Pat Symonds könnte sich eine Rückkehr in die Formel 1 gut vorstellen

Formel 1 2011

— 26.01.2011

Symonds: Neue Perspektive bringt neue Ideen

Der Rausschmiss nach der "Crashgate"-Affäre hat Ex-Renault-Chefingenieur Pat Symonds die Augen geöffnet: "Verstehe viel mehr als vorher"

Pat Symonds gilt auch nach seinem Renault-Abschied im Zuge der "Crashgate"-Affäre als angesehener Techniker in Formel-1-Kreisen. Der Brite arbeitete in den vergangenen Monaten als Berater für Motorsportteams, Entwicklungshelfer bei einem Wasserstoffmotor und Ideengeber in der Industrie. Ganz nebenbei unterstützte Symonds "einen Formel-1-Neueinsteiger, aus dessen Bemühen aber nichts wurde".

Der frühere Renault-Chefingenieur nennt den Namen des Projektes nicht, aber Gerüchten zufolge stand er über mehrere Wochen in engem Kontakt zu Villeneuve/Durango. "Ich habe die Szene von außen betrachtet und habe viel gelernt", sagt Symonds gegenüber 'Autosport'. Vor allem habe er endlich die Zeit gehabt, sich über gewisse Abläufe Gedanken zu machen. "Wenn du mittendrin steckst, dann fehlt die Zeit zum Nachdenken."

"Ich hoffe, dass ich wieder in der Formel 1 arbeiten kann. Nicht in Vollzeit, aber durchaus in wichtiger, beratender Rolle", sagt der Brite. Er habe der Königsklasse "noch sehr viel zu bieten", allerdings zeichnet sich derzeit kein festes Engagement für dieses Jahr ab. "Es gibt ein paar Dinge, die ich zu tun habe, aber ich bin auch immer mal wieder zu Hause. Das ist auch nicht schlecht." Symonds mag es nicht ganz so offen formulieren, aber es wird deutlich: Er vermisst die Formel 1.

"Als ich in der Szene war, dachte ich immer, ich hätte einen guten Überblick. Aber als ich das Ganze mal von außen betrachtete, habe ich gemerkt, dass ich zu tief dort drinsteckte", beschreibt er die Zeit nach dem Abschied von Renault. Die neue Perspektive bot ihm neue Einsichten, aber auch alte Gewohnheiten. "Meine Rennanalysen habe ich einfach genauso weitergemacht. Ich habe diese Tools entwickelt und verfeinere sie immer weiter. Ich habe weiter gelernt. Das war ein Spaß."

Warum die Geheimniskrämerei?

"Ich habe immer noch viele Freunde im Fahrerlager. Ich habe die Rennen intensiv verfolgt, habe in jedem Team jemanden, den ich auch nachts anrufen kann. Dort habe ich dann manchmal die Dinge erfragt, die mir aus meiner Perspektive nicht sofort klar waren", beschreibt Symonds. Es sei ihm in dieser Zeit klar geworden, dass die Formel 1 sich in technischen Dingen zu sehr verschließe. "Dort kann man mehr Leute daran teilhaben lassen. In diesem Bereich verkauft sich die Formel 1 nicht gerade gut."

"Als Beispiel nehmen wir mal den F-Schacht von McLaren. Als sie den im Jahr 2009 entwickelt haben, da mussten sie ihn natürlich geheim halten - völlig verständlich", sagt der frühere Chefingenieur des damaligen Renault-Werksteams. "Aber später war allen klar, wie es funktioniert. Spätestens ab Spa-Francorchamps hatte jeder einen F-Schacht. Warum haben sie dann immer noch ein solch großes Geheimnis darum gemacht? Da darf man ruhig mal offener sein."

Als weiteres Beispiel nennt Symonds die neuen Motorenregeln für die Jahre ab 2013. "Da hat man tolle Arbeit geleistet, aber man erklärt es nicht anständig in der Öffentlichkeit", kritisiert der leidenschaftliche Raucher. "Sie sollten es besser erklären. Im Moment hat man den Eindruck, als wollten die das unter den Teppich kehren, oder etwas verbergen. Das kann doch nicht richtig sein. Natürlich gibt es in der Formel 1 Dinge, die man vertraulich behandeln sollte - aber doch nicht alles."

"Es gibt immer mal wieder Entwicklungen, die jedes Team versteht. Warum geht man dann nicht daher und erklärt es ganz offen jedem, wie so etwas funktioniert? Ich war damals eindeutig dafür, dass man nach dem Qualifying die Benzinmengen veröffentlicht. Damals gab es erheblich Vorbehalte. Ich habe nur erklärt, dass alle Teams ohnehin in der Lage sind, auf die Runde genau die Reichweite der Gegner auszurechnen. Dann kann man es auch gleich öffentlich machen, das spart allen unnötige Arbeit."

Fotoquelle: Renault

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