Der neue Lotus T128 soll das malaysische Team nach vorne bringen

Formel 1 2011

— 31.01.2011

Lotus T128: Angriff auf die Etablierten

Mit dem neuen Lotus T128 sollen Heikki Kovalainen und Jarno Trulli in diesem Jahr "40 bis 50 Punkte" einfahren - Beim Neuwagen in "Grenzbereiche" vorgestoßen

Lotus ist ab diesem Jahr kein neues Team mehr. Die Mannschaft um Tony Fernandes nutzt ab sofort den legendären Namen "Team Lotus" und will sich nun schnell im Mittelfeld der Formel 1 etablieren. Die Zeiten, in denen man sich mit Virgin und HRT um den Titel "Bestes Neues Team" balgte, sind nun vorbei. Lotus geht die neuen Aufgaben offensiv ab, mit großen Zielvorgaben und einem neuen Boliden mit Namen T128.

Der Wagen wurde am frühen Montagmorgen im Internet vorgestellt. Im Gegensatz zum Vorgänger überzeugt der Wagen auf den ersten Blick mit deutlich schlankeren Linien, auch Lotus setzt auf eine enorm hohe Nase, um möglichst viel Luft unter das Auto zu bekommen. "Wenn man sich das Auto mal anschaut, dann sieht er in allen Bereichen nach einem echten Topauto aus", erklärt Technikchef Mike Gascoyne stolz.

"Wir haben deutlich erklärt, dass wir von nun an die etablierten Teams unter Druck setzen wollen. Ich halte das für absolut realistisch", sagt der Brite voller Zuversicht. "Aber es müssen weitere Schritte folgen. Zunächst wollen wir auf dem Niveau von Toro Rosso, Sauber und Force India fahren, später nehmen wir uns dann Williams und Renault vor."

Technisch dürfte Lotus in diesem Jahr von den neuen Partnerschaften profitieren. Im Heck arbeitet nun ein bewährter Motor von Renault, das Getriebe kommt vom Weltmeisterteam Red Bull. Vor allem die Probleme mit dem Antriebsstrang hatten Lotus 2010 oft ausgebremst. "Natürlich werden auch andere Teams Fortschritte machen, aber wir sind gerade in einem sehr guten Aufbauprozess."

"Nach und nach werden von nun an die neuen Ressourcen zum tragen kommen - beispielsweise unsere erweiterten CFD-Möglichkeiten und der neue Windkanal", erklärt Gascoyne. Der Druck auf die bisherigen Mittelfeldteams sei groß. "Deren Problem ist, dass es für sie ganz schön peinlich wird, wenn wir sie jetzt schon schlagen können", lacht der Technikchef.

"Für die Formel 1 wäre es eine tolle Sache, wenn uns dieses Auto ins Mittelfeld bringen könnte. Das würde nämlich verdeutlichen, dass man auch als kleines Team durchaus erfolgreich sein kann, wenn man es nur richtig anstellt", sagt Gascoyne. "Viele halten mich vielleicht für zu optimistisch. Aber ich kann mir wirklich vorstellen, dass wir in diesem Jahr 40 bis 50 Punkte holen." Diese Ausbeute soll Lotus möglichst auf Platz acht bringen.

"Wir machen definitiv einen Schritt voran", sagt Lotus-Entwicklungschef Elliot Dason-Barber. "Wie nahe wir den anderen Teams kommen können, das müssen wir noch abwarten. Ich hoffe jedoch, dass wir nun die Teams angreifen können, die im vergangenen Jahr ein oder zwei Sekunden vor uns waren. Wenn zu zwei Sekunden zurückliegst, dann ist es hart. Aber bei einer halben Sekunde kannst du sie herausfordern."

"Die Aufhängungen an der Front, aber auch hinten, machen mir die meiste Freude", sagt Dason-Barber. "Wir sind in Grenzbereiche vorgestoßen, haben versucht, alle Teile leichter und effizienter zu gestalten." Man habe für 2011 eine aggressivere Herangehensweise gewählt, fügt Chef-Aerodynamikerin Marianne Hinson an: "Vor allen die Fahrzeugfront ist ein großer Fortschritt. Das alte Auto war etwas zu wuchtig, dieses sieht viel schnittiger aus. Vor allem bei den Seitenkästen wirkt es besser."

Weg vom klobigen 2010er-Design, hin zu einem grün-gelben Formel-1-Pfeil. Dieser Weg konnte nur über Optimierung in sämtlichen Fahrzeugbereichen gelingen. "Das war unsere größte Aufgabe: Alles noch enger zu packen und noch kleiner zu dimensionieren", erklärt Chefdesigner Lewis Butler. "Vor allem den Bereich rund um den Fahrer haben wir schmal gestaltet. Das macht die Aerodynamiker glücklich."

Lotus wird mit dem neuen T128 am Mittwoch den Testbetrieb in Valencia beginnen. Man lässt den ersten Tag bewusst aus, um am Freitag einen zusätzlichen Tag für Dreharbeiten anhängen zu dürfen. "Abseits der Strecke ist in letzter Zeit so viel geredet worden. Es ist schön, dass wir jetzt wieder über Rennsport sprechen dürfen", sagt Teamchef Tony Fernandes, der in der Frage nach dem Teamnamen hart geblieben ist.

"Der T128 ist für uns ein enormer Fortschritt. Ich möchte mich beim gesamten Team für die hervorragende Arbeit bedanken. Dank geht auch an Renault und Red Bull, die uns durch ihre erhebliche Unterstützung bei unseren Fortschritten helfen. Das sind tolle Partner des Teams", fasst der Teamchef zusammen. "Der T128 ist genau der richtige Schritt. Im zweiten Jahr wollen wir die etablierten Teams ärgern. Das wird uns gelingen", so Geschäftsführer Riad Asmat.

Fotoquelle: Team Lotus

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