Paul di Resta verwirklicht seinen großen Traum und startet 2010 in der Formel 1

Formel 1 2011

— 26.01.2011

Offiziell: Force India holt di Resta und Hülkenberg ins Team

Die Aufstellung von Force India ist endlich offiziell: Paul di Resta steigt neben Adrian Sutil zum Stammpiloten auf, Nico Hülkenberg wird Dritter Fahrer

Der Aufstieg von Paul di Resta ist perfekt: Der DTM-Champion von 2010 wird bei Force India vom Testfahrer zum Stammpiloten befördert und erhält 2011 das zweite Renncockpit neben Adrian Sutil. Für den schottischen Rennfahrer geht damit ein lange gehegter Traum in Erfüllung, für Vitantonio Liuzzi tritt dagegen das "Worst-Case-Szenario" ein: Der Italiener ist seinen Platz bei Force India los.

Letzteres hatte sich schon in der Winterpause angedeutet, obwohl Liuzzi fortwährend darauf pochte, einen gültigen Vertrag mit Force India zu haben. Dieser wurde nun offenbar aufgelöst und der 29-Jährige verabschiedet sich nach nur einer kompletten Saison vom Team. Um die vakante Position des Testpiloten zu füllen, sicherte sich der britisch-indische Rennstall die Dienste von Nico Hülkenberg.

Der Deutsche war 2010 beim Williams-Team in die Formel 1 eingestiegen und hatte neben Routinier Rubens Barrichello eine recht schwierige Debütsaison. Trotzdem war es Hülkenberg gelungen, sich speziell in der zweiten Saisonphase sehr gut in Szene zu setzen, was in der Pole-Position von Sao Paulo gipfelte. Williams gab dem GP2-Champion von 2010, Pastor Maldonado, aber den Vorzug.

Ein Angebot des Virgin-Rennstalls schlugen Hülkenberg und Manager Willi Weber aus, stattdessen sicherte sich das Gespann den Posten in der zweiten Reihe von Force India - vor dem Hintergrund, Hülkenberg weiterhin "am Ball" und im Formel-1-Mittelfeld zu halten. Und das gelingt, denn der Plan sieht vor, dass Hülkenberg bei allen Grands Prix die Freitagstrainings für Force India bestreitet.

Hülkenberg als Test- und Ersatzfahrer

Sutil freut sich für seinen Landsmann und meint gegenüber 'Auto Bild motorsport' : "Man spricht jetzt Deutsch bei Force India. Nico hat es definitiv verdient, in der Formel 1 zu sein. Es ist bitter für ihn als Testfahrer, aber besser als gar nichts. Geld regiert die Formel 1 und derjenige, der Sponsoren hat, erhält das Cockpit", gibt Force-India-Stammpilot Sutil im Hinblick auf Maldonado zu Protokoll.

"Hinzu kommt: Weil auch mehr und mehr neue Länder in die Formel 1 drängen, ist es immer wichtiger, dass das Land einen Fahrer hat, der es vertritt. Und dann ist ein sehr talentierter junger Fahrer da, der alles gibt und trotzdem keine Chance hat", sagt der 28-Jährige und merkt an: "Das ist eigentlich ein sehr ungerechter Sport und sehr schade." Immerhin: Hülkenberg kann weiter Gas geben.

Laut 'Auto Bild motorsport' winkt dem 23-Jährigen sogar ein teaminterner Aufstieg: 2012 könnte Hülkenberg auf den Spuren von di Resta wandeln und seinerseits zum Stammfahrer bei Force India bestellt werden. Dann befände sich das britisch-indische Team einmal mehr in der Situation, einem der beiden Einsatzpiloten den Laufpass zu geben. Hier und jetzt ist dies aber zunächst kein Thema.

Di Resta steigt zum Stammfahrer auf

Am Mittwoch stellte Force India nämlich erst einmal seine Aufstellung für die bevorstehende Saison 2011 vor - im Rahmen einer Pressekonferenz im schottischen Glasgow, wobei Sponsor White & Mackay als Gastgeber fungierte. Dabei betrat ein "sehr aufgeregter" di Resta die Bühne und wurde offiziell als Stammpilot bestätigt. "Es ist großartig, diese Neuigkeiten in Glasgow zu verkünden."

"Im vergangenen Jahr wurde ich hier Dritter Fahrer und es sind einige gute Dinge passiert. Hoffen wir einfach darauf, dass weitere gute Entwicklungen folgen werden", meint der Schotte, der als amtierender DTM-Titelträger in die Formel 1 wechselt. "Ich habe mir für dieses Jahr keine Ziele gesetzt. Ich denke, Silverstone könnte ein persönlicher Saison-Höhepunkt für mich werden."

Sutil ist gespannt auf das Teamduell gegen di Resta: "Ich bin schon in der Formel 3 gegen ihn gefahren. Da war er definitiv ein Guter", meint der Deutsche bei 'Auto Bild motorsport'. Vom Talent di Restas ist Sutil überzeugt: "Ich glaube, dass er Zukunft haben wird. Ich freue mich jedenfalls auf einen starken Teamkollegen und nehme ihn sehr ernst", gibt der langjährige Force-India-Pilot zu Protokoll.

Mallya hält große Stücke auf seine Piloten

Genau das hatte Teamchef Vijay Mallya im Sinn, als er Sutil di Resta an die Seite stellte. "Ich bin regelrecht begeistert von unserem Fahreraufgebot für 2011", sagt der indische Geschäftsmann, der zugleich als Teameigner fungiert. "Ich denke, das kombinierte Talent, das wir in diesem Jahr an den Start bringen, macht uns zu einer der stärksten Mannschaften in der Boxengasse der Formel 1."

"Adrian hat sich zu einem der konstantesten und hoch eingeschätzten Formel-1-Piloten entwickelt. Paul ist in meinen Augen ein zukünftiger Star", erklärt Mallya. "Er hat in seiner Karriere bislang jede Rennserie gewonnen, in der er unterwegs war. Dieser Grundspeed war zu sehen, als er im vergangenen Jahr für uns einige Freitagseinsätze absolvierte", hält der Inder lobend fest.

"Die Verpflichtung von Nico war eine gute Gelegenheit, die man sich nicht einfach so entgehen lassen kann", findet Force-India-Oberhaupt Mallya. "Er zeigte 2010 eine tolle mentale Einstellung und Talent und seine Coolness in Brasilien hat mir schwer imponiert. Diese drei Fahrer bilden in meinen Augen ein prima Gespann. Das wird uns dabei helfen, den nächsten Leistungsschritt zu machen."

Sutil und di Resta geraten ins Schwärmen

Auf eben diesen freut sich auch Sutil, der 2011 regelmäßig in die Top-3-Region vorstoßen soll. "2007 gab ich für dieses Team mein Formel-1-Debüt und seither arbeiteten wir stets zusammen. Es fühlt sich daher richtig an, für ein weiteres Jahr bei dieser Mannschaft zu bleiben. Ich habe stets betont, dass ich mich in diesem Team sehr wohl fühle. Es ist wie eine Familie", schwärmt Sutil.

"Wenn du dich gut fühlst, hast du auch die nötige Zuversicht und kannst maximal Druck machen. In den vergangenen Jahren konnten wir gute Fortschritte verzeichnen und ich freue mich sehr darüber, Teil des Teams zu sein, wenn es einen weiteren Schritt nach vorne macht. Hoffentlich werden wir ein Spitzenteam. Wir alle haben die gleichen Ziele, also wollen wir sie auch gemeinsam erreichen."

Neuzugang di Resta ist indes noch vollkommen hin und weg von seiner teaminternen Beförderung: "Ich bin natürlich aus dem Häuschen, dass ich in dieser Saison erstmals in der Formel 1 starten kann. Es war schon seit geraumer Zeit mein Ziel, Formel-1-Fahrer zu werden. Das war schon mein Wunsch, als ich meine ersten Runden im Kart drehte. Es fühlt sich klasse an, diesen Traum zu verwirklichen."

Hülkenberg setzt auf die Force-India-Karte

"Ich habe in meiner Karriere sehr hart für diese Möglichkeit gearbeitet. Das alles nun mit Force India, einem jungen und ehrgeizigen Team, umzusetzen, ist sehr aufregend", gesteht der schottische Rennfahrer. "Ich kann es kaum erwarten, in Bahrain in der Startaufstellung zu stehen. Das erste Rennen kann gar nicht früh genug anstehen", sprudelt es aus dem 24-jährigen Neuling heraus.

Der um ein Jahr jüngere Hülkenberg macht in diesem Jahr hingegen einen Schritt zurück - vorerst, denn die Pläne für die Zukunft deuten auf eine baldige Rückkehr ins erste Glied hin. "Ich freue mich, auch 2011 in der Formel 1 zu sein", sagt der Deutsche und merkt an: "Ich bin schon sehr gespannt darauf, mit Force India zu arbeiten. Ich bin mir sicher: Dieses Team wird sich weiter verbessern."

"Ich schätze es sehr, dass man mir das Vertrauen ausspricht, indem man mir einen langfristigen Vertrag gibt. Ich werde mein Bestes geben, um die in mich gesetzten Erwartungen zu erfüllen", erläutert Hülkenberg. Wie genau die "langfristige Partnerschaft mit Force India" im Einzelnen aussieht, ist nicht bekannt. Fest steht aber: 2011 geht Hülkenberg an jedem Rennwochenende auf die Strecke.

Fotoquelle: Force India

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