Ferrari hat bei der Entwicklung des F150 auch intensiv am Thema KERS gearbeitet

Formel 1 2011

— 30.01.2011

Ferrari und die komplexe Arbeit mit KERS

KERS ist ein kompliziertes System, an dem Ferrari über den Winter intensiv gefeilt hat - Große Wirkung vor allem in Kombination mit dem Heckflügel

Mit der Saison 2011 kehrt der Energie-Rückgewinnungssystem KERS zurück in die Formel 1. Das bedeutet für die Teams wesentlich mehr, als nur ein Speichersystem einzubauen. KERS richtig in das komplexe Gesamtpaket eines Boliden einzufügen, ist eine arbeitsintensive Aufgabe, die auch bei Ferrari in diesem Winter viel Zeit in Anspruch genommen hat.

So musste bedacht werden, dass KERS am Tank positioniert werden soll, ähnlich wie schon 2009. Doch anders als damals ist das Nachtanken in der Formel 1 inzwischen nicht mehr erlaubt. "Unser Tank war recht groß und wir haben sehr hart daran gearbeitet, die Auswirkungen auf das Auto zu reduzieren, sodass die Einführung von KERS was die Größe des Autos angeht, kein allzu großer Nachteil ist. Wir haben also letztes Jahr und im Winter daran gearbeitet, Sprit zu sparen. Diese Arbeit war diesbezüglich sehr wichtig", erklärt Ferrari-Technikchef Aldo Costa.

Das ist aber nur einer zahlreichen Punkte, die beim Einsatz von KERS zu bedenken sind. Deshalb könnte es ein Vorteil sein, dass Ferrari das System bereits vor zwei Jahren genutzt hat. "Ich glaube, dass KERS ein sehr komplexes System ist. Nicht nur technisch gesehen - also die Batterie und der Elektromotor und die Steuereinheit. Ich spreche über das logistische Management und das Fahrzeug-Management. Zu Beginn der Saison werden Ferrari, McLaren und Renault Vorteile haben. Es geht um gewisse Teile, die man nicht so einfach entwickeln kann", bestätigt auch Costa.

Vor allem in den ersten Entwicklungsphasen gab es immer wieder Sicherheitsprobleme mit dem elektrischen Speichersystem. Doch bei Ferrari hat man in diesem Bereich keine Bedenken. "Sicherheit wird von uns nicht unterschätzt. Einige extreme Strategien wurden von uns gemieden, wir gehen einen sehr strikten Weg, was Defekte und ähnliches angeht", betont Motorenchef Marmorini. "Es wurden keine Regeln von irgendwelchen Autoritäten oder der FIA herausgegeben, wie KERS designt werden muss. Unsere Arbeit basiert daher auf den fortschrittlichsten Systemen, die es bezüglich der Sicherheit gibt."

Die Wiedereinführung von KERS soll die Show verbessern, durch die kurzfristige Steigerung der Motorleistung sollen mehr Überholmanöver möglich werden. Dass dies immer der Fall sein wird, glaubt Marmorini aber noch nicht: "2009 haben wir gesehen, dass die Aktivierung von KERS - obwohl 60 Kilowatt viel sind - keine Garantie für ein Überholmanöver ist. In Kombination mit dem Heckflügel wird es aber einen Unterschied machen, weil der Geschwindigkeitsunterschied sehr groß sein wird. Viel wird von der Strategie abhängen, von der Konfiguration des Autos."

Auf die Fahrer kommt im Cockpit einiges an Arbeit zu. Sie müssen nicht nur Gas geben, Bremsen, Lenken und Schalten, sondern auch noch KERS aktivieren und den Heckflügel verstellen. Laut Ferrari-Technikchef Costa ist dies "eine Extremsituation", über die auch viel diskutiert wurde.

"In den vergangenen Jahren mussten die Fahrer zunehmend mit komplexen Systemen umgehen, Fahrhilfen sind aber nicht erlaubt und dürfen nicht benutzt werden", sagt Costa. "Es wäre sehr einfach, KERS in die Motorsteuerung einzubauen und ein automatisches System zu erfinden, das den Heckflügel steuert. Wir könnten auch Bremssysteme wie ABS bauen - es wäre sehr einfach. Doch die Herausforderung des Sports ist es, dass Fahrer die Systeme steuern müssen." Allerdings spreche man auch in der technischen Arbeitsgruppe über die Frage, "ob Fahrer all diese Systeme überhaupt kontrollieren können."

Fotoquelle: Ferrari

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