Bruno Senna bedeuten die Farben seines neuen Overalls sehr viel

Formel 1 2011

— 31.01.2011

Senna: "Schwarz/Gold sieht atemberaubend aus"

Bruno Senna tritt als Dritter Fahrer bei Renault in den gleichen Farben an wie sein berühmter Onkel Ayrton in den Jahren 1985 und 1986

Bruno Senna gab vor knapp einem Jahr beim Großen Preis von Bahrain im HRT-Team sein Formel-1-Debüt. Die Saison im damaligen Neueinsteiger-Team gestaltete sich für den Brasilianer allerdings wenig erfolgreich und das Team gab ihm am Ende des Jahres den Laufpass. Die heutige Bekanntgabe als Dritter Fahrer bei Renault ist für Senna nicht nur mit Blick auf die Zusammenarbeit mit einem der größeren Teams etwas ganz Spezielles. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Wagen in dieser Saison in den gleichen Farben Schwarz/Gold lackiert sind, wie sie einst der berühmte Onkel des 27-Jährigen über die Formel-1-Rennstrecken dieser Welt bewegt hat.

Frage: "Glückwunsch Bruno zu deiner neuen Rolle im Renault-Team! Wie fühlt es sich an, ab sofort ein Teil dieses Teams zu sein?"
Bruno Senna: "Das ist ein großartiger Moment für mich. Es ist immerhin das Weltmeisterteam der Vergangenheit und im Großen und Ganzen nach wie vor dieselbe Truppe wie damals (2005 und 2006, als man mit Fernando Alonso sowohl zwei Fahrer- als auch Konstrukteurstitel gewann; Anm. d. Red.). Ich fuhr nie zuvor für ein großes Team. Hier gibt es viele Leute mit einer Menge Erfahrung, von denen ich lernen kann, und darum geht es für mich in erster Linie in diesem Jahr. Wenn ich irgendwann die Gelegenheit erhalten sollte, das Auto als Stammfahrer bewegen zu dürfen, werde ich mich wie zu Hause fühlen. Bis dahin wird meine Lernkurve eine sehr steile sein, aber ich habe das Glück, von guten Fahrern wie Robert und Witali profitieren zu können."

Frage: "Wie ist der Deal zustande gekommen?"
Senna: "Ich versuche seit Jahren, ein gutes Formel-1-Programm auf die Beine zu stellen, daher ist es natürlich großartig, zu einem solch etablierten Team hinzuzustoßen. Es hat einige Gespräche mit anderen Teams gegeben, um als Stammfahrer unterzukommen, aber mit Blick auf das, was ich auftreiben konnte, war dies die beste Option. Wenngleich die Verbindung zu Renault seit einiger Zeit besteht, so spielten sich die Vertragsverhandlungen ausschließlich während der letzten Wochen ab. Das Team bietet mir eine großartige Gelegenheit und ich hoffe sehr, dass ich den Leuten etwas zurückgeben kann, indem ich einen guten Job erledige und hoffentlich eine große Zukunft in diesem Team vor mir habe. Jetzt bin ich erst einmal stolz darauf, das geschafft zu haben und dankbar für die Gelegenheit, die mir geboten wurde."

Zunächst keine Freitagstests

Frage: "Wie sieht deine Rolle im Team genau aus?"
Senna: "Ich bin Dritter Fahrer und werde bei jedem Rennen vor Ort sein. Ich werde im alten Fahrzeug ein paar Tests für das Team absolvieren. Das werden in erster Linie technische Tests sein wie Geradeausfahrten zum Beispiel. Was die Freitagstests angeht, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, hoffentlich ergibt sich eine Möglichkeit. Ich wünsche es mir sehr, dieses Auto (den R31; Anm. d. Red.) einmal fahren zu können. Letzten Endes entscheiden jedoch die Leute im Team, was für sie den meisten Nutzen bringt. Ihr Ziel ist es in diesem Jahr, Rennen zu gewinnen und wettbewerbsfähig zu sein. Da macht es keinen Sinn, sich vorzudrängeln."

Frage: "Was erhoffst du dir in deiner Rolle als Dritter Fahrer lernen zu können?"
Senna: "In diesem Jahr geht es in erster Linie darum, mich in das Team zu integrieren und soviele Erkenntnisse wie möglich aus einer solchen Umgebung zu ziehen. Jetzt, da ich Teil dieses Projekts bin, werde ich eine Menge wertvoller Erfahrungen hinzugewinnen. Es liegt an mir, das Beste daraus zu machen. Ich hoffe, mich weiter zu entwickeln und dem Team den Beweis erbringen zu können, mich auch in Zukunft zu berücksichtigen."

Frage: "Du hast letztlich die Fabrik in Enstone besucht. Wie gefällt dir die Anlage?"
Senna: "Ich war schwer beeindruckt. Wenn du durch die Fabrik läufst, kannst du sehen, wie intensiv im Hintergrund gearbeitet wird und wie sehr sich jeder Einzelne reinhängt, um das Team noch vorn zu bringen. Jeder ist zuversichtlich, dass dem Team performancemäßig in diesem Jahr ein großer Sprung von vorn gelingen wird."

Nach 25 Jahren wieder ein Senna in Schwarz/Gold

Frage: "Was sagst du zur neuen Lackierung der Rennwagen - ist es etwas Spezielles, in diesen legendären Farben anzutreten?"
Senna: "Das ist wahrscheinlich die attraktivste Lackierung der Formel-1-Geschichte. Wer erinnert sich nicht an Ayrton im schwarz/goldenen Rennwagen? Die Farben sehen auf einem aktuellen Fahrzeug nach wie vor atemberaubend aus. Nun dieselben Farben zu tragen, in denen mein Onkel über mehrere Jahre seiner Karriere antrat, ist etwas ganz Besonderes. Wenn es schon für andere Menschen etwas Spezielles ist, dann für mich erst Recht."

Frage: "Was hältst du vom neuen Film 'Senna'?"
Senna: "Der Film ist absolut verrückt. Ich finde ihn großartig. Ich habe ihn erstmalig zusammen mit allen anderen Leuten im Kino gesehen, da ich ihn mir vorher nicht angesehen habe. Es fällt wirklich schwer, die Tränen zurückzuhalten. Der Film ist sehr emotional und zeigt Facetten von Ayrton, die viele Menschen nicht kennen. Wenngleich ich mit ihm viel Zeit verbracht habe, so habe selbst ich einige Dinge kennengelernt, die mir bisher nicht bekannt waren."

Frage: "Wie fällt dein Rückblick auf die Saison 2010 aus?"
Senna: "2010 war ein gutes Jahr um zu lernen. Auch wenn es niemals leicht war, so war es doch eine Gelegenheit, in der Formel 1 anzutreten. Es ist rückblickend schwer zu sagen, was anders gewesen wäre, hätte ich etwas anderes angenommen. Das Wichtigste allerdings ist, dass mich meine Einsätze im vergangenen Jahr dorthin gebracht haben, wo ich heute stehe. Nun schaue ich nach vorn."

Senna hält für die Zukunft die Augen offen

Frage: "Was erhoffst du dir für die Zukunft?"
Senna: "Zunächst einmal muss ich alles geben und noch viel mehr lernen, als das im letzten Jahr möglich war. Hoffentlich springt für mich im nächsten Jahr ein Stammcockpit dabei heraus. Das hängt natürlich davon ab, inwieweit ich diese Gelegenheit nutzen kann, auf mich aufmerksam zu machen. Als Dritter Fahrer hat man heutzutage nicht viele Gelegenheiten, das Auto zu fahren. Aber ich werde ein paar Mal im alten Auto sitzen, was mir in Bezug auf die Integration in das Team sehr helfen wird. Inzwischen hängt in der Formel 1 sehr viel von den persönlichen Beziehungen ab. Wenn ich das Auto also ein paar Mal fahren kann, dann bin ich mir sicher, die richtigen Leute überzeugen zu können und bekomme dadurch in der Zukunft hoffentlich in der Zukunft einen Stammplatz in der Formel 1."

Frage: "Könntest du dir vorstellen, für ein anderes Team anzutreten?"
Senna: "Im Moment nicht. Der Deal kam sehr spät zustande, dies galt es als Erstes unter Dach und Fach zu bringen. Jetzt, da dies erledigt ist, kann ich mich umsehen, was noch im Bereich des Möglichen liegt. Angesichts der 20 Rennen in diesem Jahr wird es allerdings nicht leicht werden, in der Zwischenzeit etwas anderes zu finden."

Frage: "Könntest du dir vorstellen, Sportwagenrennen zu fahren?"
Senna: "Wer weiß? Es darf sich nicht mit der Formel 1 überschneiden, das ist die Hauptsache. Bei allem, was ich tue, muss der Formel 1 stets mein Hauptaugenmerk gelten."

Fotoquelle: Renault

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