habe grundsätzlich die Einstellung, dass ein Formel 1-Auto 1.000 PS haben sollte. Die Aerodynamik spielt im Vergleich zur Motorleistung eine viel zu große Rolle. Dadurch wird die fahrerische Leistung entwertet, weil die Autos wie auf Schienen durch die Kurven fahren. Die Formel 1 ist kein Ritt auf der Kanonenkugel mehr so wie die MotoGP", klagt der Österreicher.

Angesichts der großen Bedeutung der Aerodynamik sei es kein Wunder, dass "Design-Genie" Adrian Newey 2010 mit Red Bull schon zum dritten Mal gelungen ist, ein Team deutlich an die Spitze der Formel 1 zu bringen. Für den langjährigen Fahrermanager Willi Weber sind die anderen Teams an dieser Ausnahmestellung Neweys allerdings selbst schuld.

"Ich glaube, das Problem der Formel 1 ist die Inzucht", findet Weber. "Die Leute, die in diesem Zirkel drin sind, sind drin. Von außen kommt da nichts rein. Die Teams haben es versäumt, sich die Talente unter den Ingenieuren schon von der Schule raus zu züchten." Stattdessen werde Newey regelmäßig mit noch höher dotierten Verträgen von Team zu Team gelockt.

Volkswagen passt Ideal zur Formel 1

Berger und Weber sind sich in der Frage einig, dass Volkswagen gut zur Formel 1 passen würde - und umgekehrt. "Ein so breit gestreuter Automobilkonzern wie VW könnte die Formel 1 auch ganz gut nutzen. Es gibt ja nichts, was die nicht haben auf dem Autosektor. Die Formel 1 würde diese Palette gut abrunden", ist Berger überzeugt. Weber ergänzt: "Bei der Produktpalette von VW kann man gar nichts Besseres machen als in die Formel 1 zu gehen."

Am besten sei es, wenn Volkswagen gleich als komplett eigenständiges Team in die "Königsklasse" einsteige - und ein gewisses Maß an Geduld mitbringe. "Alles andere ist weder Fisch noch Fleisch. Bei den Ressourcen, die dieser Konzern hat, bietet sich nur ein Gesamtkonzept an", findet Berger, der Red Bull diesbezüglich als Vorbild sieht. Dietrich Mateschitz habe die notwenige Geduld bewiesen und sich durchgebissen. "Jetzt bekommt er einen Return of Investment, wie er auf kaum einer anderen Bühne zu bekommen ist."

Fotoquelle: xpb.cc

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