Johnny Cecotto: Motorradweltmeister, Formel-1-Pilot und DTM-Fahrer

Formel 1 2011

— 22.01.2011

Cecotto: Erst die Sicherheit, dann das Vergnügen

Ex-Formel-1- und DTM-Pilot Johnny Cecotto über den Formel-1-Einstieg seines Landsmanns Pastor Maldonado: Wer die Regierung mag...

Williams-Neuzugang Pastor Maldonado beendet im März in Bahrain eine 26 Jahre andauernde Formel-1-Durststrecke seines Heimatlandes Venezuela. Der neue GP2-Champion wird der erst dritte Grand-Prix-Teilnehmer seines Landes sein. Ettore Chimeri machte mit einem einzelnen Auftritt 1960 in Argentinien den Anfang, Johnny Cecotto hielt 1983 und 1984 die Fahne Venezuelas in der Formel 1 hoch - Ernesto Viso kam 2006 im Midland nicht über die Rolle des dritten Mannes hinaus.

"Für Venezuela ist das eine großartige Sache", sagt Cecotto im Gespräch mit 'Autosport' über das Debüt von Landsmann Maldonado. "Die GP2 und die Formel 1 sind bei uns sehr im Fokus, seit die Regierung eine handvoll Piloten unterstützt. Das hat es in diesem Ausmaß vorher noch nie gegeben." Wenn der Regierungschef Geld für eine Motorsport-Karriere gibt, dann bedient er sich nicht aus dem privaten Vermögen, sondern er verpflichtet den staatlichen Mineralölkonzern PDVSA.

"Auch ich brauchte damals die Unterstützung von PDVSA. Aber leider lief nicht alles nach Plan", blickt Cecotto auf seine Formel-1-Zeit zurück. "Ich war damals beim kleinen Team von Mo Nunn. Die hatten ein extrem kleines Budget, wir haben nicht einmal die Saison beenden können. Mit noch mehr Unterstützung von PDVSA hätte es besser laufen können, aber leider kam die nicht." Dennoch schaffte er es 1984 zu Toleman, wurde dort Teamkollege von Ayrton Senna. Aber ein Crash beendete die Grand-Prix-Karriere vorzeitig.

Nun bekommt also Maldonado die Chance, die Cecotto - nach eigener Aussage - in dieser Form nie hatte. "Die Familie von Pastor Maldonado hat beste Kontakte zur Regierung. Das ist einer der Hauptgründe", sagt der 55-Jährige. Ob sich der Williams-Mann mit seinen engen Drähten zum Staatschef Chavez Freunde macht? "Es gibt Leute, die mögen die Regierung, andere mögen sie nicht", lacht Cecotto vielsagend. "Wir haben ein wunderschönes Land, aber leider auch viele Probleme. Sicherheit ist eines davon."

Sicher ist Cecotto nicht, wenn es um die Frage geht, ob Maldonado das nötige Talent für eine Grand-Prix-Karriere mitbringt. "Kann sein", zuckt der frühere Formel-1-Pilot mit den Schultern. "Viele der GP2-Fahrer wären vielleicht für die Formel 1 bereit. Er ist schnell, aber war auch immer inkonstant. Er hat immerhin vier Jahre in der GP2 gebraucht. Die erste Saison wird für ihn als Rookie sehr, sehr schwierig."

"Wir haben noch Rodolfo Gonzalez, Ernesto Viso und Milka Duno, die allesamt reichlich Unterstützung erhalten. Hoffentlich bekommt mein Sohn auch welche. Ich bin kommende Woche in Venezuela, also mal schauen", meint Cecotto, dessen Filius - Johnny Cecotto Jr. - noch nicht zum umfangreichen Förderprogramm der Regierung Chavez zählt.

"Wir sprechen in Venezuela schon seit Jahren über den Bau einer neuen Strecke. Möglich ist es, denn das Land ist reich und wir haben einige passende Gelände dafür. Vor ein paar Jahren hatte man den Bau einer Anlage auf der Insel Margarita im Blick, aber daraus wurde nichts", erzählt Cecotto von größeren Ambitionen. "Es könnte vielleicht in Zukunft passieren. Aber erst einmal muss man die Sicherheitslage im Land in den Griff bekommen."

Fotoquelle: xpb.cc

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