Aldo Costa sieht bei Ferrari die Verpflichtung: 2011 müssen Siege her!

Formel 1 2011

— 28.01.2011

Costa: Zwei wichtige Entwicklungsschritte geplant

Ferrari-Technikchef Aldo Costa über die Auswirkungen der Regeländerungen auf den Bau des neuen F150: Heck von Grund auf neu strukturiert

Ferrari hat als erstes Team den neuen Boliden für die Formel-1-Saison 2011 vorgestellt. Mit dem neuen F150 sollen Fernando Alonso und Felipe Massa um den Titel kämpfen. Man will die Niederlage aus dem Vorjahr schnell vergessen und eine neue Siegesserie einläuten. Technisch greift Ferrari daher zu veränderten Mitteln. Der F150 ist in gewissen Bereichen eine komplette Neuentwicklung, erklärt Technikchef Aldo Costa im Interview.

Frage: "Aldo, es gibt zum neuen Formel-1-Jahr viele Veränderungen in den Regeln. Welche Veränderung hat sich am meisten auf das Design des F150 ausgewirkt?"
Aldo Costa: "Die wichtigsten Entwicklungen auf Grundlage der neuen Regeln sind im Bereich Aerodynamik zu entdecken. Das Auto verändert sich umfassend. Der Doppeldiffusor und der F-Schacht sind verschwunden, die Fahrer können das Aerodynamiksetup während der Fahrt nicht mehr anpassen."

"Der Unterboden hat an wichtigen Stellen nun keine Aussparungen mehr. Das ist eine fundamentale Veränderung. Der Heckflügel ist verstellbar. Der Fahrer kann dies im Rennen zum Überholen nutzen und in den Trainings nach seinen Wünschen einsetzen. KERS ist zurück. Auch wenn wir an der Verkleinerung von KERS gearbeitet haben, so ist es trotzdem noch groß. Die Techniker mussten daher einiges umgestalten. Außerdem gibt es neue Sicherheitsbestimmungen. Wir haben alle die Vorgaben der FIA umgesetzt, damit es noch sicherer wird."

Frage: "Ist das Auto im Vergleich zum Vorgänger eher eine Revolution oder eine Evolution?"
Costa: "Wegen der neuen Regeln musste man im Vergleich zum Vorjahresauto einen deutlichen Schnitt machen. Es gibt neue Konzepte und andere Entwicklungsrichtungen. Rein äußerlich sind diese Veränderungen kaum auszumachen. Das Auto sieht aus wie jenes aus dem Vorjahr, aber technisch gesehen ist es völlig anders."

Frage: "Wie wird sich der F150 - wie wir ihn heute sehen - in den kommenden Wochen noch entwickeln?"
Costa: "Wir planen zwei wichtige Entwicklungsschritte: Einen während der Wintertests, wo es hauptsächlich um den Bereich Mechanik geht - Struktur des Autos, Chassis, Getriebe und Aufhängungen werden daher in den ersten Rennen nahezu unangetastet bleiben. Aerodynamisch haben wir die einfachste Variante installiert, die nur vorübergehend bis zum Test aktuell ist. Die wirkliche Aerodynamik sieht man dann erst beim ersten Rennen."

Frage: "Was war für sie persönlich die größte Herausforderung beim Bau dieses Autos?"
Costa: "Beim Heck mit einem weißen Blatt Papier zu beginnen, nachdem F-Schacht und Doppeldiffusor nun verboten sind. Außerdem gab es ein paar Klarstellungen bezüglich des Unterbodens. Das war die größte Herausforderung. All dies führte nämlich dazu, dass wir das Design von Grund auf neu überdenken mussten."

Frage: "In diesem Jahr kommt ein neuer Reifenpartner hinzu. Inwieweit bringt die neue Reifenmarke noch Ungewissheiten mit sich?"
Costa: "Der Entwurf, der Bau und die Entwicklung der Pirellis hat in kürzester Zeit stattgefunden. Pirelli hatte nur wenige Monate Zeit. Sie haben bestimmt gute Arbeit geleistet, aber es liegt auch noch einiges vor ihnen. Wir müssen noch verschiedene Mischungen ausprobieren. Bezüglich der Konstruktionen haben wir schon eine zuverlässige und gute Lösung gesehen. Es gibt noch viel zu tun - das ist sehr wichtig. Wir müssen die Wintertests möglichst gut nutzen, um die Pirelli-Reifen zu entwickeln."

Frage: "Wie macht sich Ferrari nun für den Saisonstart bereit?"
Costa: "Da mussten wir in den vergangenen Jahren enorm umdenken. Früher waren wir an unzählige Testkilometer gewöhnt. Jetzt haben wir mal gerade vier Tests im Februar. Es bleibt gar keine Zeit, beispielsweise Zuverlässigkeitsprobleme auszusortieren. Man muss also mehr Arbeit auf den Prüfständen verrichten. Wir sind daher mit unserem Auto im Moment im Versuchslabor, prüfen die Funktionalität und Stabilität, damit wir mit einem standfesten Auto in die Tests gehen können."

Frage: "Sind Siege Pflicht?"
Costa: "Eine kurze Frage braucht eine kurze Antwort: Ja!"

Fotoquelle: xpb.cc

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