Norbert Haug geht davon aus, dass Michael Schumacher besser abschneidet

Formel 1 2011

— 01.02.2011

Haug: "Schumacher wird weitermachen"

Norbert Haug ist sicher: Ist das Auto besser, sind auch Michael Schumachers Resultate besser - Viel Lob für Rosberg und (noch) keine Verhandlungen mit Vettel

Der Rekordweltmeister startet in das zweite Jahr seines Comebacks: Heute hat Michael Schumacher in Valencia seine ersten Runden im neuen MGP W02 gedreht. Als er vor einem Jahr bei Mercedes in die Formel 1 zurückkehrte, waren die Erwartungen an ihn groß. Doch viele, die sich erhofft hatten, dass "ihr Schumi" nun wie in alten Zeiten alle in Grund und Boden fährt, wurden enttäuscht. Die Formel 1 hatte sich seit seinem zwischenzeitlichen Rücktritt verändert und auch das Auto war dafür nicht konkurrenzfähig genug.

Inzwischen hat Schumacher mehr Erfahrung mit den aktuellen Formel-1-Autos, zudem erwartet sich Mercedes mit seinem Boliden einen Schritt nach vorn. Entsprechend dürften auch die Erwartungen an den Silberpfeil-Star noch größer sein. Wie geht man im Team mit diesen Erwartungen um? "Ich denke, der einzige Weg, wie man mit solchen Erwartungen umgehen kann, ist, die entsprechenden Ergebnisse einzufahren", lautet die Antwort von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

2010 zog Schumacher gegenüber Teamkollege Nico Rosberg häufig den Kürzeren. "Wenn man sich die 19 Rennen aus dem vergangenen Jahr vor Augen führt und sämtliche Trainings, die Qualifikation und die Rennen an sich betrachtet, dann war Nico wahrscheinlich in etwa 60 von 95 Fällen der Schnellere und Michael bei 30 Gelegenheiten", bestätigt Haug.

Der Schwabe weiß, dass "unterm Strich nur die Ergebnisse zählen", gibt aber zu bedenken: "Es ist nur fair zu sagen, dass sich Michael wieder an die Formel 1 gewöhnen musste. Die Formel 1 ist nun eine andere als das, woran er gewöhnt war. Das ist bekannt. Es gab aber gewisse Verbesserungen und wir hatten auch einige Höhepunkte. Schon beim fünften Rennen in Barcelona lag Michael vor dem amtierenden Weltmeister, Jenson Button. Für den Anfang ist das doch nicht schlecht, würde ich meinen."

Doch alles in allem habe nicht alles so zusammengepasst, wie es Mercedes geplant hatte. Das soll laut Haug keine Ausrede sein: " Man kann erklären und erklären und erklären, aber wir suchen nicht nach Ausreden. Ergebnisse sind das, was zählt." Und der Mercedes-Motorsportchef ist mehr als zuversichtlich, dass Schumacher 2011 die wieder bessere Resultate einfährt.

"Wenn wir ein konkurrenzfähiges Auto haben, dann wird Michael in diesem Jahr besser abschneiden", so Haug. "Meiner Meinung nach haben wir allen Grund zu der Annahme, dass unser Auto einen guten Fortschritt im Vergleich zum letztjährigen Modell darstellen wird. Die Jungs arbeiteten sehr hart daran und machten einen außergewöhnlich guten Job."

Zudem hoffen die Silbernen, dass Schumacher mit den neuen Pirelli-Reifen einige seiner Probleme aus dem Vorjahr lösen kann. "Wir wissen es aber nicht", schränkt Haug ein. "Bei diesem ersten Test in Valencia wird man nicht genug lernen oder gar finale Schlussfolgerungen ziehen können. Dafür sind die Temperaturen wohl nicht hoch genug. Man muss wahrscheinlich schon bis zum letzten Test in Bahrain warten, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Da müssen wir einfach abwarten."

Und was ist, wenn der Rekordweltmeister wieder ein schlechtes Jahr haben sollte? Glaubt Haug, dass er dann aufhört? "Nein, ich denke, er wird weitermachen."

Nico Rosberg wurde zu Beginn der vergangenen Saison prophezeit, dass es nicht einfach sein könnte, aus dem Schatten eines so erfolgreichen und berühmten Teamkollegen wie Schumacher herauszutreten. Doch Rosberg hat die Zweifler schnell vom Gegenteil überzeugt und sich zum Tempomacher bei den Silbernen entwickelt.

Und Motorsportchef Haug ist davon überzeugt, dass Rosberg in diesem Jahr sogar noch weiter zulegen kann. "Definitiv. Wenn man einen siebenmaligen Weltmeister als Teamkollegen hat, dann würde zunächst wohl jeder andere Fahrer in dessen Schatten stehen", sagt der Schwabe. Es sei übrigens auch Rosbergs Wunsch gewesen, mit Schumacher zusammenzuarbeiten: "Er traf selbstverständlich nicht die Entscheidung, aber er sagte uns auch nicht: 'Um Gottes Willen, bloß den Schumacher nicht!' Ganz im Gegenteil. Er möchte etwas lernen und hält einen starken Teamkollegen für den richtigen Weg."

Wie gut Rosberg wirklich ist, das wird sich laut Haug zeigen, wenn Mercedes seinen Fahrern ein Siegerauto hinstellt. "Mein Gefühl ist wahrscheinlich das gleiche wie bei den Medien - nämlich, dass Nico meistens das maximal Mögliche aus dem Auto herausgeholt hat", lobt er. "Das gelingt natürlich nicht in jedem Rennen. Nico hat jedenfalls ausgezeichnete Arbeit geleistet und stellte eine gute Messlatte dar. Er scheint aktuell einer der besten Fahrer zu sein. Über diese Leistung hinauszuwachsen, ist nicht einfach. Michael ist das in seiner Karriere hin und wieder gelungen. Wir alle schätzen Nico jedenfalls sehr, sehr hoch ein."

Ein anderer junger Deutscher geht als amtierender Weltmeister in die neue Saison, Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel. Über dessen Zukunft wird heftig spekuliert. Bleibt er bei Red Bull? Heuert er eines Tages bei Ferrari an? Oder wäre er als Deutscher nicht auch für Mercedes interessant? Diese Fragen rauschen durch den Blätterwald. Dazu passte dann auch gut, als Schumacher kürzlich mit den Worten zitiert wurde, "Mercedes sei dumm, wenn man Vettel kein Angebot machen würde."

Diese Aussage stellt Haug zunächst einmal richtig: "Michael sagte, theoretisch, wie ich hinzufügen möchte, dass es nicht klug wäre, keinen Kontakt zu Sebastian zu unterhalten." Es gäbe aber keinen Kontakt, "abgesehen davon, dass wir Sebastian kennen und dass Michael Sebastian sehr gut kennt." Ansonsten sei Vettel ein Konkurrent von Mercedes, doch man schätzt den Heppenheimer bei den Stuttgartern sehr hoch ein.

Gleiches gilt für Vettels Team Red Bull. "Was Red Bull in dieser kurzen Zeitspanne erreicht hat, ist wirklich außergewöhnlich", sagt Haug. "Als Sportsmann muss man einfach anerkennen, wie gut ihr Fortschritt seit der Übernahme von Jaguar war. Sie bewegen sich in die richtige Richtung und haben ihren Erfolg verdient. Sebastian war sehr beeindruckend unterwegs." Doch der Mercedes-Motorsportchef stellt klar: "Es gibt keine wie auch immer gearteten Verhandlungen. Wer weiß, was in ein paar Jahren sein wird? Außer freundschaftlichen Kontakten und einem Hallo hier und da bestehen derzeit keine Kontakte zu ihm."

Fotoquelle: xpb.cc

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