Der FW 33 ist länger als sein Vorgänger, weist aber weniger Sponsorenlogos auf

Formel 1 2011

— 01.02.2011

Williams: Gelingt 2011 der Sprung zurück in die Zukunft?

Williams präsentiert in Valencia zunächst ein Übergangsauto - Endgültige Lackierung und neues Aerodynamik-Paket kommen erst in Bahrain

Wenn Rubens Barrichello den neuen Williams FW 33 am heutigen Dienstag auf dem Circuit Ricardo Tormo einem ersten Test unterzieht, wird bei dem ehemaligen Weltmeisterteam vieles noch unfertig aussehen. Williams präsentiert sich zum Auftakt der diesjährigen Testsaison zunächst mit einer dunkelblauen Übergangslackierung, bei der die Startnummern auf den Seitenkästen noch die größten Aufkleber darstellen. Großflächige Sponsorenschriftzüge sucht man noch vergeblich.

Auf den zweiten Blick wird deutlich, dass sich der FW 33 auch in der Form von seinem Vorgänger unterscheidet. Aufgrund der neuen Aerodynamik-Regeln, wonach der so genannte Doppeldiffusor sowie der F-Schacht ab sofort verboten sind, mussten die Teams Lösungen finden, um den dadurch verloren gegangenen Anpressdruck anderweitig zu generieren.

Doch ebenso wie die optische Erscheinung ist auch das aerodynamische Design des neuen Rennwagens in Valencia noch unfertig. Williams unternimmt die ersten Testfahrten in diesem Frühjahr mit einem provisorischen Aerodynamikpaket, das erste umfassende Update ist bereits jetzt für das Auftaktrennen in Bahrain anvisiert.

"Bevor man nicht mit dem Testen beginnt, ist man nie sicher, wie man sich gegen die Konkurrenz schlägt. Wir sind aber optimistisch", sagt Sam Michael, Technischer Direktor des Williams-Teams. "Wir denken, dass es ein gutes Auto ist, aber wir werden erst in ein paar Wochen ein aussagekräftigeres Gesamtbild vorfinden."

Übergangssaison für Williams

Williams steht 2011 vor einer Übergangssaison. Allerdings ist sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand im Team sicher, in welche Richtung sich die Mittelfeld-Mannschaft entwickeln wird. Mit Pastor Maldonado wurde ein zahlungskräftiger Rookie als zweiter Fahrer neben Routinier Barrichello installiert. Ein Vorgang, der früher noch undenkbar für ein Team wie Williams war, der aber angesichts der zahlreichen verloren gegangenen Sponsoring-Deals nachvollziehbar ist. Dazu plant das Team einen Börsengang, um an frisches Kapital zu gelangen.

Gelingt Williams mit dem FW 33 der Sprung zurück an die Spitze der Formel 1 - also dorthin, wo sich Williams in den Neunziger Jahren regelmäßig befand? "Unser Ziel ist es, an die Spitze des Klassements zurückzukehren", sagt Teamgründer Frank Williams. "Wir wissen, dass das nicht leicht wird, aber wir hoffen, dass uns dieses Auto näher an die Führenden bringt, als das 2010 der Fall war. Als Team sind wir ambitioniert wie eh und je."

KERS und neues Getriebe

Und Technikchef Michael ergänzt: "Wir haben unsere Arbeitsabläufe verbessert, indem wir die Kommunikation zwischen der Mechanik- und der Aerodynamik-Abteilung intensiviert haben. Das hat unsere Entscheidungsprozesse verbessert." Deshalb könne das Team inzwischen mehr Zeit für die Optimierung jedes einzelnen Teils des Autos aufwänden.

Ohne Doppeldiffusor und ohne F-Schacht, dafür aber mit KERS, einem beweglichen Heckflügel und einem neuen Getriebe geht Williams 2011 an den Start. Die Getriebe müssen in dieser Saison mindestens fünf anstatt wie bisher vier Rennen halten. "Zuverlässigkeit ist wichtig", sagt Michael. "Aber ich erwarte diesbezüglich keine Probleme, denn das neue Getriebe verfügt über die selbe Steifigkeit wir das alte."

Doppeldiffusor-Verbot ändert vieles

Williams war 2009 eines jener drei Teams, welche die Idee des Doppeldiffusors am konsequentesten verfolgten. "Der Verbot des Doppeldiffusors ist ziemlich bedeutend", gibt Michael deshalb auch zu. "Der Spielraum, irgendetwas am Diffusor zu entwickeln, ist begrenzt. Deshalb konzentrieren wir uns auf die Mitte, das Ende und den vorderen Teil des Unterbodens."

Doch Michael kann dem Verbot auch Positives abgewinnen. "Es sollte das Feld zusammenrücken lassen. Es wird vielleicht direkt am Anfang passieren. Aber selbst wenn nicht und jemand zum ersten oder zweiten Test mit etwas ankommt, an das sonst niemand gedacht hat, wird es sehr leicht zu kopieren sein. Denn es sollte nicht die grundlegende Struktur des Autos, wie das Getriebe, beeinflussen."

Neues Auto ist länger

Die Wiedereinführung von KERS veränderte das Design des Fahrzeugs ebenfalls. "Wir haben unser System komplett in die Überlebenszelle des Autos integriert, unterhalb des Benzintanks", erklärt Michael. So werde die Aerodynamik der Seitenkästen nicht in Mitleidenschaft gezogen. Allerdings ist der FW 33 dadurch etwas länger als sein Vorgänger.

Von der Einführung des spontan verstellbaren Heckflügels erwartet sich Michael allerdings keine großartigen Veränderungen in der Formel 1. "Der Luftwiderstand wird nicht ausreichend reduziert. Der Flügel hilft einem nur dann, wenn man eine Sekunde hinter dem vorderen Auto liegt." Zudem gebe es keine weiteren Einstellmöglichkeiten für die Piloten: der Knopf am Lenkrad sei ein reiner An-Aus-Schalter.

Dem Wechsel von Bridgestone- zu Pirelli-Reifen misst Michael ebenfalls keine allzu große Bedeutung bei. "Letztlich ist das keine beunruhigende Änderung. Wir haben auf der mechanischen Seite des Autos seit dem Abu-Dhabi-Test nicht viel geändert. Die größten Veränderungen haben wir seitdem an der Aerodynamik vorgenommen."

Fotoquelle: Williams

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