Bestzeit: Weltmeister Sebastian Vettel erwischte einen perfekten Auftakt

Formel 1 2011

— 01.02.2011

Vettel auch nach der Winterpause tonangebend

Weltmeister Sebastian Vettel sicherte sich in Valencia die erste Testbestzeit des Winters - Ferrari zweitschnellster Neuwagen - Rundenzeiten wenig aussagekräftig

Um eine Stunde später als üblich, nämlich um 10:00 Uhr Ortszeit, endete heute im spanischen Valencia die Winterpause in der Formel 1. Force-India-Testpilot Nico Hülkenberg war der erste Fahrer, der auf die Strecke ging - und nach einer betriebsamen, aber zumindest den Rundenzeiten nach mit Vorsicht zu genießenden Session hatte bei Testende um 17:00 Uhr Weltmeister Sebastian Vettel die Nase vorne.

Der Red-Bull-Pilot, der erst am frühen Morgen erstmals seinen Red Bull RB7 mit der Startnummer eins zu Gesicht bekommen hatte, setzte sich am frühen Nachmittag an die Spitze des Klassements und gab die Führung nicht mehr ab. In den Schlussminuten drehte Vettel seinen längsten Run des Tages, seine bis dahin gesetzte Bestzeit von 1:13.769 Minuten konnte er aber auch selbst nicht mehr unterbieten. Insgesamt spulte er 93 Runden ohne ersichtliche Probleme ab.

Ferrari zweitschnellster Neuwagen

Bis zur Vettel-Bestzeit hatte Fernando Alonso im neuen Ferrari F150 den Ton angegeben. Der Spanier büßte unterm Strich jedoch 0,784 Sekunden auf die Tagesbestzeit ein und klassierte sich nach stattlichen 98 Runden an fünfter Position. Dazwischen reihten sich Hülkenberg (+0,169), Gary Paffett (McLaren/+0,523) und Paul di Resta (Force India/+0,692) ein - alle in Vorjahresmodellen mit Experimentalteilen für die kommende Saison.

Im Mittelpunkt stand aber ohnehin nicht die Zeitenjagd, sondern die Akklimatisierung mit den neuen Autos. Elf von zwölf Teams - Lotus greift erst morgen ins Geschehen ein - nahmen am ersten Testtag teil, McLaren, Force India und Virgin waren aber noch nicht mit ihren 2011er-Modellen unterwegs. Zumindest mit den neuen Pirelli-Reifen konnten alle Teams Erfahrungen sammeln, erst ab Nachmittag mit weicheren Gummimischungen.

Für die erste Unterbrechung der Wintertestsaison hatte am Vormittag Nico Rosberg gesorgt. Der Deutsche rollte nach nur neun Runden bei Start und Ziel mit einem Hydraulikleck aus und landete nach neun Runden nur an letzter Stelle. Dennoch fällt sein erstes Urteil über den neuen Silberpfeil MGP W02 positiv aus: "Das Auto scheint gut zu sein, ich fühlte mich von der ersten Runde an zu Hause darin. Es fühlt sich definitiv nach einem anderen Auto an."

Wegen der Reparaturpause konnte Teamkollege Michael Schumacher erst später als geplant ins Geschehen eingreifen. Mit gut zweieinhalb Sekunden Rückstand sicherte sich der siebenfache Weltmeister den achten Platz, noch hinter Kamui Kobayashi im neuen Sauber und Grand-Prix-Rookie Jerome D'Ambrosio im Vorjahres-Virgin. Neunter wurde Rubens Barrichello (Williams), Zehnter Witali Petrow (Renault), die allerdings schon je dreieinhalb Sekunden Rückstand hatten.

Schumacher strotzt vor Zuversicht

"Wir haben es bereits mehrmals gesagt, aber ich betone es noch einmal: Wir möchten gemeinsam etwas Großes aufbauen", erklärte Schumacher am Morgen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in dieser Saison viel regelmäßiger auf dem Podium stehen werden - am liebsten in der Mitte." Ein spanischer Fanklub stärkte dem 42-Jährigen mit einem Transparent den Rücken: "Schumi, wir glauben an dich - es ist Zeit für Titel Nummer acht!"

Gesprächsthema des Tages waren diverse technische Innovationen an den neuen Autos, allen voran der nach vorne gezogene Auspuff des Renault R31. "Dank unseres innovativen Auspuffsystems klingt unser Auto von allen am besten", meldete das von der Lotus-Gruppe gesponserte Team über Twitter. Ansonsten auffällig: die ungewöhnlich geformten Seitenkästen am neuen Toro Rosso sowie die extrem bullige Nase des neuen Williams.

Die letzten Minuten des heutigen Tages fielen übrigens flach, weil Alonso kurz vor Schluss die zweite rote Flagge nach Rosberg auslöste. Der Ferrari-Pilot kam zwar aus eigener Kraft in die Boxengasse zurück, doch als er diese erreicht hatte, war die Zeit bereits abgelaufen, sodass die Ampel nicht mehr auf grünes Licht schaltete. Aus welchem Grund genau Alonso den Abbruch auslöste, stand zum Zeitpunkt dieses Berichts noch nicht fest.

Die Testfahrten in Valencia gehen noch bis Freitag; lediglich bis Donnerstag sind aber alle Teams anwesend. Interessant war der Auftakt natürlich auch für Pirelli, denn nach dem Reifentest in Abu Dhabi herrschten heute Morgen deutlich kühlere Temperaturen von lediglich sieben Grad. Im Laufe der Session kletterte das Thermometer zwar bis auf 15 Grad nach oben, die Asphalttemperatur überstieg aber nie die 30-Grad-Marke.

Fotoquelle: xpb.cc

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